Detailverliebte Schönmalerei

Die bodentiefen Fenster sind weit geöffnet und die leichten weißen Vorhänge wehen mal sanfter mal wilder und kitzeln den Boden aus leicht-grauem Granit. Frische salzige Luft des Meeres weht in den Raum und erfrischt. Ich höre und genieße, wie die Brandung kraftvoll an die etwas weiter entfernten Felsen klatscht.

Vor meinem Haus ist nur weicher weisser Sand, auf dem ich gerne barfuss spazieren gehe, oder die Füße darin eingrabe, meine Haut sanft damit peele.

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Bodenlange Vorhänge im herrlich parfümierten Hotel-Flur „Delano“ Miami Beach. Ruhige Alleinsam- oder Zweisamkeit allerdings Fehlanzeige.

Ich liege auf einem großen Bett mit duftig seidenweicher Bettwäsche, in die ich mich noch einmal genußvoll hinein schmiege. Es ist noch früh am Morgen und die Luft im Raum deshalb kühl. Wohlig konzentriere ich mich auf die salzigen Akzente darin genauso, wie auf die pudrige Frische nach der mein Bettlaken unwiderstehlich riecht. Die Augen halte ich geschlossen, sehe jedoch bildhaft vor mir, den großen Strauß pinkfarbener Pfingstrosen der auf einem kleinen weißen Jugendstil-Tischchen nahe beim geöffneten Fenster steht und sich blumig-süß in die leicht salzig und cremigen Duftakzente legt.

Ich hatte einen süßen Traum und meine Lippen lächeln noch davon. Ich atme noch einmal tief ein, dann öffne ich ganz langsam meine neugierigen Augen und blicke auf’s Meer, das weiter draußen wie ein ruhiger Spiegel da liegt und gerade die satte Farbe des flamingopinken Himmels wiedergibt.

Es muss noch deutlich vor 6 Uhr Früh sein. Ich liebe Rosa und ein solcher Himmel ist ein frühmorgendlicher Traum, aus dem man kaum erwachen mag.

Beinahe minütlich ändert sich nun die Farbe: Gleitet über ein Pfirsichfarben in ein warmes Apricot, welches dann immer blaustichiger wird, weil die Sonne inzwischen aufgegangen ist. Sie liegt zwischen einem gewaltigen stahlblauen Meer und einem babyblauen Himmel, an dem sich heute keine einzige Wolke verirrt hat.

Ich streichle mir mit meinem Handrücken, der noch immer einen sanften Hauch der Limonen-Handcreme trägt, welche ich gestern Abend vor dem Schlafengehen aufgetragen habe, zweimal zärtlich über meine Wangen. Sie sind ganz warm. Meine Hände kühlen sie etwas ab. Ich bewege meine Füße, recke und strecke sie und die Beine gleich dazu.

Ausgeschlafen setze ich mich auf, bevor meine Fußsohlen den kühlen Steinboden berühren, dann betreten. Ich gehe zum Fenster und auf dem Weg dorthin halte ich meine Nase tief in eine der Blüten des Pfingstrosen-Straußes. Ich inhaliere deren frisch-süßen Duft: leicht limetten-ähnlich und voll rosig rund.

Am Fenster angekommen betrete ich den französischen Balkon und stütze mich mit beiden Händen auf das geschwungene Geländer. Unten am Strand geht mein Nachbar mit seiner Hündin spazieren – „Summer-Sunshine“ heißt sie – und wirft ihr Stöckchen ins Meer.

Ich zupfe an meinem weißen Negligé das durch die feine Brise die weht mehr enthüllt als verdeckt. Es ist aus Paris und ich schweife kurz ab. Dieser Tag wird wunderschön.

Minuten später tapse ich in mein Badezimmer, welches in Weiß und pinke und dunkle moosgrüne Farben getaucht ist. Davor habe ich mich meines Nachtkleidchens erledigt und den zarten Stoff im Vorbeigehen auf die Wäsche im Bett gelegt.

Nun gönne mir eine sinnliche Zeit unter der Regendusche mit Frucht- und Vanilleduft für den Körper und jungem Efeu für mein Haar. Das lauwarme Wasser, das meinen Körper gleichmäßig benäßt und fantastisch feine Düfte beleben meine Sinne und lassen mich ein paar Minuten weiter träumen, bevor ich die Dusche schließlich entspannt verlasse und mich in meinen fliederfarbenen Morgenmantel hülle. Ein mirabellenfarbenes Handtuch, gekonnt geschwungen und fixiert um meinen Kopf, saugt die Feuchte aus meinem langen Haar.

Ein Blick in den Spiegel. „Spiegeln, spiegeln an der Wand … Danke, dass ich mich so großartig fühlen darf.“

Ich bin wach.

Der Tag kann beginnen.

Weil es millionen Möglichkeiten gibt, sich eine graue Stunde schön zu träumen. Oft haben wir gerade dann, wenn wir denken, dass wir nichts haben, die besten Ideen und Anregungen. Diese lassen sich dann ein andermal leben und einbringen, wenn wir uns nicht wegräumen wollen, sondern der Weg durch uns geebnet wurde – zu leben was wir lieben.

Wer große Träume hat, braucht deutlich länger bis er ankommt.
Das ist aber völlig egal, weil der Weg das Ziel ist und sich hinter jeder Haus-Ecke, Thuja-Hecke, Zimt-Schnecke, Bettdecke ein unerwartetes Highlight auftun kann.

Augen auf im turbulenten Großstadt-Dschungel für die Auszeit an der See.

Herzlich, Petissa

Gesellschaftsschlaf

Kritik ist wunderbar, nicht?

Produktive Kritik sowieso, und deswegen wage ich mich einmal mehr daran, in sagenhaft bissiger Manier zu lärmen. Irgendwie habe ich Gefallen daran gefunden kritisch und stachelig zu sein.
Mein kindliches Herz macht Pause: Zumindest wieder bis nach dem Artikel.
Mein erwachsenes Herz coacht: Morgen wieder.
Meine romantische Seite? Im Dornröschenschlaf.

„Erwachendes Herz, mein Prinz, wo bleibst du nur? Küss mich wach und küsse die verschnarcht schlafende Gesellschaft bitte gleich mit. Anders wird es sowieso nichts werden mit uns“ …

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(Zitat, Foto und Seidenkleid: von mir)

Die breite Masse ist eingeschlafen über Wohlstandsgesellschafts-Gejammer und versüßenden Nebensächlichkeiten, die zum Hauptthema gemacht werden. Innerlich verarmt, was sich schon länger auch auf das Außen zu übertragen anfängt.

Märchenwald-Themen und Flüge nach Neverland gibt es ein andermal wieder.

Nun fragen wir uns bitte einmal was mit dem starken Charakter, wie er alten Schriftstellern innewohnte, passiert ist?
Schriftsteller, die die Courage hatten einflussvolle Einzelpersonen genauso, wie ein ganzes Land mutig anzuprangern und Mauschelei und Frivolität vom Dunkel ins Licht zu bringen. Vielsagend, schwarz auf weiß gedruckt. Zeitungen haben sie gefüllt. Bücher sowieso.

Überhaupt die ganzen Künstler: Kritisiert da keiner mehr die “normale” Gesellschaft heute?

Alles verblasst, neben all der großen Schind und Schand auf unserer guten Mutter Erde. Wir schauen auf Extreme: Dass aber auch diese Extreme irgendwann einmal im unauffälligen Mittelfeld Zuhause waren, und wir sie dann noch hätten stoppen können …

Schöne neue Welt

Herrlich, wie ehemals große Schreiber sich entzaubernd weit aus dem offenen Fenster lehnten und die breite Masse, die Politik, den Adel und deren Überheblichkeiten und Ungerechtigkeiten bis über ihren eigenen Tod hinaus zu provozieren verstanden.

Wer kränkt heute noch und wer fühlt sich überhaupt öffentlich gekränkt? Sind Kränkungen heute nicht schon so normal geworden, dass sie keiner tatsächlich ernst nimmt und sich echauffiert?
Die schreibende Gesellschaft von früher zumindest hinterlässt ein eindrucksvolles unvergessliches Erbe unter dem so mancher gekränkte Staat noch heute leidet. Kulturgut adieu!

War es jemals so angebracht Gesellschaftskritik zu üben wie heute?

Ein Hundewelpen-Video in dem das vierbeinige Lebewesen in ein Prinzessinnen-Kostüm gesteckt wird und das wahllose Liken von schlauen Artikeln, von denen ausschließlich die Überschrift gelesen wurde. Irgendetwas läuft möglicherweise falsch.
Sehr sicher sogar.

Fast Food. Fast Life. Wo bleibt die Substanz bitte schön? Und vor allem: was ist die Substanz: Ehrlichkeit und eine gerechte Denke? Selbst Pünktlichkeit, Respekt und Achtung scheinen nicht nur völlig out zu sein, sondern sind es geworden: Ein jeder Zweite, Dritte, Vierte sich lieber am Kopf oder sonst wo kratzt, anstatt diese unproduktive Langeweile beiseite zu schieben und etwas Sinnvolles mit und für Nachhaltigkeit zu veranstalten.

