Passiv finden

Was ich suche weiß ich nicht. Und genau so war ich schon immer: Was ich suchte wusste ich nicht. Nie! Leider. Vielleicht habe ich dafür zu viele Gedanken im Kopf und sehe deswegen immer den Wald vor lauter Bäumen nicht. Aber wenn mir eine Idee zu Ohren kam, sobald mich jemand auf eine Sache stupste, anregte, oder ich etwas angeboten bekam, konnte ich jeweils sehr schnell erkennen, ob es das für mich ist oder nicht. Und dann entfalte ich all meine Energie und Freude – oder ich gehe.

Als ich 16 Jahre alt war, sollte ich mich in der 9. Klasse für ein Praktikum entscheiden. Alle Mitschüler hatten längst schon gewusst, was sie gerne machen wollten und sich in diesem Bereich einen Praktikumsplatz ergattert. Ich war eine lausig schlechte Schülerin und nur immer sehr gut im Sport gewesen. Was eine berufliche Perspektive anging, träumte ich von etwas Exzentrischem wie einem Studium der Mode beispielsweise. Und das wo ich aus einem kleinen Schwarzwalddorf stamme.

Nur weil ein Mitschüler von mir ein Praktikum bei der Polizei machen wollte und die Polizei in Rottweil das nur anbieten wollte, wenn sich dafür mindestens fünf Schüler fänden, habe ich mich aus der Not heraus einfach neugierig angeschlossen. Sonst hätte ich gar kein Praktikum gehabt.

Ich habe während der Praktikumswoche dann schnell Interesse für das Berufsbild der Polizei entwickeln können, mich nach kurzem Überlegen aber nicht bei der Landespolizei gesehen, weil mir das zu beschränkt auf Baden-Württemberg erschien. Ich hatte Feuer gefangen, Gedanken und Idee arbeiteten in mir, machten Pläne, und ich wollte raus aus dem Schwarzwalddorf, raus aus Baden-Württemberg und viel Raum. Den brauche ich bis heute. Und das zeigt auch meine Karriere bei der Polizei: von Coburg, Deggendorf, Rosenheim, über Freiburg, Baden-Baden, nach Brüssel, Moskau, bis nach Teheran. 

2016

Dadurch, dass der Freund meiner besten Schulfreundin beim Bundesgrenzschutz war, befragte ich nach dem absolvierten Schulpraktikum erst meine Schulfreundin, dann ihren Freund intensiv zu der von mir nun fokussierten Berufsausbildung. Schießen, Orientierungsmärsche, Großdemonstrationen in ganz Deutschland: Ich war begeistert und wußte sehr schnell, dass ich nichts anderes als diesen Beruf in Erwägung ziehen möchte und bewarb mich mit meinem Abschlusszeugnis der mittleren Reife ausschließlich bei der Bundespolizei, dem damaligen Bundesgrenzschutz. Ich habe mich nicht bei der Polizei in Baden-Württemberg beworben, bei keinem anderen Ausbildungsplatz sonst, sondern habe alles auf diese eine Karte gesetzt. 

Ich war entflammt. Für knapp 20 Jahre.

Wenn man etwas von ganzem Herzen und vom ganzen Willen her will, – und davon war und bin ich vollkommen überzeugt, dann klappt das! Dass ich anschließend von 1995–2018 beim Bundesgrenzschutz/Bundespolizei Polizistin in Vollzeit war, ist Geschichte. Ein toller Beruf, hinter dem ich mit voller Überzeugung gestanden hatte und für den ich auch heute nur positive Worte finden kann. Und das, obwohl ich 1/2 Jahr vor meiner Bewerbung 1995 noch keinerlei Kenntnis davon hatte.

Parallel zum Vollzeitberuf habe ich stets anderes gemacht. Deshalb, weil ich es liebe zu arbeiten und es lebe und liebe immer zu lernen und aktiv zu sein. Mich langweilt Nichtstun, Fernzusehen, Passivität, Herumzusitzen.

Heute ist es erneut Zeit für etwas Neues. Ich habe mein Abitur mit Mitte 30 mit Einser-Schnitt nachgeholt, studiere an der Universität mit Einser-Schnitt im Hauptfach, habe viel in verschiedene berufliche Bereiche hineingeschnuppert und mich stets weitergebildet. Die wichtigsten Prüfungen im Bachelorstudiengang habe ich absolviert und das Studium bleibt ein schöner Luxus, eine schöne Nebentätigkeit für mich, die ich allerdings durchziehen werde. Das ist nicht intensiver als (m)eine fünfte Sprache zu lernen. Das geht wunderbar nebenher.

