Goldmarie


Im quirlig fast kindlich freien Glück

Bildschön gemalt engelsgleich und brav

Gepustet wie zuckersüßer Feenstaub

Der sich auf flügelnde Lider legt

Wie märchenhafter Schlaf.


Auch in zerbrechlich feiner Seifenblase

Rosenrot Schneeweisschen, allein in Melancholie

Folgt pures Glück und Freude wieder

Dazwischen nie.


Das, weil Zufriedenheit für Stillstand steht

Und wer die braucht, ja bitte und von Herzen gern

Für jeden

Nur mich sie niemals interessiert

Nicht gestern, heute, irgendwann.

Von ganzem Gemüt ganz anders sein

Riesenglück und großes Pech und damit selig

Und heute nah und morgen fern

Dann.

Ewig.


Text & Foto: PetissaPan

Extrem glückliche Zeit: Nach drei Frühjahren woanders, endlich wieder zurück im zauberhaft bildschönen Baden.

Lust for life

Beim ersten Ton des Weckers springt sie aus dem Bett. Fenster auf, den Frühling hereinbittend, welcher sogleich mit grüner Frische, frischer Grüne, über den seidigen Stoff auf ihrem Bett und den ihres Negligés weht. In freudiger Erwartung, die alte Kirsche im Garten, die, wie mit sehnsüchtigen Armen, ihre schlanken langen Äste – mit zartgrünen Blättchen und marzipanweissen Blüten – nach Drinnen zu ihr reckt.

Ein frecher Blick über die Schulter zugeworfen, und in katzenhafter Geschmeidigkeit, auf leisen Ballen bis zur sanft touchierenden Ferse, in die Küche trabend. Auf dem Weg dorthin die Musikanlage auf „On“ geschalten, Teewasser aufgesetzt.

Beschwingt klingt es da in noch gemäßigt akzeptabler Stärke. Die Nachbarn sagen gewohnt „danke“. Kurz nur, denn schon schlüpft sie in ein Paar ihrer High Heels: Schuhe bis zum Boden, welche sogleich mit spitzem Absatz und Plateau das alte Parkett, den vielleicht heuchelnden Laminat und die bleichen Fliesen zum Takt knutschen, bis diese fast erröten.

Vor dem beinahe deckenhohen und raumbreiten Spiegel in der Diele, wippt ihre Hüfte in feschem Elan nach links und rechts, aktiv vor und zurück, wenn sie den aufreizenden Gang eines echten Topmodels übt. Feminin bestimmt, erfrischende Energie und sicher würde es den Nachbarn auch gefallen, so diese nicht nur das hämmernde Klopfen von Boden bis Decke vernehmen würden. Dann nämlich immer, bevor sie auf dem Sprung raus in die Welt ist, oder von eben dieser nach Hause kommt.

Verträumter Blick der schnell wacher wird, fliegende Arme, Pirouette und Eleganz bis in die Spitzen der gewusst-wie gespreizten Finger. Getanztes Hohlkreuz und Haare wild im und aus dem Gesicht. Breites Grinsen nun und der Griff mit einer Hand ins Regal, den pinken Lippenstift geschnappt, Liedwechsel, aufgetragen, und die Schuhe getauscht. Feine Riemchen um die mädchenhaft feinen Fesseln. Frei!

Das flamingofarbige Nachtkleidchen schnell wie geübt über den Kopf gezogen. Für Sekunden jetzt: schlicht in ihrer Üppigkeit wie Gott und Tanz sie schufen – zufrieden doch gerade nicht gewollt – bevor sie in das lagunengrüne Midikleid schlüpft, welches sie heute Abend tragen wird. Vorfreude und das Fühlen des Spasses des ausgereizten Vorabends. Romantische Romanze, wie der Blick in einen nächtlichen Sommergarten, einen nervösen Dschungel voll verbotener Früchte. Und die zum Dress dazu gedachten Schuhe hat sie nun an. Gedanklich irgendwo zwischen Broadway und L.A.

Lied Nummer vier, die Haare gerade zum lockeren Knoten gezwirbelt. Eine Liedlänge lang mag der mit etwas Glück auch halten. Der Lipstick ist inzwischen leckere Aprikose, war auch schon reif und dunkelrot, und die Lippen stets lasziv geschürzt. Munter wippende Brüste zu den Bee Gee’s und, leicht außer Atem fast, staying alive, Lebenslust und pure frühmorgendliche Freude.

Ein Schluck heisser Detox, ein wenig lauter die Musik, ein wenig Salsa jetzt, die Prise 80er und erneut eine Reise in das lustvolle Jahrzehnt davor. Geschmeidig weich verführerisch und polternd geladen. Und wenn die Lautstärke nicht ausreicht, steigt sie auf Kopfhörer um. Und die neuen roten Sandalen, mit denen sie so manchen Mann überrangt, sind auch fast eingehüpft.

Ein leichtes Kribbeln wegen der am Stoff der Kleider reibenden empfindsamen nackten Nippel läßt sie kurz aufhorchen. Und die Kirsche raschelt vor dem Fenster, als wenn sie amüsiert darüber kicherte. Das scheue Rotkehlchen berührt den schweinchenrosa Kakadu, wie Hubert Kahs Mond die Sonne, und Laetitia bei „Te Amo“ Rihanna.

Der Wecker klingelt ein zweites Mal. Sechs oder sieben Lieder durchgetanzt. Der halbe Schrank liegt mannigfaltig auf Bett und Boden verteilt. Ein süßer Rest des lauwarmen ungezuckerten Tees, und die Vielzahl verschiedenster Nuancen an Lippenstiften und Gloss am Tassenrand. Glückliche Augen, doch die Dusche ruft und mahnt zur Contenance.