Selbstliebe und Nächstenliebe: schmerzlich vermisst. Und für die Selbstverliebten wird der Karriereweg nach oben frei, aufgrund der tatenlos zusehenden unbeeindruckten, gar unbemerkten Bewunderung anderer.

Dieses ganze Gehype und Gehabe um “kleine Leute” die ein bißchen Mut haben, sich im Fernseher etwas zum Affen zu machen und damit eine ganze Nation nachhaltig bewegen … Mit süßem Unsinn ohne jeglichen Tiefgang und echten Wert.

Die ehemals „gut bekannten Leute“, die sich wieder mitten ins Bild rücken wollen, indem sie Teile oder das Ganze irgendwelchen Urwaldgetiers verzehren: Sind das die wahren Helden?

Und die „großen Leute“, die vielleicht mit Geld und Gepose auf sich aufmerksam machen wollen und denen es immer mehr es an echtem Charakter, weil an guten Tugenden fehlt. Hoffentlich nicht die Vorbilder von morgen: Ein strahlendes Ego wie ein Weihnachtsbaum und das Herz leergefegt von Menschlichkeit wie eine eisige Winternacht.

Unterhaltung, Schönheit und andere wunderschöne Dinge sind doch wie Süßigkeiten. Nämlich, ein köstliches Highlight in hübschen kleinen Portionen.

Wo sind all die Idealisten, die sich gerne für einen guten Zweck den Mund verbrennen:

Von Herzen und Kopf scheußlich unbequem bleibend, austeilend, dem ein oder anderen auch mal kräftig uncharmant auf den Schlips tretend.
Hemmungslos Spaß haben auch die, und durch den Konfetti-Regen fliegen auch die, – ausschließlich aber mit denen, die dieselben Ansichten haben, für dieselben Dinge einstehen und sich nicht zu bequem dazu sind munter zu rebellieren.

Bis sich was bewegt. Das Rad neu erfunden wird. Solange sich die Erde dreht. Weil:

Um ein tadelloses Mitglied der Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein. (Albert Einstein)

Themen, die die Welt bewegen sollten: Essentiell.
Tiefgang und die Hauptrolle: für die Basis bitte und nicht für süße Desserts und Betthupferl.
Sanft und mitfühlend sein: für die die es brauchen.

Und ein Gespür für Echtheit und Wahrhaftigkeit entwicklen bitte!

Verteufeln? Nein, das ist nur unnötiger wie nutzloser Energieverbrauch. Lieber Distanz oder in Wichtigkeiten stochern. Immer und immer wieder ohne weichgespültes umschmeicheln. Forsch, keck und frech!
Supernervig-superficial nämlich, wenn der Mensch keine anderen Ziele mehr als Feierabendbier und Fernsehen – oder Geld und Status hegt.

Pikiert die Augen niederzuschlagen. Stoischer Glanz. Gerade Düsseldorf auch an der Luxusmeile, mit seinen glatten gestylten Lackaffen: Tief raunende Motoren an der Kö und tatsächlicher Tiefgang Fehlanzeige.

Schnurrende Kätzchen auf den Schößen der älteren Herrn in den Führungsetagen und Ausbildungsstätten:
Egoschmeichlerinnen, Egogestreichelhabenwoller, Vorteilsmenschen & Gerechtigkeit passen zusammen wie Schweinefilet aus der Massentierhaltung und VeganerInnen.

Ach so, ich bleibe Idealistin, childish outside – matured inside und habe keinen Spielraum – dafür viele Widerworte – für die großen und kleinen Ungerechtigkeiten in dieser Stadt und Welt.

“James, so fahre mir bitte den Bentley vor! Ich muss hier raus. Nur ’ne Stunde oder zwei.

Your world is too mainstream!”

Herzlich, Petissa

Ringelpiez mit Anfassen

Schon einmal die falschen Pferde zusammen auf eine Koppel gestellt?

Da klatschen die Hufeisen der muskelbepackten Hinterbeine mit viel Schmackes gegen die Körper der Schwächeren und zurück. Nicht schön – ein pures Glück und ein Stoßgebet zum Himmel, dass kein Eisen die Gelenke eines anderen eleganten Vierbeiners trifft.
Wie gut, dass wir Menschen ja so viel zivilisierter sind.

Zumindest wissen wir uns so zu benehmen, uns nicht öffentlich abzuklatschen und offensiv stutig zu beißen.
Und trotzdem: Wo viele Menschen sind, prallen die unterschiedlichsten Charaktere zusammen und es menschelt. Ganz normal – wir sind nunmal keine Roboter und Kleingrüppchen-Bildung gibt es selbst in Schafherden.

Vielleicht mag glückseliges Gruppen-Allerlei ja noch auf einer Waldorfschule zutreffend sein, und im Kindergarten sowieso. Meine Mutter ist Erzieherin und deswegen kenne ich das sehr gut:
Freitag ist Wald-Tag und alle Kinder nehmen sich an den Händchen und gehen gemeinsam in den dunklen Schwarzwald. “Auf dass keines der lieben Kleinen verloren geht, und auf dass alle aufgrund diesem Zusammengehörigkeitsgefühl Stärke entwickeln mögen.”

Dabei gibt es auch im Schwarzwald keine Wölfe und Bären mehr.

Aus meiner langjährigen Zeit als Leistungssportlerin im Mannschaftsport und aus meiner gut fünfjährigen Gruppenerfahrung bei einem Einsatzzug der Polizei, könnte ich diesen Artikel zusätzlich mit zahlreichen Erfahrungen ausschmücken. Ich belasse es bei wenigen:

Wochenlang auf engstem Einsatz- und Lebensraum zusammengepfercht zu sein, mit Charakteren die du toll findest, die dir aber trotzdem nach zwei bis sieben Wochen Einsatz – 24 Stunden auf engstem Raum – irgendwann einmal anfangen auf den Keks zu gehen – wie du ihnen ja auch – mag in jungen Jahren doch noch irgendwie amüsant sein …

Aber im Leben nicht, möchte ich heute noch einmal zurück in diese Zeit und für viele Jahre in einem 4er-Bett-Zimmer in einer Kaserne schlafen und gemeinsame Waschräume mit den Jungs benutzen, immer dann wenn man nicht auf Einsatz war.
Und wenn man auf Einsatz war: in einem 10er-Frauen-Zimmer untergebracht zu sein – oder zu Hundert geschlechts-gemischt in Turnhallen übernachten zu müssen.

Gruppengefühl „par excellence“.

Ich war damals um die 20 Jahre alt und eine abenteuerlustig anspruchslose Vollblut-Polizistin: sportlich und polizeilich hochmotiviert und zickig, auch anlehnungsbedürftig, gruppenbrauchend, noch nicht bei mir selbst angekommen. Und so waren wir alle! Zum Glück, denn sonst hätte das wohl kaum funktioniert. Ab einer gewissen Reife braucht und will es das aber unter Umständen nicht mehr.

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Polizeizeit und mein damaliger Gruppen-Lieblingsmensch. (1998)

Sobald allerdings irgendwo eine Gruppe gegründet werden muss, weil rein zufällig dasselbe Ziel verfolgt wird, gibt es gerne die “Gruppenschäfer”.
Diese sind herden-optimistische Menschen, die der Meinung sind, alle zusammen könnten Friede, Freunde, Eierkuchen sein und zu Best Friends oder mindestens innigen Freizeitpartnern mutieren.

Gleiche Ansichten? Gleiche Bedürfnisse? Gleiche Vorlieben? Gleiche Werte?

Wir Menschen sind generell ganz verschieden. Wir sind ganz wundervolle, liebenswerte, sowie eigenständige Individuen, die sich an den unterschiedlichsten Punkten ihres Lebens befinden.
Menschen mit den unterschiedlichsten Gesprächsthemen, der unterschiedlichen Motivation.
Laut schnatternd händchen-haltend oder sich tiefsinnig und leistungsorientiert austauschend: Für alles gibt es eine wunderbare Zeit im Leben und wir lernen sowieso nie aus.
Da passt selten jeder zu jedem.

Nur weil wir in dieselbe Ballett-Stunde gehen, heißt das ja nicht, dass alle Sushi oder Kegelabende lieben.
Und nur weil wir denselben VHS-Kurs belegen, heißt das nicht, dass wir auch sonst dieselben Themen haben.

Nicht mal im Tierreich kannst du jedes Pferd mit jedem beliebigen auf die Koppel stellen.

Und ich mache mir heute schon Gedanken darum, ob sich mein Whippet und mein Dackel mal so gut leiden können, dass ein harmonisches Zusammenleben möglich sein wird, oder ob sie getrennte Schlafzimmer brauchen werden.

Seelen können sich wie Magnete anziehen, oder sich abstoßen. Und nur weil wir Königsberger Klopse und Kaiserschmarren total lecker finden, heißt das nicht, dass wir die beiden zusammen in einen Topf schmeissen.

Toll doch, wenn sich innerhalb von 20 und 30 Leuten ein paar liebliche Kleingruppen finden und man bezüglich dem Gruppenprojekt trotzdem am selben Strang zieht.