Ich stehe nun erneut an dem Punkt, dass ich nicht weiß wonach ich genau suche. So wie mit 16 Jahren. Und ich bewerbe mich, bekomme zahlreiche Absagen, gehe weiter. Ich bewerbe mich, werde genommen, verliere dann schnell das Interesse. Ein Beruf muss mich in dem Maße fesseln und so in seiner Vielseitigkeit begeistern können, wie der Beruf der Polizistin es 12-15 Jahre lang konnte, auch wenn ich heute in eine ganz andere Richtung will. Und er muss mich fordern. Allerdings verbiege ich mich nicht: Es passt oder nicht; und ein guter Job passt zu mir, wie ein guter Partner: ohne Kompromisse. Ich fange dauerhaft Feuer oder ich gehe schnell. Aber wenn ich brenne, dann mit einer unvergleichlichen Freude, Herzblut, einer stets motiviert und motivierenden guten Laune, herzlicher Freundlichkeit, Biss, Fleiß, Diplomatie und Durchsetzungskraft.

Ich bin offen für Ideen und Angebote, weil ich weiß was ich will, sobald ich es sehe.

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Rosa

Meine rosarote und flamingorangene Bildbearbeitung seit einer Woche polarisiert anscheinend. Ich finde es aber schön & in der aktuellen Zeit sogar besonders wichtig, sich die Welt noch ein Stück bunter zu malen als diese ohnehin (sonst) ist. 

Die rosafarbene Brille, der rosarote Filter, für einen wunderbaren Optimismus! Und dazu mag ich heute einen bevorzugten Mentor meinerseits zitieren:

Attitude is everything; in life and in business.

(Richard Branson)

Ich wünsche euch einen schönen ☀️, optimistischen und erfolgreichen 💪🏼Start in diese neue Woche, und für heute könnt‘ ihr hier wählen in welchem Farbton euch der Leo und das ehemalige Hotel Victoria am besten gefallen.❤️

1905

Es ist nun außerordentlich bedauerlich, dass die meisten der in dieser Arbeit besprochenen Monumente [Villen] sich in einem derartig schlechten Zustand befinden, dass ihre Erhaltung in Frage gestellt ist.

(Leni Niemann)

Dieser Satz ist ein Auszug der Dissertation Leni Niemanns über die Villen in Baden-Baden. 

Diese Arbeit stammt aus dem Jahr 1953.

Nun hatte & hat Baden-Baden so wunderbar großes Glück damit, dass die Stadt und ihre immateriellen & materiellen Schätze derart geliebt werden, dass viele dieser alten Villen – Stand heute – wieder in einem hervorragenden Zustand sind. 

Dies ist die Villa Sydow. 

Gründen, erfinden, erhalten

Die Gründerzeit mochte es üppig, reich, und pompös in der Architektur: Zeigen was man hat! – Nach Mitte des 19. Jahrhunderts wurde gut & gern geprotzt.

Diese Villa verzaubert den Betrachter mit Details die von antiken Tempeln herrühren genauso, wie mit einer Anordnung von Pilastern & Säulen die so überhaupt nicht klassisch ist. 

So sehr uns diese Gründerzeitvillen heute gefallen mögen, so gab es eine Zeit in der es schwierig & langwierig war, sie unter Denkmalschutz gestellt zu bekommen. Umso fantastischer, dass diese hier und all ihre „Geschwister“ wunderbar erhalten worden sind: Sie gehört zu einem Villenquintett in Allée-Nähe.

Privat

Aktuell recherchiere ich mit viel Freude an 30 alten Villen. Es ist wundervoll, weil man so viel Spannendes entdecken und Neues erfährt. 

Sehr vieles steht in den verschiedensten Büchern, schon viel erschließt sich mit dem Auge aus Distanz, einige Vilen sind öffentlich und ich komme einfach so hinein, und in so manche die sich im Privatbesitz befindet, werde ich herzlich hinein gebeten. Dankeschön! ❤️

Mich freut dieses Interesse. Menschen liebe ich sowieso. Und verliebt habe ich mich auch in dieses verspielt romantische Treppengeländer. 

Renaissance in mehr bunt

Über den Baustil der Renaissance sagt man, dass man weder etwas hinzufügen noch abnehmen könnte, um das harmonische Ganze nicht zu zerstören.
Die Neorenaissance bedeutet, diese alte Architektur, mit ihrer typischen Charakteristik und ihren Werten, Elementen, wieder aufleben zu lassen.

Wo sich heute das Restaurant Stahlbad am Augustaplatz befindet, war im 19. Jahrhundert ein sehr bekanntes Café untergebracht. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance wurde 1861/62 erbaut.