Eine dreiviertel Stunde später schlüpft sie in schneeweiße Wäsche, das graue Kostüm mit der Bluse in Champagner: hochgeknöpft. Hauchfeine und puderfarbene Strümpfe, perfekt manikürte Füße darin, die sie geschwind in Pumps in Nude á fünf Zentimeter steckt, und darin grazil oder distanziert stillsteht .. Oder in die Uniform und Springerstiefel, die sie zur Polizistin oder Soldatin machen .. In die weiße Jeans, über die sie in der Klinik den Arztkittel ziehen wird ..

Ein geordneter Dutt und die Brille welche ihr gewünschte Strenge und Ernsthaftigkeit verleihen: Für eine Rolle die sie die nächsten acht Stunden souverän spielen wird.

Das Leben ist bunt, vielseitig und, wenn man so will: pure Lust!

Nicht immer so einfach, dafür umso mehr Spaß, die „drei Ichs“ im Zaum zu halten und ausgeglichen, im eigenen Interesse vor allem, zu leben.

Text & Foto: PetissaPan

Blue moon

If life’s unjust, I’m struggling, feeling tweaked or bored, grab my dog & car and go out into the blue. Into the night blue to be exact.

In my pink cashmere jacket dressed and the hand brake from my light blue Bentley released. Twenty years, high-class & captivatingly beautiful. Classy elegant as I like and want it.

On orange leather on the passenger seat next to me, Randy Andy, my silver-coloured greyhound sits full of charm & grace. She’s a lady and a diva, at the same time fragile small & exquisite fine, too. Randy Andy is wearing a velvet necklace with blue sapphires – more worth than the dearly loved pooch. The noble pointed nose arrogantly sticked up in the air. Randy Andy! I have to grin. Divine! Her slender lop ears – as if joyfully anticipating – swaying in the barely perceptible breeze as I open the windows halfway, taken the hot ride in the noble car. Our last trip is weeks ago.

Leading this luxurious sophisticated Briton, deeply & majestically humming through the sleepy streets of our city now – slowly, carefully, can hardly hold it back. We want to get out. Give us a ride! The 400 hp nervously twitching under our butts at every red light. Pure anticipation. Randy Andy yelps spontaneously when we leave behind the last houses. Highway: here we are!

I close the windows and step on the gas. Supersonic and beyond us navy blue sky: blue moon – blue mood. And the scent of noble leather and the freshly perfumed dog-girl fill my nose. My lovely girl smells of roses: sultry, deep red and full. The crazy sound of the sporty Mister B. takes me out of my thoughts and inspires my spoiled ears. That’s the way we three fly through the night and the streets belong to us. I feel hot and the smile won´t disappear from my face. My dog in trance.

Two hours later the delicate Beauty dozes on my pink wool jacket which bites the rich orange colour of the leather seats. Shhh, be quiet don’t fight and let the little One sleep! Throttled the powerful engine and driving the exquisite Briton carefully the last meters. Anybody seen my baby? No-Nobody’s aware of us! Parking at my home – until the next night – the next ride – in weeks – months. Take my softly snoring girl gently into my arms.

Wonderful night! Troubles forgotten. Who needs trouble when (s)he’s got such an amazing Englishman? Randy Andy nods in her sleep.

Wenn das Leben ungerecht zu mir ist, mich stresst, es zwickt oder zu langweilen versucht, schnappe ich mir Hund und Auto und fahre raus ins Blaue. Ins Nachtblaue, um genau zu sein. Sternenklar am liebsten – nicht sternhagelvoll.

Mein rosafarbenes Strickjäckchen angezogen – die Handbremse von meinem hellblauen Bentley gelöst. Er ist 20, luxusklassig und bestechend wunderschön. Klassisch-elegant, wie ich es mag.

Auf orangefarbenem Leder, auf dem Beifahrersitz neben mir thront voller Anmut „Randy Andy“, mein silberfarbener Windhund. Sie ist eine Dame und ganz Diva, dabei zerbrechlich zierlich, klein und fein. Randy Andy trägt ein schmales Samthalsband mit tiefblauen Saphiren. – Mehr wert als der ganze lieb verehrte Edel-Köter. Die vornehme spitze Nase reckt sie arrogant in die Höh. Ich muss grinsen. Göttlich!

Ihre schlanken langen Schlappohren schlackern wie freudig erwartend im kaum vernehmbaren Fahrtwind, als ich, die Fenster zur Hälfte geöffnet, die heisse Fahrt im noblen Wagen aufnehme. Unser letzter Ausflug ist Wochen her.

Luxuriös, mondän und gebremst zurückgehalten grummelt mein bestes Stück tief und majestätisch durch die schlafenden Straßen der Stadt. Langsam. Achtsam. Ich kann ihn kaum halten. Wir wollen raus. Uns austoben. Und die rund 400 PS zucken an jeder roten Ampel nervös unter unseren Hintern. Pure Vorfreude. Und Randy Andy juchzt und jault vor Freude spontan auf, als wir die letzten Häuser der Stadt hinter uns lassen. Autobahn, linke Spur: hier sind wir!

Ich schliesse die Fenster und gebe Gas. SupersonicStatus, über uns das marineblaue Firmament. Blue moon – blue mood. Und der Geruch von edlem Leder und frisch gebadetem Hundemädchen erfüllen meine Nase. Sie riecht nach Rosen. Schwülstig, tiefrot und satt. Der irre Sound des sportiven Engländers reißt mich aus meinen Gedanken und begeistert meine verwöhnten Ohren. Wir brettern durch die Nacht. Die Straßen gehören uns. Einmal Flensburg – Weil am Rhein? Einmal Düsseldorf und schnell zurück? Mir ist warm. Und das Dauerlächeln verschwindet nicht von meinem wachen Gesicht. Der Hund im Trance.