Und klar wird es immer Menschen geben, die nicht gern alleine sind und Menschentrubel brauchen:

Können die dann ja so leben.

Aber ist es denn der geheime Lebenstraum eines introvertierten, tiefsinnigen, ausgereiften, anderweitig interessierten Menschen, mit einem Schlag 30 neue Freunde sein Eigen nennen zu können? Woher diese Zeit und Lust nehmen, wenn es nicht der obersten Priorität entspricht und die kostbare Freizeit gerne unter tatsächlichen Herzmenschen und Herzvorlieben aufgeteilt wird?

Die Hälfte aller Menschen ist immerhin introvertiert und jeder fünfte ist hochsensibel und so besonders wählerisch in seinen Kontakten und Aktivitäten. Und da gerade diese Menschen – in ihrer Feinfühligkeit und Stille – sehr gerne überhört, übergangen und überrannt werden, sollten wir uns gerade auch für deren Bedürfnisse stark machen.

Und wenn es Gruppenschäfer gibt, ist es gut, dass es auch die toleranten Gruppenführer gibt.

Tolerante Gruppenführer sind die die tatsächlich jedes einzelne Menschlein für sich selbst erkennen, nicht nur das große Ganze sehen und trotzdem das gemeinsame Ziel nicht nur nicht aus den Augen verlieren, sondern dieses über alles setzen. Denn warum kämen wir hier sonst in dieser Konstellation zusammen?

Kein Ringelpiez mit Anfassen.

Kein Gruppenzwang.

So viele Menschen lieben und leben Paarbildungen und Kleingruppen, nicht Großaufläufe. Und da eine jede Gruppe ja schon während ihrer Gruppenzeit zusammen gluckt, darf sie in der Freizeit gerne auseinander klaffen.
So hat jedes Tierchen sein Pläsierchen, und der Mensch sowieso.

Leben und Leben lassen.

Toleranz ist toll und essentiell!

Ich coache für Selbstliebe. Und Selbstliebe bedeutet, dass wir in erster Linie unsere eigenen Bedürfnisse erfüllen und nicht die moralischen Erwartungen der Gesellschaft, die meist sowieso nur immer 50% der tatsächlichen Meinung aller ausmachen.

Herzlich, Petissa

Rainy days

Außen Elfe – innen Troll.

Wie schön, der Spruch: Unterschätzt mich ruhig!

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Wie oft können wir vom Äußeren eines Menschen eben nicht auf sein Inneres schließen.

Wie oft begegnen wir Menschen, breit wie Bäume, machen einmal “Buh!” und sie zucken hilflos zusammen. Viel hilfloser oft noch, wenn wir uns ihre Hilfe wünschen würden und sie kein Rückgrat haben: sich stattdessen zurückziehen und du niemals mehr wieder von ihnen hörst.

Wie viel Power steckt aber schon in so manchem kleinen Kind.

“Zierlich zerbrechlich” sollte man meinen und doch ist es ganz anders: Ein ordentlich Dickkopf mit frechem Selbstbewusstsein und einem klaren Ziel. Kinder sind offen, unbeirrbar und unbelehrbar in ihren Visionen. Und mutig, so sie aus einem Elternhaus kommen, in dem sie Halt und Sicherheit erfahren, oder aber auch früh bereits gelernt haben, dass sie ihr „eigener Boss“ sein müssen, weil sonst niemand da ist. Sonst sanfter, verspielter, möglicherweise auch ernsthaft “verschreckt”, aber dennoch ein Kind. Und Erwachsene können von Kindern so viel lernen.

Was nämlich, wenn wir uns aus unserer Kinderzeit – unserem damaligen freien Charakter – das beste ins Erwachsenenalter mitnehmen könnten?

Wir können!

Über die Neugier und die Vielseitigkeit habe ich schon oft geschrieben: Sie bewahren uns Offenheit, frei von Vorurteilen zu sein und selbst aus dem Langweiligsten etwas Staunendes, Neues, Spannendes “basteln” zu können. Und Vielseitigkeit schenkt uns ein Leben, das niemals langweilig wird und für immer kunterbunt und damit meist sonnig bleibt.

Düstere Wolken und Wolkenbrüche gab’s natürlich auch im Paradies: Das, weil die Natur, als auch der Mensch, den Regen braucht. Und Regen gab es auch über der Villa Kunterbunt. Davon ging und geht die Welt nicht unter.

Wann hast du zum letzten Mal einen Spaziergang durch den prasselnden Regen in der Natur gemacht?

Es ist fabelhaft wie Bäume und Gras dann riechen. Wunderschön auch, dass wir dabei fast alleine sind und die Natur so mit ganz anderen Sinneseindrücken neu kennenlernen dürfen. – Erneut neu kennenlernen dürfen.

Wann bist du zuletzt in Pfützen gesprungen? Wann hast du zum letzten Mal Regenwürmer beobachtet? Das alles geht an uns vorüber, wenn wir bei Regen nur über das Wetter schimpfen, schnell hindurch hasten oder gleich ganz Zuhause bleiben. Und als Kind war das doch so selbstverständlich, dass wir auch dann unsere Fühler nach der Andersartigkeit des nassen Wetters ausstrecken.

Warum also versagen sich Erwachsene so viel Freude, die wie selbstverständlich aus uns gelockt werden könnte, wenn wir es nur zuließen: Mit den einfachsten Mitteln und kinderleicht?

Es gibt nicht nur Businessdenke, Erwachsenenhaltung, Fleiß, Ziele und Reife.

Es gibt auch den Moment. Und in dem dürfen und sollten wir uns einfach mal erlauben Kind sein zu können und uns mit den einfachsten, unbefangensten, natürlichen Freuden ein großes Strahlen ins Gesicht zaubern zu lassen.

Im Herzen können wir Kind bleiben und dabei einfach mal durch den Regen gehen und das außergewöhnlich Schöne im sonst Verborgenen erkennen.

Du bist du. Ich bin ich.

Wie oft ich mir in meinem Leben schon anhören durfte, dass ich sprunghaft sei, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Früher wusste ich oft nicht was ich darauf entgegnen sollte und fing in der Folge an mich und mein Verhalten diesbezüglich zu hinterfragen. Diese Zeiten sind längst vorbei, da ich vor langer Zeit schon realisiert habe, dass ich damit genau das Leben lebe, das ich leben möchte.
Ich lege Wert auf sehr viel Inspiration und Abwechslung, und damit bin ich nicht allein. – Und selbst wenn ich es wäre, wäre es es mir inzwischen völlig egal, da es “my way” ist und ein anderer Weg damit nicht passend.

Wer uns in nur einem Umfeld kennen lernt, der lernt nur eine Facette von uns kennen.

Aber in je mehr Umfeldern wir Zuhause sind – uns bewegen – oder bereits waren, desto facettenreicher auch unsere Persönlichkeit.
Wir können genauso in, vom Lebensalter her, älteren Gruppen sehr viel lernen und uns prägen lassen, als auch in einem deutlich jüngeren Umfeld.
Verschiedene Kulturen werden uns inspirieren und offen werden lassen, genauso wie in jedem Beruf eine ganz andere Rolle erforderlich ist, in jeder Stadt eine andere Mentalität herrscht und wir bei allen von uns ausgeübten Sportarten, Reisen, Kursen, auf Menschen mit unterschiedlichstem Background treffen, die uns in einem gewissen Maße prägen.

Ein Leben in einer Spur mag cosy sein, eine Komfort-Zone und heimelig-gemütlich, ist aber nichts für Menschen, die mehr wollen: Mehr Eindrücke, mehr Menschen, mehr erleben. Sehr viel Inspiration und Vielseitigkeit finden wir eben nicht: wenn wir an nur einem, zwei, drei Plätzen wohnen und reisen … wenn wir in nur einem, zwei beruflichen oder privaten Umfeldern agieren … wenn wir nur an einem und immer wieder demselben Menschen festhalten.

Als ich mit meiner Ausbildung bei der Polizei fertig war – und ich wurde in 18 Jahren niemals die typische Polizistin – lernte ich privat einen tollen Jungen kennen, der sich überhaupt nicht einkriegen konnte, bezüglich wie untypisch ich für einen derartigen Beruf wäre. Damals war ich gerade 20 und sagte ihm, dass dies eben eine meiner Facetten wäre und ich am liebsten sieben Leben hätte und in jedem was ganz anderes sein würde: In einem Leben hätte ich am liebsten vier Kinder, in einem anderen wäre ich Bereiterin, Lehrerin, Anwältin geworden, und in einem reize mich der Polizeiberuf mit seiner Vielseitigkeit, und deshalb sei es eben das für mich. Vielseitige Persönlichkeiten haben tausend Träume und leben einige davon.

In Schubladen gepaßt haben die und ich noch niemals und meine Vorstellung von meinem Leben lautete bereits mit 15 Jahren, dass wenn ich mich zwischen einem langen gemäßigten und einem kurzen exzessiven Leben entscheiden müsse, es immer das kurze exzessive wäre.

