(Lebens)künstlerleben

Ihr müsst die Reichen und die Noblen bedienen, weil ihr nur so leben könnt.

Apelles

Mit wechselnden SugarDaddys, schwer behangen und gebückt aus pompöser KitschKutsche steigend. Oder mit den knackig gutsituierten Jünglingen aus juwelengebettetem Elternhaus, klirrend goldene Eier legend.

Nimmerland ruft zum Glück. Dich Träumerin, dich Kind, dich unbescheidene Schlampe, die du nun mit den Superreichen und Spinnern verkehrst. Weil du willst. Genau so. Mit purer Freude.

Spielzeit.

Liebe.

Augenscheinlich. Zur und wegen Kunst.

Tiepolo, der gewitzt so malen wollte, dass vieles nicht war, wie es augenscheinlich erstmal schien.

Text: PetissaPan; inspiriert von Alexandre Dumas.

Frey Wille

Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit nicht.

Ludwig Börne

Menschen, Orte, um dich herum, die gegenseitig sich nicht erreichen und in Tiefe berühren. Anfängliche Hoffnung, bald gelöste Hände, höfliches Lächeln: Adieu!

Sich merkwürdige Wesen bleibend. Stille. Laute. Und unverstanden stehst du allein.

Wieder.

Hundertfach.

Zu enges Korsett, Geschirr, die kurze Leine, buntester süßer Hund.

Und da sitzt man: ohne Mut, Kampfgeist und Widerspruch. Phlegmatisch gefangen im kleinen Glück, die Nase im – von Harmonie getränkten Buch.

In winziger Stube, fein gekocht, bei sweetbürgerlicher Feier,

bildschönes Biedergemeier.

Eins, zwei, Dreisam steht nie still.

Text & Foto: PetissaPan

Aufklärung

Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt.

Novalis

Stilbruch, kess ausbalanciert in wohliger Freiheit. Exklusives, das Ordinäres so unvergesslich machen kann und wird. Und du trägst Baccarat Rouge 540 aus Paris. Und ich spaziere mit meinem pinken Flamingo an der Leine, im englischen Trench, im französischen Regen, an der Seine.

Zalig!

Während hier der spätromantische Herbst hereinbricht gottseidank!

Freiburgs heile Bergwelt

Text & Foto: PetissaPan

1511

Wenn es eine Freude ist, das Gute zu genießen, so ist es eine größere, das Bessere zu empfinden. Und in der Kunst ist das Beste gut genug.

Goethe

Weise, schwungvoll gehend. Und den Zeigefinger nach oben gereckt, weil dort nur das Ganze herrscht. Etwas, dass uns trennt oder verbindet.

Diese zeitlose Schönheit da. Die idealen Formen dort. Wahrheit und Gütigkeit – nicht von dieser Welt.

Reich – zahlloser Phantasien.

Reichtum – unerschöpflichen Geistes.

Heute wie vor 500 Jahren.

So beame mich zurück, für einen Augenblick, einen Atemzug, und gerne auch ein Weilchen länger. Liebe, die du hier, heute, mir, zu Füßen liegst.

LebensLiebe : BadenBaden

Text & auf Foto: PetissaPan, inspiriert von Raffaels Platon (1511).

Dornröschen

Was sogar die Frauen an uns ungebildet zurücklassen, das bilden die Kinder aus, wenn wir uns mit ihnen abgeben.

(Goethe)

Weiße Schwäne im Mondschein.

Stilles Plätschern, schön.

Die Welt ist die, die du dir machst und malst. Und mögen lechzende Zungen belehren, beschweren. Du siehst was du eben siehst. In Glück, in selbstkreierter rosa Blase; sprichst du, dann mit Pfirsischwangen und schneeweißen Zähnen, glucksend, oft überschäumend: die deine Wahrheit.

Offen auf jedermann zugehend. Reinweiß glaubend und softbunt malend. Mauern, schwarz, das gibt es später. Vielleicht.

Oh, so unverfälscht. Ohne Absicht du. Und ohne Tücke.

Mut zur Lücke.

Einmal mehr.

Springend durch Pfützen.

MünsterMarkt Freiburg

Text & Foto: PetissaPan

La philosophie

Ich denke dein,

wenn mir der Sonne Schimmer vom Meere strahlt.

(Goethe )

Als ich fotografierte, verstand ich etwas, das ich nicht vergessen werde.

Wie ich mir wünschte, all diese Schönheit, die lange schon vor uns bestand, anhalten zu können, zurückzudrehen.

Keine klassische Schönheit, sondern weicher, spielerisch, wie rein und frei. Als wollte man herumtollende Feen fangen.

Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan

Hochromantik

Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Was reitest du einsam durch den Wald?

Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ‘ dich heim!

(von Eichendorff; „Waldgespräch“ 1815)

Dreamy. Cosy. In zartestem Stoff und hartem Stiefelschuh:

Das bist du!

Selbst die Uhr, läuft hübsch nach deiner Zeit.

Obsession für Freiheit.

Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan; 2019

Energie

Wenn ich angepasst sein wollte, habe ich hunderte Chancen dafür verstreichen lassen.

Wenn ich gesellschaftskonforme Beziehungen leben wollte, hätte ich nur zugepackt.

Und wenn ich ein normales Leben wünschte, wäre ich nicht derjenige Mann, Mensch, der ich bin, weil aus freien Stücken genau so gewollt.

Herzhafte Balance du !

zwischen Alleinsamkeit und Gesellschaft;

zwischen Ruhe und Inspiration;

zwischen Askese und Luxus pur.

Eine falsche Note zu spielen, ist unbedeutend. Ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich.

Ludwig van Beethoven

Auf dass ich wirken, kreieren kann, und niemals still stehen muss, bis ich sterbe.

Mauer Münster Freiburg . Bauzeit ca. 330 Jahre.

Text & Foto: PetissaPan