Zwei Stunden später döst die zarte Schönheit auf meinem rosé Strickjäckchen, welches sich mit dem satten Orange des Leders streitwillig beißt. Gebt Ruhe ihr beiden! Laßt die Kleine schlafen! Ich habe den starken Motor gedrosselt und fahre den erlesenen Briten vorsichtig durch die letzten Kilometer. Sieht uns wer? Wir sind anonym! Gekonnt parke ich ihn ein – bis zur nächsten Nacht – in Wochen – Monaten – und nehme mein leise schnarchendes Mädchen sanft auf den Arm.

Zauberhafte Nacht! Vergessen ist der Ärger. Wer braucht den schon, wenn er einen solch geschmeidigen Engländer hat? Randy Andy nickt im Schlaf.

Texte: PetissaPan / Foto: PetissaPan

An overdose romantic please

A flower coronal in softly waved long hair. A rose as the messenger of love in the left hand. – Heart side. A soft & fine blouse in a pale rose. The painted girl, imbedded in a sea of blossoms and in mildly fresh colours of nature.

What a beauty. Kunst & Kurven.

Ermm, who claims that we have to communicate by unromantic WhatsApp or SMS if it’s up to love messages & love nowadays? Who wants to get technical devices, a rucksack or a subscription for the gym as a gift from his one-and-only-loved-one?

Short hair, jeans and sneakers? In all honesty: I love this canvas by Courtois and I am not really willing to use WA & SMS when it comes to love & intimacy. Dream of getting “lovely greetings”, letters closing with „Love, ..“, old-school-letters & all kind of flowers instead of emoticons und „LG“. And who ever is slamming the door in my face instead of opening it for me? „Sorry guys, I’m a girl who’s in favour with gentlemen.”

Who claims that it’s not possible to pick the best from all the different eras and that we have to keep up with the times? And sometimes „having nothing“ can be so much more satisfying than „having a little piece of the cake“ only.

“Ma Vie” often means that there are no compromises for our wishes. And some women are still adorable in an peculiar anachronistic way today: Outdated mademoiselles with a high demand on standards, – confusing & snooty, sweet king’s daughter, affectations und bodies which are neatly wrapped up in white lace and silk with flower prints.

Foto & Text: PetissaPan

Fair enough

Das Leben ist Gegensatz 
Sichtbar machen, was fade sonst verblasst
Wie Farbe im Kontrast
Springt und saftig pulsiert

Ich möcht‘ so gern
In einem leeren Zimmer wohnen und sein
Und jeden Cent von Geld
für Reisen, gehen 
Und die Welt

Nie aufhör’n zu lernen
Nichts jedoch je wissen
Mit wachem Geist auf junge Beinen 
Kindisch staunen
Talent und Kompetenz können vereinen

Umgeben sein 
Von Ruhe der Natur
Von nichts und allen
Vom Puls der Stadt
Weinend aufstehen wie lachend fallen

Unsinnig und verspielt leicht immer wenn irre schwer
Beenden wenn der Himmel das schönste Wetter hisst
Mögen, egal was auch ist 
Und loslassen was war und wär‘

What’s meant to be will always find a way.

Ich möcht‘ frei sein mich zu binden
Unerwartet gehen
Überraschend kommen – liebkost
Dreckig und sauber sein 
Und nicht ganz bei Trost

Ich möcht‘ geliebt werden
Wenn ich es am wenigsten verdiene
Weil ich es dann am meisten brauche

Gehen können
Sobald alles gesagt ist
Doch alle Fragen offen bleiben

Ich liebe oder bin auf’s Gehen erpicht
Weil sanfte Veränderung in einem gleichbleibenden Umfeld, selten den großen Gegensatz, extrem schönen Kontrast und himmlischen Genuss verspricht.
Wie oft nur ein unausgeschlafener Kompromiss ist.

Unberechenbar
Und auf mich zählen kann
Weil das Leben von Gegensätzen lebt
Manches immer, anderes dann und wann.

Ich möcht‘.
Ich werd‘.

Text & Foto: PetissaPan

Einzelgängerinnen

Die 3 G’s treffen bei mir, wenn es um meinen Singlestatus geht, voll ins Schwarze: Glücklich. Gekonnt. Gewünscht. Nicht jeder ist schnüffelnd suchend, hoffend offen für die Liebe und eine Beziehung und hat trotzdem, oder gerade deswegen ein ganz tolles buntes Leben. Vor allem mag ich mich nicht immer wieder rechtfertigen müssen, warum das so ist.

Hat Peter Pan eigentlich eine Freundin? Nein, hat er nicht. Gut, er hat Wendy, aber Wendy ist seine mütterliche Ratgeberin. Und ja, väterliche Ratgeber finde ich auch ganz toll. Ich höre mir äußerst gern Erfahrungswerte deutlich Älterer an.

Ich mag und bewundere Gelassenheit, Geduld, Abgeklärtheit, Weisheit, Reife und Klugheit. Im Alltag freue ich mich über Mentoren, männliche Kollegen, platonische Freunde. Aber darüber hinaus? Kann ich sehr gut auch darauf verzichten. 

Der ewige Monolog

Meiner besten Freundin bin ich dankbar dafür, dass wir seit märchenhaften dreizehn Jahren fast immer andere Gesprächsthemen finden, als die Suche nach dem perfekten Mann, Heiraten oder Hausfrauendasein

Mit anderen Mädels war das schon oft anders: „Wäre der nichts für dich?”, „Du brauchst doch mal wieder einen Freund!”, „Willst du keinen Mann?”, „Jetzt bist du schon wieder X Jahre Single.”, „Der YZ meiner XY könnte dir gefallen.”, „Du hast viel zu hohe Ansprüche.”, „Willst du dich nicht verlieben?”, „Datest du etwa gerade nicht mal?” … 
Nein und danke. Und können wir bitte über etwas anderes reden: Job, Perspektiven, Politik, Kultur, Mode, Kunst, Sport und Freizeitplanung – alles ohne Mann.