Es gibt so viele Wege und Arten die uns glücklich machen und uns berühren können.

Nur die eigene Passivität drängt uns in die Normalität der Gesellschaft und das was dort geboten oder gefordert wird. Aktivität schafft, dass wir uns leben, anstatt das Leben uns.

Es gibt da diese 80-jährige Omi, die noch um die Welt reist. Alle finden das bewundernswert – aber nur die wirklich Schrägen wollen und werden es dem gleichtun. Ob ich das machen werde, oder irgendwann einmal noch ruhiger werde und mit einem Schriftsteller oder Maler in Südengland auf dem Land wohne, das weiß ich noch nicht. Eventuell studiere ich selbst noch irgendwann Kunst oder Schreiben und lebe mit einem halben Duzend Pferden und Hunden alleine in der Einöde.

Wer weiß das schon? Ich werde zumindest niemals in einem Altenheim wohnen, auch wenn ich keine Familie habe. Und wenn ich irgendwann mal lebensmüde bin, werde ich mit dem Großen Weißen schwimmen – dann ohne Käfig. Meine beste Freundin sagt schon lange, dass das was ich in meinem Leben erlebt habe, schon heute für zehn Leben reichen würde.

Mein Leben ist oft anstrengend und extrem, aber niemals langweilig: Hunderte Male aus der Komfortzone gewagt und aktuell mit meinem eigenen Innenleben beschäftigt, und der Ausrichtung auf einen (beruflichen) Richtungswechsel in einem Jahr hinarbeitend. Ich bin unendlich verträumt und romantisch verklärt – liebe Rosengärten, Elfenhaftigkeit und Koboldsspäße. Genauso habe ich aber alle BKA-Blätter, Täterprofile von Serienmördern und Erfahrungen von (Polizei-)Psychologen verschlungen und während meiner Polizeilaufbahn im Detail erfasst … selbst in das Studium Psychologie hinein geschnuppert … im Iran gelebt und summa summarum damit in tiefste Abgründe geschaut: Wie auch während meiner gewaltgeprägten Kindheit, die ich genauso hinter mir gelassen habe, wie zwei Narzissten in meinen frühen 30er Jahren.

Ich war Bond-Girl in Moskau, mein Ex ist Millionär und mein Zukünftiger vielleicht Künstler.

Wer weiß das schon? Und wer da eine durchschnittliche Persönlichkeit erwartet, verlangt vielleicht zu viel.

Was ich genau weiß ist, dass alles mit dem ich abgeschlossen habe für mich keinerlei Reiz, Irritation oder Trauma mehr birgt. Das Leben ist zu bunt und bietet zu viel um in der Vergangenheit zu bleiben. Jeden Tag können wir unsere Geschichte ein Stück neu schreiben und damit überschreiben. Auch, dass ich (bereits mit 16 Jahren erstmals) aus dem Nichts gelernt habe aufzustehen wie Phoenix aus der Asche.

Das – und überhaupt alles – geht umso besser dann, je mehr wir uns kennen und voll und ganz hinter uns stehen. Andersartigkeit zu leben, erfordert in jungen Jahren noch viel Mut, da wir erheblich Gegenwehr und Kritik “der Normalen” aushalten müssen. Wenn wir diese Phase aber überkommen ist es pure Freude und eine große Lust, einfach die zu sein, die wir von Herzen her sein wollen. Dazu möchte ich gerne jeden anregen, der dieses Feuer ebenfalls in sich spürt.

Denn dieses Feuer wird niemals schlafen: Es möchte gelebt werden.

Und es ist völlig egal, wie oft du fällst, wie sehr du fällst, wie lange eine Krise dauert, wie sehr sie weh tut: Wenn du der Mensch bist, der du sein willst und dir deine Träume und Optimismus bewahrst, wirst du durch alles hindurchgehen.

Climb the ladder of your life and your vision!

Ich bewahre mir eine gewisse Bodenständigkeit und Sicherheit. Hinzu lebe ich meine Phantasie oder Kreativität wenn ich schreibe, und ich Coache: (Ex-)Partnerinnen von Narzissten und Frauen, die eine „toughe“ Kindheit hatten. – Für Selbstliebe, für Selbstbestimmtheit, für Unabhängigkeit, für die Entdeckung, dass das Leben ein wunderbares Abenteuer ist.

Und alles was ich mache für das ich brenne, darin gehe ich mehr als nur 100% auf.

Eine Scannerin und eine Hochsensible eben.

Herzlich, Petissa Pan

Neugier und Neugier

“Menschen die ihre Nase lieber in das Leben anderer halten, statt ihr eigenes Leben bunt zu malen, verpassen ihr eigenes Leben, Issa”, sagte meine Omi damals. Und als aufgeweckte Sechsjährige hörte ich interessiert zu und fing an mir mein Leben kunterbunt zu malen. Wessen liebe Omi, das zu vererben, auch immer vergessen haben sollte: Es ist nie zu spät, über dies nachzudenken.

Warmherzig gute-Ratschläge-gebende-Omis, oder auch andere Mentoren, Motivatoren, meinen damit übrigens nicht die Menschen, die sich von Herzen für die Geschichten, das Leben und die aktuelle Situation anderer interessieren, ohne dabei Grenzen zu überschreiten.

Großzügig annehmen und aufsaugen was gegeben wird und zurückstehen wo Auskunft versagt wird.

Das Herz als Treibstoff also … Und derart Anteil am Leben anderer zu nehmen, wird knallbunt inspirieren, erfrischend lehren und uns good-hearted mitfühlen lassen. Eine ganz wundervolle Bereicherung für unser eigenes Leben, es etwas anders, verquerer, knallbunter, schriller und frecher zu machen, zu malen und frei zu leben. Süsse Neugier heißt offen zu sein, kindisch keck, zackig aufgeweckt, herzlich interessiert, freudig hüpfend bewegt, mit strahlenden Augen und einem offenen kindlichen und einem wie natürlich helfenden, harmoniebedürftigen Herzen.

Die andere Seite der “güldenen Medaille der Neugier” ist anders, weil nicht das Herz antreibt, sondern die Sucht nach Anerkennung und Klatsch und Tratsch der Motor sind. Weil man, Frau, Mädchen, News kennt, die seicht-flaches Geplänkel, oberflächliches schrillgelbes Gekicher und nichtssagende Halbwahrheiten leben und lieben. Wer sensationsgeil nach den neuesten News hascht, hat der selbst nicht viel Interessantes aus dem eigenen Leben zu berichten und ergötzt sich deshalb am rosaroten Ruhm und purpurroten Reichtum Dritter, oder an dessen dunkelschwarzesten Stunden? Schadenfreude, News-Kick, Igittigitt: Neugier im nicht produktiven Sinne, ist Sensationslust und Wissensaneignung zum kleinen Nachteil anderer und zum großen Nachteil für sich selbst.

Und was versprechen die sich vor allem davon? Ohren wie Rhabarberblätter und große Klatschmäuler gelten doch als herzlich wenig attraktiv, so sie nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Oder habe ich was verpasst? Und in der Zeit, in der sie Klatsch besorgen und in Umlauf bringen, könnten sie sinnvolles mit der Zeit anfangen: Kleine süße Mäuseröhrchen und eine hübsche vornehme Schnute, gern mit vollen Lippen, durch die Gesellschaft tragen.

Illoyale Klatschbasen passen zu loyalen, tiefsinnigen Menschen so gut, wie schlechte Werte in herzensschöne Gesellschaft.

“Lass die Leute reden – und ich ruhe gerade in der Erinnerung an mein wunderbares Wochenende. Lass die Leute reden – und ich platze fast vor Vorfreude auf heute Abend. Lass die Leute reden – und ich zelebriere den Moment, buche den nächsten Flug, nehme den nächsten Auftrag an, lebe. Während du noch quasselst, schaffe ich Substanz und wunderbare Erlebnisse und Erfahrungen, die zu ganz zauberhaften Erinnerungen für mich werden. Und das kannst du auch. Wenn du aufhörst zu klatschen, tratschen, Infos rausfinden, aufwühlen, dich dadurch definierst und anhimmeln läßt “was du nicht alles von anderen weißt”.

Wissen ist nur dann Macht, wenn es dabei um dich selbst geht. Wenn du das Beste aus dir herausholst, um für dich weiterzukommen. Wenn es sein muss und du das brauchst, auch gerne ganz nach oben.

Jedem sei Erfolg gegönnt!

Und dich um dich zu kümmern, das ist der Schlüssel zu deinem Glück: Sobald du erkennst, dass echte Freundschaft Loyalität verlangt und sobald du erkennst, dass du nur mit dir selbst konkurrierst, und du nur dir selbst im Weg stehen kannst, geht dein Leben los. Alles andere ist Bockmist: ohne langanhaltende Substanz, etwas stinkig und vollkommen unnötig.

Sein süßes Gleichgewicht auf vier Füßchen zu verteilen, anstatt nur auf zwei mit großer Schnauze zu stehen und sich nicht mit anderen messen, sondern andere unterstützen. – Größe und Reife und das was du tief in dir vermisst, bis du es lernst.