In Job und beim Sport laufe ich liebend gerne zu kameradschaftlicher Höchstform auf, aber für mein Privatleben sind meine Vorstellungen etwas andere. Und auch damit bin ich nicht allein: So viele Frauen sind gerne, überzeugte, eingefleischte, situationsbedingte, liebeskummergeplagte, beziehungsängstliche, karriereorientierte oder freiheitsliebende Singles. Eine Beziehung mit einem Mann oder einer Frau wird auf später verschoben oder überhaupt nicht anvisiert 

„Willst du dich nicht verlieben?”

Als wäre die Liebe ein Wunschkonzert, ein Schokoladen-Tante-Emma-Laden, eine Eisdiele, in der wir uns die leckerste Sorte aussuchen und vernaschen .. Ein Milch-und-Honig-Schlaraffenland. Manche Frauen sind einfach gern und gut darin Single zu sein und heiß geliebt frei.

Ich habe nichts gegen die Liebe 

Ja natürlich, ich war durchaus schon sehr verliebt und werde es bestimmt auch noch mal wieder sein. Vielleicht auch nur noch ein einziges wunderbares Mal. Aber ich warte nicht darauf, zersuche und zerrede es nicht.

Ich bin eigentlich in allen Lebensbereichen gleich: Klamotten, Ausgehen, Urlaube und Liebe. Schon immer leiste ich mir quantitativ wenig. Dafür aber stets Dinge, bei denen mein Herz dann jeweils begeistert Purzelbäume schlägt. Aus der Rolle. Eine dekadente Minimalistin vielleicht.

Mit viel Liebe sowie großer Sorgfalt, Loyalität und Wertschätzung behandle ich jedes einzelne Stück, das ich besitze, und was nicht viel ist. Selten finden sich in meine Schrank mehr als drei Jeans und zehn Paar Schuhe. Und ich habe schon öfter Jahre gänzlich ohne Urlaub verbracht und ohne Mann.
Das bin ich und so zu leben macht mich sehr glücklich. Und darauf will ich eben auch in einer Beziehung nicht verzichten. 

Die Sache mit den Ansprüchen 

Sich Ansprüche leisten zu können klingt immer etwas arrogant, aber es bringt meine Perspektive in dieser Sache eben genau auf den Punkt.

Nicht brauchen müssen, sondern wollen können.“

Und ich glaube die Perspektive vieler anderer Frauen auch: Mit Mitte 20 realisiert, dass Karriere, berufliche Vielseitigkeit und Selbstverwirklichung wichtiger sind, als jemand der einen bremst oder dessen Rücken es freizuhalten gilt. Ich verspüre für mich keinen Kinderwunsch, kann gut und gerne tagelang allein und ganz für mich sein, und finde das Leben ist aufregend, voll und spannend genug – so what?!

Jahrelang keine einzige berufliche Herausforderung, inklusive Ortswechseln in In- und Ausland, ausgelassen. In der Freizeit über die Jahre das ganze ABC geturnt. Menschen kommen und gehen sehen. Denn was mich antreibt sind leben, lernen, die Welt als Abenteuer und das Erleben an sich. Den Mensch, Plätze und Interessen in ihrer ganzen bunten Vielfalt zu entdecken. Gerne auch mit Mann, aber mindestens genau so gern bisher immer ohne.

Und wenn Frau alles will?

Was mich nicht antreibt und niemals antreiben wird, sind die Biologische Uhr, „flache Geschichten ohne emotionalen Tiefgang” oder Mainstream-Paar-Gedanken.

Kinder sind toll und ich verstehe jede Frau, die sich dafür entscheidet aus vollem Herzen und hinterfrage ihre Entscheidung niemals. Aber was meine Lebensvorstellung angeht, bremste eine Beziehung, ein Mann an meiner Seite mich einfach aus. „Wie lange bleibst du wann und wo?“, „Ich möchte eigentlich nicht, dass du noch mal ins Ausland gehst!”, „Ich finde deinen Beruf / deinen Sport zu gefährlich für eine Frau”, „Willst du mich heiraten?”. Die einzig logische Konsequenz? Tschüss Beziehung, hallo Single! Und, was ich von platonischen Freundinnen und Freunden erwarte ist, dass sie mein Lebensmodell auch nicht immer wieder aufs Neue belehrend bemutternd hinterfragen. Meine Beständigkeit in manchen Bereichen kann faszinierend sein.

Solange nicht die totale Gleichberechtigung stattfinden kann, sind es zudem tatsächlich die Frauen, die auf der Strecke bleiben, wenn sie sich für Familie und Kinder entscheiden, und in Hausarbeit und Kindererziehung nicht vollkommen erfüllt aufgehen. Das, auch wenn der Partner sich ebenfalls zeitintensiv einbringt.

Ich mag Männer sehr gerne, arbeitete mit großer Freude in einer völligen Männerdomäne und manchmal liebte ich einen Mann auch tatsächlich mal als Mann. 

Meine beste Freundin zum Beispiel hat jemanden gefunden, mit dem sie mittlerweile ein ganz großartiges kleines Kind hat. Allerdings war ihr Lebensplan auch ein anderer.

Einen Mann für die „Zeit meines Lebens”, nicht „für mein Leben”

Wer nicht liebt und nicht vergeben ist, könnte sich jeden Tag verlieben. Und das ist schön! Verliebt sein ist ein so kunterbuntes leichtes Gefühl: der Bauch voller Brausestäbchen, der Kopf steht Kopf und das Herz läuft über. Alles ist toll und flamingopink. Alles neu, unbekannt, reizvoll und seine Küsse schmecken nach Vanilleeis. Wunderbar!

Und daraus kann sich auch durchaus etwas entwickeln. So es passt, so lange es passt.

Aber ich will niemanden, der mich nach einem anstrengenden Arbeitstag mit Überstunden, in der gemeinsamen Wohnung mit den Worten empfängt: „Wir müssen über unsere Beziehung reden”. Und das am Besten kurz vor Mitternacht.

Oder, wenn du dir schöne Abende im Kreis deiner Freundinnen oder Freunde machst und dein „Liebling”, immer wieder „zufälligerweise” in genau derselben Bar auftaucht. Darüber könnte ich Geschichten erzählen ..

Ich möchte einfach nur in tiefer Liebe und Vertrauen verbunden mit ihm sein. In perfekter Harmonie zwischen bereichernder Nähe und gönnender Distanz.

Tja, da spricht dann doch die große Romantikerin aus mir. Und der Freigeist, der hoch erhobenen Hauptes an der langen Leine spazieren geht, daran zupft, sich freimacht, und mit dem großen Ego und Dickkopf gerne Alleingang probt und Nerven testet. Und wenn eine Beziehung nicht perfekt passt, ist sie für mich eben eine ziemliche Katastrophe.

Ich will frei sein bis ..

Mein Leben leben, meine Träume verfolgen, arbeiten, lernen, erfahren, Karriere machen, Jobs annehmen, Jobs kündigen, träumen, künsteln, reisen, Sprachen lernen und Kühlschrank, Bad, Bett immer wieder für mich alleine haben.

So motiviert, zielstrebig, kompromissbereit und beständig ich also im Beruf und Alltag bin, in Beziehungen brauche ich Sonderbehandlung. Mein Ausflug nach Neverland kann lange dauern. Da bin ich nunmal gern. Allein. Für mich gibt es – und das ist mein voller Ernst – oft nichts Schöneres, als nach meinem Tag nach Hause zu kommen, die Wohnungstüre hinter mir zu schließen und keiner ist da, der auf mich wartet. Introvertiert eben. Ruhe und Alleinsein sind gleichzeitig Auftanken und pures Wohlfühlen.

Kinder haben Frauen wie ich als Patenkinder, als Kids von lieben Freundinnen, wir kümmern uns ehrenamtlich und vielleicht haben wir irgendwann einmal ein Pflegekind oder doch einen Partner mit Kindern aus seiner vorherigen Beziehung. Das Leben ist kein Ponyhof, aber die Möglichkeiten auf unterschiedlichste Art und Weise Glück zu finden und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, sind da.

Ich will nicht ausgebremst werden. Ich will keine Diskussionen führen müssen, keine halbherzigen Kompromisse schließen, kein anderes Leben leben. Ich bin gerne frei, passe ohnehin zu nur ganz wenigen und bedingt in die Gesellschaft, und deshalb: so lange bis es passt, ich einmal gar nicht anders kann.

Diesen Artikel habe ich in erster Linie für alle Frauen geschrieben, die so ähnlich fühlen, denken und leben und die sich hier in so vielem wiederfinden können.

In zweiter Linie ist dieser Artikel für die Freundinnen und Kolleginnen, die Frauen wie mich immer wieder versuchen zu bekehren, den eigenen Stempel aufdrücken wollen, weil sie sich in unsere Andersartigkeit nicht hinein denken wollen.

Nicht nur beim Single-Thema, ich finde Toleranz eine ganz bedeutende und wichtige Eigenschaft. Jeden Menschen einfach so zu nehmen, wie er ist und zu akzeptieren, wie er lebt, denkt und träumt. Das kann wunderbar inspirierend für beide Seiten sein – und damit die Basis für eine lange tiefe Freundschaft oder sogar eine Beziehung. 

Text und Foto: PetissaPan (Dieser Artikel erschien bei EditionF)

Unverhofft kommt oft

Wie gern wär‘ ich in meinen 20ern ein Mensch männlichen Geschlechts gewesen. Wie oft gleich hatte ich mir das gedacht und wünschend schön dabei herbei geredet …
Nur nicht besonders lang, da ich alsbald realisierte, dass die Jungs in ihren 20ern keine perfekte Zeit erlebten:

Die schönsten Körper, die meiste Energie, etwas pickelig vielleicht, ja gut. Doch vielfach schlimm gekränkt durch versagte Lust:
Frust also, der jungen Männer, die da so sehr wollten, hätten auch können, doch nicht konnten, da die Mädels das Zepter in der Hand hielten:

Das Zepter des vielfachen Ablehnens, da diese sich vor Angeboten kaum retten konnten. Und gestandene Männer, mit weltmännischem Blick, Manieren, Portmonee, ja ach, für so viel reizvoller befanden.

Für Borchardt sah’s vielleicht doch anders aus:

„„Meine Hände sind vereist““, und sie waren unter meinem Hemde um meine nackten Hüften. Ich umschlang sie und sie warf sich über mich, ohne auf die anderen zu achten. Aber Agnes schob sich zwischen uns und fing ihr meinen Mund weg, die Mädchen rangen lachend, mit einem kleinen eifersüchtigen Tone, der ihnen aufreizend reizend stand.“
(Rudolf Borchardt mit Weltpuff Berlin.
Nachlass gefundener Manuskripte dieses Schriftstellers: 70 Jahre nach seinem Tod.
So einige hatten angeblich vermutet, dass er immer der war, der sich nun zu bestätigen scheint. Doch damals spielte er recht erfolgreich den Saubermann von Welt.
Muss Mann auch können.)