Sei kein Menschen, dessen Augen niemals mitlachen, wenn der Mund es tut.

Interessiere dich sehr für das Leben anderer, frage Löcher in den Bauch, nimm Anteil, mit freundlichen Kinderaugen und offenem Herz und Verstand. Lerne, und lebe dann auf deiner Spur. Krabbel auf die höchsten Bergspitzen, geh durch die tiefsten Täler, aber tue das auch mal schweigend. Dann hören wir nämlich auch, was andere uns zu sagen haben. Manche Hinweise und manche Menschen sowieso, sind nämlich ganz leise. Und oft besonders weise. Meine Beobachtung ist die: Menschen, die Klatsch leben, hören dir nicht zu, wenn du tatsächlich mit ihnen sprichst. Sie sind abgelenkt, auf Abwehr, ihr Bild von dir könnte nämlich bröckeln, weil sie sich ein ganz eigenes Bild aus Unwahrheiten von dir aufgebaut haben. So switchen sie zwischen Sticheleien, falschen Komplimenten und völliger Ignoranz.

Wer Gefühl hat, erkennt das. Wer Charakter hat, lässt sich damit nicht ein.

Es geht doch so anders: Leinen los für das eigene Leben! Der Kurztrip nach Irgendwo, Stille genießen im Nirgendwo. Action und Nightlife in Städten die niemals schlafen und gelegentlich zum Affen machen mit albernen Sachen. Das Sonntagsdress am Montag und mit löchrigen Jeans und Barfuss beim wochenendlichen Flanieren auf der Rue Royal, oder wo auch immer. Kontaktbörsen, alleine losziehen, mit Freundinnen beim Champagner-Frühstück, mit der Gesichtsmaske zum Bäcker um die Ecke und im Bikini am Strand von St. Barth. Sich mit dem alten Mann im Flugzeug zu unterhalten, mit der alten Frau im Buchladen, und mit Menschen, die ganz anders sind als du, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und sich damit, mit ehrlichem Wissen und Weisheit auf die Strasse bringen. Linke Spur, mitte, rechts, ganz wie du magst.

Und die Moral von der Geschicht’?

Wer selbst ein spannendes, erfülltes und selbstbestimmtes Leben führt, hat es nicht nötig seine Nase in die Angelegenheiten anderer zu stecken.

Genuss für Stilmenschen – Stil für Genussmenschen

Perfektion ist langweilig. Guter Stil aber ein Must, oder nicht?

Ich streite mit Männern nicht beim ersten Date, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Ich sehe und entscheide. Bezahlt er wie selbstverständlich und von Herzen gern, und waren seine Manieren die ganze Zeit über schon zum Dahinschmelzen, hat er eine wunderbar große Chance mich wiederzusehen. So er das auch gerne möchte natürlich. Es gehören bekanntlich immer zwei dazu:

Zwei mit denselben Ansichten. Zwei mit denselben Werten. Zwei mit derselben Art zu locken und zu werben.

Neben Intelligenz gibt es sicher nicht viel was einen Mann derart sexy macht, wie sehr gute Umgangsformen und Großzügigkeit: Old-School, Gentleman, Autotüren aufhalten und „Charmanz“. – Was meine eigene Wortkreation aus charmant und Eleganz darstellen soll.

Ich schmelze dahin! Und dabei sind genannte vier Eigenschaften sogar völlig kostenbefreit, gratis und nur einer guten Kinderstube geschuldet. Für mich ist es definitiv genau das und da bleiben meine Anforderungen hoch – welchen ich übrigens auch selbst gerecht zu werden versuche, auch wenn ich Pommes durchaus auch mit den Fingern anfasse und zum Mund führen kann.

Be the type of person you want to meet.

Nennt mich arrogant, nennt mich “zu hohe Ansprüche habend”, es interessiert mich wirklich nicht. Es sind meine Ansprüche, nicht die meiner Kritiker oder allgemeiner Pessimisten. Zu den „Zwei die zusammen gehören“, gehören unter Umständen eben auch dieselben Genusslüste und Enthaltsamkeiten.

Im Umkehrschluss ist es Geiz, Knauserei und schlechtes, zu lässiges Benehmen, was wir absolut unsexy finden und am liebsten ganz schnell wieder vergessen. Hochsensibel sogar, bin ich bei schlechten Manieren. Zumindest was eine Liebe angeht. “Und Freunde werden?” “Auch nur bedingt. Eher unwahrscheinlich, denn wir sind einfach viel zu verschieden.”

Schöne neue Welt?

Mich macht es furchtbar nervös, wenn ich mit Männern zu tun habe, die hektisch mit den Händen, – zwei Finger spitz abgespreizt – vor ihrem Gesicht umher fuchteln während sie sprechen. Wild gestikulierend: Kantig, eckig, nicht weich und fließend. Abrupt, plötzlich unerwartet. “Huch! Erneut erschreckt!”
Scheint das neue Cool zu sein. Ich sehe immer mehr von Ihnen. Auch welche, die ein Online-Business betreiben und ihre Zungen auf den Fotos keck mit aufs Foto recken.

Gefällt? Mir nicht!

Alles gut und jeder wie er mag: Meine Toleranz ist groß und Andersartigkeit garantiert, dass jeder das bekommt, was er sich von Herzen wünscht.

Wünsche und Tun und nun spreche ich doch einmal davon, was wir Frauen alles für die Auserkorenen der Männerwelt tun:

Seit ich mich mit dem starken Geschlecht verabrede, und das dürften nun gut 20 Jahre sein, ist es noch niemals vorgekommen, dass ich mir nicht(!) stundenlang zuckersüße Gedanken darüber gemacht hätte, was ich besonders Schönes tragen werde für ihn. Wie oft auch habe ich mir etwas Neues für ein erstes Date mit dem Erwählten gekauft: Sei es ein neues Kleid, neue Schuhe oder auch “nur” ein neuer toller Lippenstift von meinem Lieblingslabel, das wir nicht bei DM finden. Die Antwort? Jedes einzelne Mal. Mit großem Genuss und Vorfreude.

Um meinen Look für diesen Nachmittag, diesen Abend, mit diesem einen Mann, den ich charmant und feminin nämlich beeindrucken möchte, toll und angemessen zu machen, ist er mir Aufwand sowie finanziell gut etwas wert.
Ich mache mir Gedanken und möchte unsere Begegnung respektvoll und wertschätzend zelebrieren.

Was Besonderes einfach!

So oft verabrede ich mich nämlich nicht, weil auch hier bei mir gilt: Qualität vor Quantität.

Und ich zelebriere für mein Leben gern und bin für mein Leben gern Frau und von Männern umgeben, die es verstehen mir auf elegantem Wege dieses Gefühl vermitteln zu können. Großzügig bin ich zu mir selbst schließlich auch und anderen gegenüber ebenfalls sehr gern und gut. Ich liebe es einen gewissen Luxus und Klasse zu leben und zu zelebrieren, da passt einer, der geizig mit Geld und Emotionen ist gleich zweimal nicht zu mir.

Vor drei, vier Jahren sass ich mit einem besten Freund von mir, in einem schönen Hotel in Baden-Baden auf der sommerlichen Terrasse. Wir trafen uns zu Kaffee und Kuchen und überhaupt endlich mal wieder, da ich gerade monatelang im Iran gewesen war und wieder dorthin zurückzufliegen hatte. Besagter Freund ist Geschäftsführer und Inhaber eines mittelständischen Unternehmens bei Baden-Baden. Millionär, mit goldenem Löffel im Mund geboren und geerbt. Davon gibt es in Baden-Baden so einige.

Nun sagt der Volksmund ja immer wieder, “dass man von den Reichen das sparen lerne”. Karl Lagerfeld hingegen meint, “dass man das Geld zum Fenster hinaus schmeißen müsse, damit es zur Türe wieder hinein komme”.

Ehrlich? Ich mag und favorisiere Lagerfeld.

Nicht das krampfhafte Sparen bringt das Geld, sondern gute Glaubenssätze die Geld und Reichtum betreffen, genießen zu können und zu gönnen, sowie eine gute, fleißige Einstellung zur Arbeit – ein Business, das man liebt.

Die Bedienung brachte den Kaffee und stellte diesen sorgfältig auf den Tisch. Mein alter Freund setzte sich um, da ihn die Sonne blendete. Er zog die Tasse nach und verschüttete dabei eine gute Menge aus der Tasse in den Untersetzer. Nun, wie lösen wir dieses Problem? Stil hätte es wenn man Servietten dazu benutzt hätte, den Kaffee vom Unterteller aufsaugen zu lassen. Mein guter Freund aber hob die Tasse an und schüttete die flache Brühe aus dem Untersetzer zurück in seine Tasse und mir bleibt der Mund offen stehen.

Nicht schön. Selten vielleicht. Stilvoll? No!