Als Mädel hat Frau schön die Qual der Wahl, und denkt sich nie und nicht „Und wenn nicht der, dann keinen“.
Prinzessin auf der Erbse ..
auf dem Kirmes ..
in der Disco ..
tief im Wald ..
– so schließ die Augen, munter dreh’ dich, und zeig’ mit dem Finger auf einen den du wollen könntest. Vielleicht. Denn den Richtigen treffen wirst du allemal. Vielleicht. Köstlich freie frühere Zeit ohne Handybeweise und das ganze Tri tra trallalla der Kontrollwütigen heute. Wie sie sie wollen und suchen und fordern: die sensationellen Beweise, gehoffte Sicherheit. Verbohrt festgenagelt in verrucht verfluchter Keuschheit.

Und früher? Nur ich und du, und Müllers Kuh. Undokumentiert!

““Jetzt sterben süßer Junge“ sagte sie lächelnd an meiner Brust. „Und dabei muss ich bald weg. Noch Minuten. Noch zehn.““
(Rudolf Borchardt; Weltpuff Berlin)

Stille Wasser sind tief.
Vermeintlich phlegmatischer Spießbürger, der sich seinem selbst aufgezwungenen Zwang knechtet, und den von der Gesellschaft diktierten moralischen Ansprüchen fügen muss, um neidisch schielend, auf die ungezügelte Lust der anderen blickt, so wie es der kleine Paul auf Peters Kugel Vanille-Eiscreme tut, die Paul nämlich versagt wird, weil der Papi Arzt ist, und Wert auf zuckerfreie Kost, genauso, wie auf Kontrolle von Ehefrau und Kind, in der Familie legt.

Mut mag mit einem spannenden und erfüllten Leben belohnt werden. Gesellschaftliche Ächtung sei dann eins.
Den gesellschaftlichen Stempel aufdrücken zu lassen, oder mit den späteren sehnsüchtigen Gedanken um „hätte, sollte, könnte“ konfrontiert werden wollen?

„Unten war die Gesellschaft aufgestanden und Recha brachte den Mokka und den Cointreau in das Gartenzimmer mit der Glastür, dessen ich mich vom vorigen Male so gut entsann. Es war durch Wandschirme in Kojen aufgeteilt. Im Kabinett brannte eine rote Lampe wie in einem Puff, und waren Matratzen gelegt.
Im anstossenden Salon klimperte Meier Schlager auf dem Klavier. … Finche bot mir frech Brüderschaft an und küsste mich beim Bruderkuss lasziv.“
(Rudolf Borchard; Weltpuff Berlin)

Wie war nun Borchard?
Der, der er im Buch sein will und kann, oder ein neugierig genußvoller Beobachter, Zuhörer, und Storyteller, der, 70 Jahre nach seinem Tod, einmal mehr die Kritiker, Neider oder Hoffenden an der Nase herumzuführen weiß?

Lieblingsplatz! Café König Baden-Baden

Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan; Null Interesse an den „50 Shades of langweilig“. Vielmehr dafür an rosaroter Melancholie, oranger werdenden Herbsttagen und Borchards unerwartetem literarischen (Feuer)Werk.

Heimatliebe!

„Heimat“, aktuell heiß diskutiert:

Ob dieses, so wunderbar alte Wort, im Duden stehen bleiben darf, oder mindestens das Plural davon aufgenommen werden sollte.
Veraltet, überholt sei es außerdem.

– Wie schön! Denn hat nicht gerade Altes besonders viel Stil, tiefe Wurzeln und damit Sinn, in einer Zeit zunehmender Sinnlosigkeit?

„Heimaten“ also ..
Soll also auch hier, wie sonst im täglich rastlosen, profitgeilen, schnelllebigen, wegwerf-gesellschafts-dominierten Leben die Devise gelten, dass der Mensch sich nicht mäßigen kann und von allem viel, anstatt von tatsächlich Bedeutendem wenig haben möchte?

„Ah! petit prince, j’ai compris, peu à peu, ainsi, ta petite vie mélancolie. Tu n’avais eu longtemps pour distraction que la douceur des couchers de soleil“
(Le petit prince; de Saint-Exupéry)

Reicht nicht ausnahmsweise einmal EINE Heimat?
Oder können wir nicht sagen: „Meine 2. Heimat ist XY“, und müssen stattdessen gleich gegen den Schatz unserer Wörter rebellieren?

Wie schaut’s da aus, mit der Toleranz und dem Respekt?!

Es gibt ja durchaus die Städte, die man zusätzlich sehr mag, auch weil sie einem gut tun, sie uns fröhlich bereichern, und wir sie mit ganz großartigen Erlebnissen verbinden.
Und ganz klar gibt es diese wundervollen Flecken Erde, die das Potential zu absoluten Lieblingsplätzen haben und immer wieder haben werden.
Es gibt Orte, die es verstehen, ein wohlig aufregendes Gefühl in uns wachzukitzeln.
Und Lieblingsmenschen, die andere Städte und Länder, weil sie dort wohnen, für uns zugänglich, lohnend und herzenswarm gemacht haben.
Ich kann woanders eine neue Heimat finden.
Es gibt Sehnsuchtsorte, an die wir immer wieder zurückkehren wollen und werden, und uns angekommen, geborgen, aufgenommen fühlen, und fasziniert neugierig aufsaugen, was nur möglich ist, weil sie uns in der Ferne, zurück in der Heimat, dann fehlen werden: diese vertrauten Fremden.

Fremd ist Heimat jedoch nie & niemals.
Ein Gefühl wie die eigene Westentasche vielmehr.
Sie ist Schutz und Liebe.
Und pure subjektive Schönheit. Und das Gefühl „Hier-bin-ich-weil-ich-genau-hier-der-oder-die-sein-kann-die-ich-sonst-nirgendwo-bin“:
Verwurzelt – verliebt!
Heimatgebettet – geliebt!