Aber: “Man könne doch den Kaffee nicht verkommen lassen.”
Etwas nicht verkommen lassen wollen in allen Ehren, aber sorry nicht sorry, so etwas schickt sich überhaupt nicht. Nicht im Garten eines gehobenen Hotels in der Sommerhauptstadt Europas und auch nicht sonst wo. Und die TischNachbarn hatten es auch gesehen und irritiert getuschelt, was ihn dann doch zum Nachdenken bewegte. „Der Martin, ne?“ Sonst ein ganz feiner Kerl, wenn wir fein nicht im Sinne von Feingefühl meinen.  Denn Geld zu haben schließt nicht aus, es nicht genießen und stilvoll leben zu können.

Und dann war ich vor einigen Jahren mit einer Kollegin in einer sehr eleganten Bar: Sie bestellte einen Cocktail und motzte folglich den ganzen lieben langen Abend über die unverschämt hohen Preise und verdarb mir den Spaß.

Sie hatte überhaupt keine Augen – vielmehr Geschmacksnerven dafür, dass der Cocktail genial lecker war, und dass wir in einem ganz großartigen Ambiente damit sitzen konnten. Die laue Sommernacht war geradezu perfekt dafür, sie auf genau dieser Terrasse sitzen zu können. – Inmitten anderer genußfreudiger Menschen. Die stilvolle LoungeMusik. Die sanfte Beleuchtung. Und der perfekte Service. Leider konnte ich diesen Abend dann auch nicht so genießen, wie ich es mit einem anderen Menschen an meiner Seite getan hätte, der sich genauso sehr über dieses wunderbare Plätzchen auf Erden und den kulinarisch alkoholischen Hochgenuss gefreut hätte.

Altstadt-Bierchen-Getrinke, Pubs, Sportbars und die Dorfkneipe:

Kenne ich alles und will ich nicht mehr. Und, da bin ich dann die absolute Spaßbremse, die Langweilerin, die Zicke, die Unlustige … weil’s mich nervt und ich nach Hause in die Ruhe möchte.

Genauso habe ich für mich festgestellt, dass Leute, die nicht stilvoll genießen wollen und mir damit in der Vergangenheit so manchen Besuch einer Luxus-Lokalität verdorben haben, eben nicht so wirklich zu mir passen. Gar nicht mehr.

Eine umso größere Freude ist es hingegen sich mit Freunden, die eine genauso große Affinität für Stil und sanfte & ruhige Eleganz haben, öfter mal Zuhause zu treffen und sich leckeren Tee zu kochen oder kostenfrei spazieren zu gehen, in der freien Natur.

Verzicht ist der größte Genuss?

Ich finde es bereichernd, andere Geschichten und Erfahrungen von Dritten zu lauschen, zu erfahren was sie so umtreibt und antreibt. Und da sind so viele lustige und unterhaltsame Storys dabei und ich freue mich darüber, dass jeder auf seine ganz eigene Art seine Art von Genuss und Freude lebt.

Ich habe auch Bekannte, die kein Problem damit haben, wenn das Date-Pendant von Elite-Partner, zum ersten Date ins Restaurant mit Flip Flops kommt, überhaupt kein Gentleman ist und man sich am Ende die Rechnung teilt. Jeder gerne wie er mag! Es ist alles eine Frage der Priorität, des eigenen Stils und selten nur eine Geldfrage. Denn Qualität vor Quantität leben, kann jeder und will jeder, der seine Priorität so setzt.

Was bist du bereit dafür zu opfern, das zu bekommen was du wirklich willst?

Regelmäßiges Um-die-Häuser-ziehen? Regelmäßige Urlaube? Wer Qualität und Klasse liebt, der muss möglicherweise deutlich öfter zurückstecken, wenn er das leben will, was er sich vorstellt. Er bleibt dann nicht die sieben Nächte im 3-Sterne-Hotel, sondern nur die eine Nacht im 5-Sterne-Hotel in Bestlage. Er wird auch nicht jedes Wochenende durch laute Bars ziehen und sich ein Bier nach dem anderen bestellen. Er wird seltener ausgehen. Wählerisch. Wählt Locations, die Stil, hohe Preise und Klasse beinhalten. Den Rest macht er es sich alleine oder mit Freunden, dafür nicht weniger stilvoll hübsch und schön.
Und eventuell wird er auch sehr viel arbeiten, um sich immer mehr solcher besonderer Einzelstücke leisten zu können.

 

Karriere für Unersättliche

Vor längerem bereits, habe ich einen hochinteressanten Artikel über ein Interview bezüglich dem Thema “Biografien jenseits der Norm gelesen”.
Von Unabhängigen und Unangepassten, dem Freidenken und einer großen Abenteuerlust dem Leben gegenüber, war darin die Schreibe. Auch einem großen Hang zum Querdenken und dem riesengroßen Bedürfnis – der überwältigend großen Neugier – hinter die Fassaden der Normalität blicken zu wollen.

Nun ist eine “ungewöhnliche Biografie” heute ja ohnehin eine, die an weit mehr Mut und Sensibilität geknüpft ist als vor ein, zwei Jahrzehnten noch. Deshalb, da sich auch unsere geregeltere Berufswelt bereits gedreht hat und immer schneller dreht: Dank Digitalisierung und Globalisierung. Flexibilität und räumliche Mobilität, stehen heute außerdem genauso auf der Wunschliste der Arbeitgeber. Wie der Wille und die Tat des Arbeitnehmers, sich regelmäßig – besser übermäßig – fortbilden zu wollen und zu werden.

Toll, die eierlegende Wollmilch-Sau!

Spannende Vielseitigkeit! Aber das bitte nicht für nur einen einzigen Arbeitgeber. Wir wollen uns doch selbst auch bereichern. Und Toleranz ist nicht verhandelbar – was für beide Seiten stehen sollte – und was ich in jedem Bereich ganz großartig finde.

Und einen zweiten Job zu machen: heute längst nicht mehr so aussergewöhnlich, wie “früher”. Ich weiß noch, wie ich vor gut 10 Jahren mit einem ersten Freund, auf einer Rundreise mit dem Camper, in Neuseeland war. Dort war uns im Gespräch mit den Einheimischen aufgefallen, dass sie fast alle einen zweiten Job inne hatten, um sich ihr Leben & ihren Luxus zu finanzieren. Mein Freund fand das seltsam und nicht wünschenswert für sich, für uns, für Deutschland. Ich hingegen fand das spannend!

Wie toll, noch mehr Rollen spielen zu können, wenn man sich am besten zwei völlig unterschiedliche, gegensätzliche Jobs dafür sucht: Eventuell hat jemand eine Ausbildung zum bodenständigen Beamten gemacht und dazu einen Nebenjob in der außergewöhnlichen “Draußen-Zuhause-Aktivsport-Branche“ … Oder den Dr. in spiritueller Psychologie – gehüllt in knallbunte Gewänder, inmitten duftender Räucherstäbchen, im Hippie- und Coach-Modus  …

Oder wir tauschen die Rollen: Fahren unseren Hauptberuf vom Vollzeitberuf auf 33% hinunter und verdienen immer mehr Geld mit einer Sache, für die wir über die Jahre zu brennen angefangen haben. Je mehr desto lieber!

Beinahe süße Hobbies zum Geldverdienen.

Die Bereitschaft dazu, in seinem Leben völlig unterschiedliche Rollen aktiv spielen zu wollen, wird als wunderbar positiv dargestellt. Was sie fraglos ist! Vor Jahren aber undenkbar war.
Sich abzuheben, (s)ein Anderssein zu leben, gar: gewisse Respektlosigkeiten gegenüber Autorität und Ansicht wird ebenfalls geradezu gepriesen: Zu viel Enge und Mottenkugel-Spießertum, eingestaubte alte Denke – ist von gestern.

Aus der Mode kommt hingegen niemals: Respekt gegenüber der Natur und den Menschen im Allgemeinen zu zollen.

Sprach der im Interview dazu Befragte über mich? Mein Aufbäumen und sanfte Scherze treiben, mit sinnlosen Konventionen und ihren folgsamen Vertretern ist wohl bekannt: Bei der Polizei habe ich gerne sanft rebelliert, wenn es beispielsweise um völlig sinnbefreite Kleidungsvorschriften ging. Warum sollte ich den Dienstpulli nicht tragen dürfen, nur weil man im Rahmen der “Einheitlichkeit” jederzeit gleich aussehen sollte, so man als ein Streifenpaar unterwegs war? Mir war kalt.
Und warum sollte mein männlicher Kollege den Pulli anziehen müssen, wenn ihm warm war und er das kurzärmlige Diensthemd bevorzugte? Es wurde schließlich und immer wieder, von unserer oberen Autorität festgelegt, was am jeweiligen Tag zu tragen war: Und mich hat das herzlich gar nicht interessiert. Ich war und bin ein Querdenker und Quertuer. Und ich weiß: Jeder Mensch ist dann am besten, wenn er sich wohlfühlen kann und nicht mit dümmlichen Kleinigkeiten aufgehalten, sondern mit einer sinnvollen Aufgabe betraut, anstatt unterdrückt wird.

Schule ist auch nicht für jeden.