So wie es auch die Plätze gibt, die man nicht mag, weil sich die Zeit in und mit ihnen wie zu lang gekautes, fade schmeckendes Kaugummi gezogen hat, und man sie mit allerlei Mist verbinden will und wird, sie als Erfahrung abtut und nicht mehr wieder sehen will.

„Le petit prince bâilla. Il regrettait son coucher de soleil manqué. Et puis il s’ennuyant déjà un peu.
(Le petit prince)

Aber „Heimaten“ statt Heimat?
Ist das nicht wie Ehefrauen statt Ehefrau?

Kann ich „Ex-Heimaten“ haben, so wie ich gemerkt habe, dass die Ex-Partner nicht zu mir passten?
Heißt hier vorwärts zu gehen, nicht nur, sich von Bewährtem loszusagen, Begriffe gewaltsam neu definieren zu wollen und sich dies passiv diktieren zu lassen, um in einer fragwürdigen Mode zu schwimmen und Entscheidungen zu treffen, die es später möglicherweise zu bereuen gilt?

Heimat.
Tradititon.
Kultur.
Tiefsinn.
Und mein süß sanft badischer Patriotismus. Dabei bin ich in Württemberg geboren.

Und natürlich bin ich stolz darauf und glücklich damit, die zu sein, und daher zu kommen, wo ich her komme, ohne mich von irgendjemandem in eine politische Richtung drücken zu lassen. Wo käme ich auch sonst hin?!
Denn wäre ich nicht genauso stolz darauf, wäre meine Heimat wo anders, oder hätte ich zwei davon?

Heimat ist eben auch Schicksal.
Glück oder Unglück, die zu neuem Glück wird.
Und wirklich nicht immer bleibt Heimat die Geburtsstadt, sondern wird die Herzensstadt vielleicht.

Es definiert jeder anders und verbarrikadiert sich dennoch und nur deswegen nicht, für neue Erfahrungen und Kontakte mit und in der ganzen Welt.

Warum sollte Heimatliebe und Offenheit nicht Hand in Hand gehen können?

Heimat ist viel mehr als nur ein Wort: Ein ganz starkes Gefühl. Und dem soll die Definition genommen werden?

Heimat ist ein Favorit und keine Wahllosigkeit!
Ein Herz, und auch davon haben wir nur eins.
Eine unbewusste Entscheidung und keine bewusste: für eine „herbstlochfüllende“ Schlagzeile an einem Freitagnachmittag.

„S’il te plaît … apprivoise-moi! dit-il.
– Je veut bien, répondit le petit prince, mais je n’ai pas beaucoup de temps. J’ai des amis découvrir et beaucoup de choses à connaître.“
(Le petit prince)

Heimat ist Heimat ist Heimat.

Nach 20 Umzügen kann ich das frei sagen, selbst wenn ich in vier, fünf Jahren vermutlich in der Schweiz wohnen werde.

Eine zweite mögliche Heimat dann vielleicht.
Und ich wünsche mir, dass der Begriff „Heimat,“ dann noch im deutschen Duden stehen wird.
Vielleicht nur könnte man die Definition dafür etwas abändern?
Vielleicht kann ein völlig neues Wort kreiert werden, von und für all‘ jene, denen „Heimat“ nicht reicht.

Gesetzte Ziele sind die Schritte vorwärts.
Der Weg ist das Ziel, so er nicht verharrend oder im Rückwärtsgang stattfindet.
Ein Rückschritt stattdessen, sich von lange Bewährtem und gegenwärtig wie zukünftig Bestehendem unwiderruflich lösen zu wollen.

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Text: PetissaPan; die kein Germanistikstudium bräuchte, um zu vermuten, dass dieser „Fortschritt“ selbst Goethe widerstrebt hätte. Und die ihr Herz für Baden entscheiden ließ und liebt.
Foto: PetissaPan; Blick vom herbstlichen Lorettoberg in Freiburg zum Schauinsland.

About me

“I’ve lived my life taking inspiration from Peter Pan.” (Richard Branson)

Ich bin: ein waschechtes Schwarzwaldmaidle. Dabei aufgewachsen, und heute wieder wohnend und arbeitend: in Baden, Baden-Württemberg, 

bin Polizistin, arbeite aber nicht mehr als solche. Heute lieber Schriftstellerin, Ghostwriterin, sowie stets Selbstdenkerin, nicht Nachdenkerin, gewesen und geblieben.

Hier kombiniere ich meine Liebe zur Literatur und das Lesen, mit meiner großen Lust am und der Leidenschaft für das Leben.

Mein Lieblingsautor ist, und am faszinierendsten finde ich: Thomas Bernhard. 

Am liebsten kennengelernt hätte ich Max Frisch.

Mein Lieblingsbuch ist Ivan Turgenevs “Rauch”.

Ich liebe ganz besonders die sanfte Schwermütigkeit und Gerechtigkeitssuche der russischen Schriftsteller, die kluge Verspieltheit des Schweizers Friedrich Dürrenmatt und ich langweile mich, bis hin zur Genervtheit, bei Kafka.

Ich schreibe mit Wissen & Übertreibung, zwischen Realität & Phantasie, gern polemisch & verspielt.

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Foto: by Hanna Thienel, Baden-Baden. Text & Zitat im Bild: von mir.

Kätzchen, schnurr!

Was lässt sich eigentlich herrlich besser kritisieren, als die Unverbesserlichen unserer Führungsetagen?