Es gibt so viele Kinder, die so viel mehr im Leben lernen würden, wenn sie mit ihren Eltern die Möglichkeiten hätten, ein paar Jahre um die ganze Welt zu reisen. Reisen, fremde Kulturen erleben, Sprachen erlernen tut so wunderbar viel für unser Weltbild und für unsere späteren Karrierepfade. Wir Menschen sind nunmal nicht gleich. Für manche ist die Schule genau die richtige Art zu lernen, für andere ist sie das nicht. Dafür gibt es tausende Gründe.

Neulich wurde ich gefragt, ob ich mehr “der Macher” denn “der Denker” sei. Ich bin wohl beides. Allerdings ein sehr kreativer Denker, der nicht in Schubladen denkt und nicht in Schubladen gesteckt werden will und dies zulässt.

Die meisten der querdenkenden und super-toleranten Ungewöhnlichen, mit einem erfrischenden und außergewöhnlich erfolgreichen Lebenslauf, spielen ein breit gefächertes Selbst an Persönlichkeiten. Dabei ist jede Persönlichkeit absolut authentisch.

Zielstrebigkeit, Business-Denke, Zuverlässigkeit, Biss und Erfolg schließen nicht aus, auch ein kreativer Träumer, sanfter und sensibler Mensch zu sein. Nein, es gehört sogar dazu!

Schauen wir uns eine Coco Chanel und viele Schriftsteller, andere Künstler an: Sie arbeiteten tatsächlich bis zu ihrem letzten Tag.

Wie sehr hat es mich gelangweilt, als Kollegen meiner alten Dienststelle davon schwärmten so bald als möglich oder “wann endlich” in Rente gehen zu können. “Und dann?” fragte ich mich.
Süßes Nichtstun finden Menschen mit aussergewöhnlichen Biografien bestimmt für ein paar Stunden – auch mal Tage – interessant. Im Endeffekt ist es aber so, dass sie ihre Tätigkeiten, ihre Aktivität, ihre Produktivität, lieben.

Dinge pushen zu wollen, etwas zu bewegen, täglich zu arbeiten, das wollen sie deswegen, weil sie sich diese Arbeit bewusst und nicht aus einem plumpen Sicherheitsdenken heraus auswählen. Zumindest nicht als Vollzeit-Beruf dann. Und wenn doch? Dann hat der gute Mensch Energie für zwei und dreht privat noch ein zweites Mal voll auf erneute 100%. Ungewöhnliche Biografien, ungewöhnliche Menschen, sind nicht selten sehr viel näher am Boreout, denn am Burnout.

Ich bin mir heute sehr sicher, dass ich in der Zukunft mindestens drei Berufe/unterschiedlichste Jobs parallel jonglieren werde. Irgendwie habe ich genau damit schon lange angefangen. Und irgendwie war ich so auch schon mein ganzes Leben lang. Nur bewusst gesehen habe ich es nicht. Ich liebe und lebe für gute Arbeit. Und wenn ich Lust auf ein Studium habe, dann mische ich das noch zusätzlich darunter, dazwischen, dahinter. So wie andere, die mit einer ungewöhnlichen Biografie aus der Masse heraus stechen.

Sabbat-Jahre … Lücken im Lebenslauf, weil man ein Jahr mit Ärzten ohne Grenzen unterwegs war und darüber gebloggt hat … In allen Branchen Zuhause und das gern und anhaltend … Berufliche Umbrüche … Ein Studium mit 50 … Früher nicht denkbar – dann immer mehr toleriert – heute gewollt und favorisiert!

Tatsächlich ist es uns aber sehr gleichgültig, was andere über uns denken.

Gott sei Dank! Wie sehr habe ich mir gewünscht diesen Satz einmal aus vollem Herzen schreiben zu können. Daran habe ich mir lange die Zähne ausgebissen und dann ist es endlich tatsächlich genau so gekommen. Der letzte Meilenstein zu meiner Unabhängigkeit. Die ungewöhnliche Biografie war schneller – doch nicht ganz vollständig.

Toll, dass auch die Big Bosses in den führenden und nach vorne schreitenden Konzernen länger bereits umdenken und keine Mitarbeiter mehr favorisieren, die schnürchengerade, mausgrau und piekfein nach dem Mund reden, leben und tun. Langweilig. Unecht. Weil endlich erkannt wird, dass der Mensch dafür gemacht ist, das am besten tun zu können, was ihn antreibt. Und manche sind besonders getrieben, leben eine besondere Vision, vielseitig aufgestellt, auch ihr kindliches-Ich einbringend, das in der Berufswelt wunderbar unterzubringen ist, wenn es nicht Überhand nimmt.

Wenn dich da der spießige Manager oder Personaler im alteingesessenen Betrieb nicht will: So what! Da gehörst du sowieso nicht hin.
Will alles! Und nicht den einen 9 to 5 Job und das gewöhnliche Leben Zuhause nach Feierabend.

Bau dir deine Karriere wie ein Puzzle.

Sei fokussiert, mutig, wollend und voll Energie dafür, nicht all deine Energie in nur eine einzige Sache zu stecken. Wobei, eigentlich schon, in das nämlich wofür du brennst. Und das ist bekanntlich eine ganze Menge!

Sehnsucht und Romantik

Jenseits von Nähe. Jenseits von Afrika.

Ist das nicht ein ganz wundervoller Film? Ich zumindest habe mich damals – es muss um die Jahrtausendwende gewesen sein – gleich doppelt verliebt: in den geheimnisvoll sanft verwegenen Robert Redford und die ganze zelebrierte, erzählte, perfekte Liaison zwischen Karen Blixen und dem Hunter Denys. Wobei, so ganz richtig ist das nicht, denn gelitten habe ich total: mit Karen. Immer zurückbleibend und wartend. Kaffee anbauend und verzagend. Sich verzerrend nach der Liebe ihres Lebens, die dann eines Tages gar nicht mehr wieder zurück kam.

Himmel, habe ich geweint. Um seinen Tod, aber vor allem um ihre verlorene Zeit. Denn zuvor: Wie sie am Kaminfeuer sitzen und beide in Stille lesen .. Wie sie erfundene wunderschöne Geschichten zum gemeinsamen Essen erzählt .. Wie er ihr langes Haar im Fluß zärtlich wäscht .. Das ist pure wundervolle Romantik für mich. Bis mir das zu viel und zu bunt, beziehungsweise zu wenig bunt wird.

Kann ich Nähe leben?

Ja, aber nur dann, wenn Man(n) mir die totale Freiheit und die ganze Welt gleich mit dazu schenkt.

Und bitte keinen Versorger, Bodenständigen mit konventionellen Vorstellungen oder einem goldenem Käfig. Ich lasse mich nicht fangen und lebe nach meinem Kopf und freien Willen. Heiratsanträge abgelehnt, die Ex-Freunde längst verheiratet, liiert und ich? Die Freie, Unzähmbare. Petissa Pan. Peter Pan. In meinem nächsten Leben bin ich der Junge der nicht erwachsen werden will und in diesem Leben schreibe ich noch ein Kinderbuch. Versprochen!

Aber, mein Geständnis: Ich war schon im Gefängnis:

Mein Sommerurlaub 2014 in Miami am Beach. Und nein, am Beach war ich damals leider kaum, obwohl mich wenig an Natur so sehr berührt wie das Meer: Flach wie ein Spiegel .. still, alt, ruhend .. sich dann kräuselnd .. brodelnd, kochend .. riesige Wellen .. und der große Weiße mittendrin. Südafrika, Gansbaai ich komme! Irgendwann.

Das Meer also, eine Naturgewalt und eine der schönsten und mächtigsten mit dazu. Irgendwie war ich in diesem besagten Sommer wohl vollkommen depressiv und kläglich, schwächlich, bleich und apathisch am Sterne-Pool des blendenden, viel zu weißen Art-Deco-Hotels in der ersten Reihe. Hätte ich doch! Wäre ich doch! Kaum zu glauben! Und noch sehr viel weniger Space als für Karen auf ihrem Acker am Fuße der Ngong Berge.

Freiheit ist das Einzige, Alleinige, Wunderbarste das zählt.

Und du. Ab und an, denn Verzicht ist doch oft der größte Genuss. Für den der Liebe lebt.

Ja ja, meine Mount Everest hohen Ansprüche: So viel mehr und Freiheit gleich, als die nicht verhandelbar Basis dazu. Einmal habe ich es bereits genau so gelebt: Leinen los und ich unterwegs, toughe Pläne schmiedend, tänzelnd in der Ballettschule, lachend, tollend, Wildfang, und alleine beim abendlichen Ausgang ..

Kein Argwohn, keine Fragen, keine Diskussionen, keine Kontrolle. Stattdessen mein blindes wie dummes Vertrauen: Meinem Ex gegenüber, der mir als allererster Mann das Gefühl gab mein enormes Distanzbedürfnis respektieren zu können, gar zu wollen .. Tatsächlich und nachweislich aber ein Kind mit einer anderen gezeugt hat (“Igitt!”) und mein Handy hackte um die totale Kontrolle zu haben und alles mitverfolgen zu können, was ich mit Freundinnen, Kollegen und Familie schrieb (“Einmal die ganz knallrote Karte dafür!”). Pfui und nochmal pfui, auch wenn Wissen unsere größte Macht ist. Gell!

Leute, das passiert! Das ist das Leben und mein knallbuntes sowieso! Ich brenne und verbrenne und warum nicht? – War ich doch schon immer und werde es auf ewig sein: eine Frau, die lieber mit einem “Oops” statt einem “What if” lebt. Angezogene Handbremsen mag ich nur bei bildschönen Sportwägen. Wenn man genug auf der linken Spur geflitzt ist und sie anschließend in der Garage sicher verräumt werden. Gut Essen geht. Den Tag ausklingen läßt.

So, und nun muss ich tatsächlich überlegen und in mich fühlen: Gibt es wirklich nichts in meinem Leben, das mir mehr zuwider ist, als wenn mich jemand meiner Freiheit beraubt, beziehungsweise mich sanft schubst sie aufzugeben?

Genau. Yes. That’s it. Merci!

Raub oder Schubs: ich kann mich mit keinem von beidem auch nur ein wenig anfreunden und auch nicht mit allem was ähnlich wirkt, klingt und somit in den selben Wortfamilien Zuhause ist. Freiheit bitte! Die ganz große Portion mit Schlagsahne! So liebe ich das und so lebe ich das. Und ich tu auch keinem was. Gehe bloß zum Sport, zum Tanzen (allein), schreibe, lese, höre gute Musik und bin mit mir selbst und anderen Menschen glücklich und zufrieden.

Verzehre ich mich irgendwann in Sehnsucht – komme ich zurück. In 2 Wochen. In 2 Monaten. In 2 Jahren. Denn bei Jenseits von Afrika – ganz klar – bin ich nicht die Blixen bei der Farmarbeit. Ich bin Denys. Frei wie ein Vogel. So soll das sein.

“Ich hatte KEINE Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge: war aber da ..”

 

Bauchgefühl für Herzmenschen

Bauchgefühl – mal bißchen anders …

Wer von uns hat sich nicht auch schon einmal, oder auch schon mehrfach, herzhaft darüber geärgert nicht auf seinen Bauch gehört zu haben? Und wer hat schon einmal ganz derbe daneben gegriffen, als er sich beim Ignorieren seines Bauchgefühles, eine blutige Nase im metaphorischen Sinne geholt hat? – So häufig und oft es auch angeklopft hatte: erst sanft, dann stärker, dann (eigentlich) nicht mehr zu ignorieren.

Und gerade Herzmenschen: Immer viel für andere da.

Als Herzmensch sind wir einfach jemand, der Bedürfnisse der anderen oft genug, aber hoffentlich immer ausgewogener, über unsere eigenen Bedürfnisse stellt: Warum haben wir schon wieder “ja” zu den Wünschen einer Freundin gesagt, obwohl wir tief in uns ein Anklopfen, eine Warnung fühlten, dass wir uns gerade verbiegen und wir an der Reihe wären uns etwas von ihr wünschen zu dürfen?

“Nein, heute fahre ich nicht schon wieder die 10, 20, 30 Kilometer zu dir. Ich denke, dass wir uns mehr abwechseln sollten und uns deshalb heute bei mir treffen.”
Warum gehen wir zum dritten Mal in Folge, allein ihr zuliebe, mit in die Disco, nur weil die Freundin denkt, dort den Mann ihres Lebens kennenlernen zu wollen. Das, obwohl wir weder Disco-Musik, noch das für unseren Geschmack deutlich zu junge Publikum mögen und viel lieber in einer gemütlichen, eleganten Bar sind, wo wir schon ewig nicht mehr waren?”
Selbst wenn wir bei “solchen Geschichten” vordergründig und aus vollem Herzen sagen: “Oh ja wie toll! Wir finden dir den besten Mann der Welt!” Unser Bauchgefühl sagt: “Und wann suchen wir dann mal wieder was für mich, woran ich Freude hätte?”

In beiden Beispielen rebelliert der Bauch jeweils das Ungleichgewicht, immer wieder gegen unsere eigenen Bedürfnisse und Vorlieben zu leben und zu viel zu geben, statt abwechselnd ein Nehmen einzufordern.

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Weh tun Fehlentscheidungen doch besonders dann, wenn wir – sprich unser Bauch – es besser für uns gewusst hätte und wir nicht auf ihn gehört haben.

Vielleicht wenn Monate oder Jahre später die Freundschaft zerbricht und wir doch sooo viel gegeben hatten und immer für den anderen da waren. Und plötzlich lernt die Freundin tatsächlich den Traummann kennen und hat dann keine Zeit mehr für uns. Oder wir lernen endlich wieder auf den Bauch zu hören, pochen auf unsere Bedürfnisse, er rebelliert nicht mehr, dafür unsere “Freunde”, denn so will uns dann keiner mehr, weil wir nicht mehr ausschließlich verwöhnen und geben, so wie es alle von uns gewöhnt waren.

Das alles ist nicht die Schuld unserer (ehemaligen) Freunde. Wir selbst haben schließlich unser Bauchgefühl ignoriert und uns und den anderen damit Dinge erlaubt, die nicht gut und richtig für uns waren.

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Und wenn wir gelernt haben wieder vermehrt darauf zu hören, können wir auch den ein oder anderen Blödsinn wagen ohne tatsächlich in Gefahr zu kommen: Grosses Vertrauen schenken in einer Beziehungsanbahnung, uns auf Menschen einlassen, um den richtigen Job besser pokern.

In Irland bin ich diesen Sommer getramt. Und bitte macht das nicht, denn Trampen ist nicht ungefährlich. Ich war jedoch beide Male mit dem Bus unterwegs und hatte es von der Endhaltestelle noch 10 Km zu dem kleinen Dorf in-the-middle-of-nowhere, wo ich in Irland für drei Wochen wohnte. Jeweils war es nicht mehr lange zum Einbruch der Dämmerung, und ich befand es als gefahrloser im Hellen zu trampen, als im Dunkeln durch die pure Pampa zu laufen.

Die Menschen die angehalten haben um mich mitzunehmen, habe ich mir genau angesehen und bewusst meinen Bauch gefühlt. Ich leistete mir auch den Luxus Mitfahrgelegenheiten auszuschlagen. Die beiden Menschen (einmal eine Frau, das zweite Mal ein Mann) bei denen ich dann jeweils mitgefahren bin, waren ganz wunderbare und bereichernde Gesprächspartner und ich hatte die erwartet sichere Fahrt mir ihnen. Glück? Ja, Glück und Segen, dass nichts passiert ist, aber auch mein Bauchgefühl, denn es waren genau die beiden Typen Mensch, mit denen ich mich tagsüber auf dem Wochenmarkt, in der Stadt oder in einer Bar am liebsten unterhalten hätte. Danke Bauchgefühl!
Mit allen wäre ich nicht gefahren. Und ich trampe auch nicht mehr. Es war ein zweimaliges Urlaubsexperiment.

Wenn wir konstant unser Bauchgefühl ignorieren verleugnen wir uns nicht nur, nein, sondern können uns damit selbst so richtig weh tun.

Unser Bauchgefühl wird über die Zeit auch etwas leiser und wir leben immer mehr das Leben der Freundin, des Partners etc. ohne das bewusst zu realisieren.

Auch wenn wir an einen (noch unbekannten) Menschen geraten, der nichts Gutes mit uns im Sinn hat, der uns zu seinem eigenen Vorteil entsprechend täuscht und uns böse auflaufen lässt oder gar in Gefahr bringt: Das Bauchgefühl ist unser wichtiger Kompass. Es schützt uns. Ein Ratgeber, der den Weg weist, uns ausgeglichen und erfolgreich macht. Bauchgefühl basiert auf unseren bisherigen Erfahrungen, ein Signal unseres Unterbewusstseins, eine wache Intuition die wir fühlen und die der Verstand noch gar nicht kennt, greifen und aussprechen kann.

Woher nämlich “wissen” erfahrene Personaler beim Kennenlern- oder Vorstellungsgefühl, dann, wenn es mehrere ausgezeichnete Bewerber auf eine Stelle gibt, welcher dennoch am besten ist und am besten passt? Woher “weiß” ein guter Türsteher, welche Personen er nicht in den Club lässt, da er mit Ärger rechnet? Woher “weiß” ein langjähriger Polizist beim Streife laufen, welche Personen er kontrollieren muss da er richtiggehend fühlt, dass bei diesen Personen “irgendwas faul ist”.
Deren Antennen sind alle geschärft durch vorhergehende Erfahrungen.

Unser Bauchgefühl ist ein wahrer Seegen. Und gerade wir Herzmenschen müssen uns angewöhnen verstärkt darauf zu hören, bevor es womöglich für uns verstummt.

Verleugne dich nicht. Gib nicht nur Herz, sondern höre auch auf deinen Bauch. Erfahrungen machen und das Bauchgefühl dabei schulen und hören wann immer es, auch noch so sanft anklopft. Wie heisst ein Lied aus dem Jahr 2015 “Herz über Kopf”? Ja, und den Bauch auch dazu bitte.