„Top of the Rocks“, reich und schön, – dank Skalpell nämlich wie eh und je, und damit die beliebt verantwortlich Gemachten, für all die anhaltend soziale Ungerechtigkeit in einer Welt voll von unrühmlicher Unwucht.

Was ist da los, mit dieser Macht, die – im Business – stets das Böse will und das Gute schafft?
Die glatte Worte spricht und schmeichelnde Mienen guckt, welche selten einen anständigen Charakter vereinen: wie es zumindest Konfuzius einst befand.
Selbstverliebt?
Süß schwankend vielleicht nur?

Ungefährlich?
„Unrasiert, zerzaust und verquollen blickt der neue Geschäftsführende Direktor Peter K. Schwarz Peter K. Schwarz im Badezimmerspiegel entgegen. Beide scheinen seltsam berührt von dieser Begegnung mit einer so hochrangigen Persönlichkeit in einem so intimen Rahmen.
(Martin Suter, „Cheers. Feiern mit der Business Class)

Klebt nicht an jedem Vorurteil ein vorwitziger Fitzel pechschwarzer Wahrheit, wie unhübsch eingesessener Kaugummi?
Hartnäckig gepappt ans 5000€-Dolce-Vita-Dress des feierlichen Silberfuchses beispielsweise, der hier, streng in die Akten vertieft. Und in dessen Tiefen, das sympathische Herz eines kleinen Jungen schlägt, den er erfolgreich zu verbergen versucht.

Polemisch, er?
Nicht und neverever, da sich viel zu sehr der negativen Wirkung bewusst, und sowieso möglichst kein Elan, neben all’ dem täglich geldbringenden Wahnsinn, für streitlustigen Kampf und eine mutige Ansage.
Die Zornesfalte spiegelglatt gebotoxt? Und Polarisierend.
Ein Glas Schampus auf dich, und wir baden darin!

„Dass sich seine Persönlichkeit über Nacht verändert hat, steht für ihn außer Zweifel, seit er sich am Morgen im Badezimmerspiegel begegnet ist, Das Verwegene, das ihm die morgendlichen Bartstoppeln noch bis gestern verliehen hatten, ist gewichen, und an seine Stelle ist so etwas wie ein Anflug von Verletzlichkeit getreten. Der Ausdruck eines Mannes, der das Opfer der Verantwortung gebracht hat.“
(Martin Suter, „Cheers“)

Ein heimlich bewundernder oder sehnend schief neidischer Blick auf das ach-so-perfekt-Leben und das bildschön eingemauerte Lächeln, das von ebenso Blitzweißen begleitet wird, wie repräsentative Ehefrau stolz die schimmernde Perlenkette um den dürren Hals trägt.

Die Geliebte gerne draller. Tätowiert, ja gern! Und um die Ecke, bei Currywurst und Pommes: ich bitte darum!

Mutig deinen Schritt ins echte Leben wagend, in deinen Louboutins, die dir trotz aller Männlichkeit einen eleganten Touch schwul verleihen. Was du natürlich überhaupt nicht hören willst, und ich verschweige, während du sprichst und dich zum siebten Mal wiederholst, nachdem du zum vierten Mal kamst. Viagra.
„Und koch’ bloß nicht für mich. Das hab’ ich schon. Zuhause, mit fünf Kindern und dem Hund.“

„Wenn er seinen Vorgänger Seeholzer abgeschossen hat, dann nicht aus niedrigen Beweggründen des Killers, sondern aus den edlen des Befreiers.“
(Martin Suter; „Cheers“)

Kocht ihr eigentlich mit Wasser oder Champagner, eure Pasta im versilberten Topf?
Schokolade zum Frühstück und Fettabsaugen in der Mittagspause?

Und wenn ihr helft, warum spendet ihr: öffentlichkeitswirksam, und macht euch nicht bescheiden die perfekt manikürten Finger etwas schmutzig, indem ihr hinlangt, mitmacht, nach unten seht?
Könnt ihr nicht? – Schlicht Hände reichen und den Blick nicht nur nach noch „obener“ richten und euch dabei den Hals verdreh’n, um hinzukomm’n, wohin nie die Sonne scheint?
Im Gegensatz zum Zweithaus am süffigen Südhang des sämigen Lebens.
Verdrehte Welt. Der Charakter könnt’s vielleicht schon sein, oder nicht.

Verzweifelt verzweifelnd – von zitronengelb bis ocker – noch nach Fehler suchend, und mein „Po“ neben dem deinen, sozusagen:
so dein Porsche meinen Polo in den Schatten stellt nämlich, im Shoppingcenter, wo ich nur bummle und du groß kaufst.
Was hast du schon was ich nicht brauch’?
Nichts. So leih mir, schenk mir, und im nächsten Leben bin ich du.

„Isabelle fasst sich mit beiden Händen an den Kopf und verstrubbelt für 214 Franken plus Trinkgeld Waschen-Schneiden-Tönen-Stylen. „Besser so“, fragt sie, und ihre Augen blitzen hasserfüllt unter den irreparablen Schäden ihrer Frisur.
Zum ersten Mal versteht Lobsiger, dass es Männer gibt, die ihre Frauen umbringen. Er holt mit der Linken weit aus und schaut auf seine Armbanduhr. „Ich gebe dir genau 10 Minuten, um das wieder in Ordnung zu bringen“, befiehlt er schneidend.
„Sonst“, fragt Isabelle und verschränkt die Arme vor ihrem neuen 1840-Franken-Gucci.
Einen Moment starrt Lobsiger sprachlos in Isabelles Dekolleté wie in den Abgrund seines Karriereendes. Dann sagt er, so vernünftig wie möglich: „…
(Martin Suter; „Cheers)

Oder lieber doch nicht?

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Text: PetissaPan
Foto: PetissaPan; Reich an Neugier.