Exterieur

Sie versuchte die Zeit in New York mit ihm so gut zu genießen, wie nur möglich. Genoss und staunte, trank Martini in Manhattan, lernte „Eggs Benedict“ zum Frühstück kennen, gab sich gut gelaunt mit allem und glücklich. Sie wünschte sich so sehr, sie hätte genau das, auch tatsächlich sein können.

Er fehlte ihr, obwohl er neben ihr saß, neben ihr ging, und neben ihr schlief. Manchmal war es ihr so, als trüge Liebe immer dann die größte Faszination, wenn sie am wenigsten gelingt.

Text & Foto: PetissaPan (Aus meiner 2015er Novelle)

B bold

Du lebst aktiv die Gegenwart, rockst, was immer im Heute ist, frohlockst, machst DEIN Ding, das Beste aus dem meisten, vor allem aber: ohne DICH zu zügeln. Hast keinen starren Plan. Und die Leute, die werden sich schon an dich gewöhnen. Und wenn nicht – so what?!

B BOLD!

B PASSIONATE!

B GRACIOUS!

Du bleibst offen, während das Leben die Karten neu für dich mischt, indem es deine Pläne frech aufs Kreuz legt.

Von was immer dich einengt, sagst du dich los. Und Regeln hälst du mit Schabernack und versteckter & offener Rebellion, in querdenkerischem Spaß und Freude, gegen.

B PROUD!

B TRUTHFUL!

B YOURSELF!

Never stop playing!


(Iris Apfel)
Festspielhaus Lüster ( Baden-Baden – the good good life )

Text & Foto: PetissaPan (inspiriert von Louis Vuitton)

Cento

Berührt von einer Vielseitigkeit, die stets unberechenbar blieb und bleibt.

Verheult sensibel, kindlich schwach, und dein verletzlich trauriges Gesicht. Dann wieder so schrecklich schrill anders – und all die vielen Motten um dein oberflächliches Licht, immer dann nämlich und nur, wenn du oben bist.

Regen und Kern interessieren nie.

One in a Million. Künstler. Genie.

Nachts sind alle Katzen grau oder blau.

Und alles hat seinen Preis.

Go!

Die Tage ist es kinderleicht, die Dinge nüchtern und unsentimental zu sehen. Nachts ist das eine ganz andere Geschichte.


Ernest Hemingway
Café König Baden-Baden – mit Mozart und Hemingway

Text & Foto: PetissaPan

Femme

Du bist bisweilen verspielt bis unreif, und bist doch völlig unabhängig – in ein und derselben Person. Du bist samtweich und kannst sehr gut auch hart. Du bist tiefgründig und albern. Anschmiegsam und tough. Offen und distanziert verschlossen. Du bist intelligent und schwer von Begriff. Für manches blind, doch siehst auch so viel mehr als viele andere. Du bist himmlisch unkompliziert und höllisch anspruchsvoll. Du bist spontan und verplant, versprochen, Prioritäten setzend. Wertetreu, und doch jeden Tag neu.

Du bist reich. Du bist Frau.

Und engelsgleich lächeln kannst du! So, als könntest du kein Wässerchen trüben. Was du sehr wohl – sehr gut – kannst. Nicht hingegen: ausgebremst werden.

Und kochen, das kannst du natürlich auch.

Warum wir uns noch immer viel zu oft damit begnügen sollen, hinter den Männern anzustehen … In der ersten Reihe sieht man bekanntlich so viel besser. Lebt und liebt auch so.


(PP)
Art Basel 2019.

Text & Foto: PetissaPan

Nostalgie

In der grünen Vergangenheit, dem sonnigen Heute, dem optimistischen Morgen. Ausbremsen ist dein Deal-Breaker.

Dein kratziger Rollkragenpullover.

Dein gestohlener Sommer in Düsseldorf.

Wie Spinat zwischen den Zähnen.

Etwas, das dich, augenblicklich und unsanft holprig, aus hundertjährigem Schlaf reißen kann und wird.

Purzelnde Walderdbeeren auf Asphalt.

Hingegen diese zart-giftige Liebe gegenüber einer Vergangenheit, die so niemals existierte. Bezaubernd beschönt. Fall ins Volle. Trotz oder gerade wegen.

Museum Frieder Burda Baden-Baden „Centre Pompidou Ensemble“

Text & Foto: PetissaPan

Simsalabim

Juni-Sonne strahlt nur für dich.

Vergissmeinnicht Blau, ummantelt dich von oben, unten. Badenixe, Meerjungfrau, tief plantschend in Glückstaumel versunken.

Tragisch.

Spaßig.

Gut.

Schönheit vergeht, Hektar besteht. Von Innen deshalb, nicht von Außen, haben beautiful people, beautiful problems.

Der Körper verlockend. So schmal und lang, geschwungen, zum Kuss.

Leichtigkeit.

Nonchalance.

Genuss.

Wenn Bescheidenheit eine weibliche Tugend bleiben soll, werden immer mehr Frauen eben ganze Kerle sein.

(PP)
Blau!

Text & Foto: PetissaPan

Frei oder fuchsteufelswild

Das kunterbunte Leben ist ein unstet‘ sprunghaftes Wesen. In manchen Zügen so wie du.

Und manchmal interessiert dich dein Geschwätz von gestern (Frei nach Konrad Adenauer.) nicht mehr, das Band einer Verbundenheit, von heut‘ auf morgen gelöst. Und manchmal sogar, findest du dich – out of the blue – unerwartet spannend, neugierig und getrieben, in einem ganz neuen Leben wieder. Einem, von dem du gestern noch keine Ahnung hattest, dass es in dir schlummern könnte.

Du lebst die Gegenwart, rockst, was immer im Heute sein mag, frohlockst, machst dein Ding, das Bestes daraus, ohne dich zu zügeln, einem starren Plan. Die Leute werden sich schon an dich gewöhnen, und wenn nicht, so what?!

Du bleibst offen, während das Leben die Karten neu für dich mischt, weil es deine strukturierten Pläne gerade Kopf stellt. (Frei nach John Lennon.) Und von was immer dich einengt, sagst du dich los. Gesprochenen Regeln hältst du mit querdenkerischer Freude gegen. Rebellierst mit Kraft und einer frechen Portion Schalk im Nacken.

Nur das was dich lässt, wirst du von Herzen lieben. Wer nichts erwartet, bekommt unendlich viel geschenkt. Und wo immer du nicht geschätzt wirst, wirst du nicht bleiben. Verbrennst gern auch mal Brücken. Es gibt schließlich Flugzeuge: Noch weiter weg, oder zurück.

Auf Neues das auf dich wartet! Denn,

you’re not risking you’re not living.

Und Geld bedeutet für dich schlicht die ganz große Freiheit. Sicherheit hingegen ist nur eine fade Illusion, im Hinblick auf deine dich befriedigenden Tagträume.

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Jean-Jacques Rousseau

Text & Foto: PetissaPan

Out of the blue

Warum vergesse ich nur immer wieder, dass ich dich habe? Und entdecke dich dann – eins ums andere Mal – wieder gänzlich neu und bin begeistert.

Du bist so schön! Du bist vielleicht das Schönste, Weiblichste. Herrlich altmodisch, samtig, pudrig, als wenn in reifen süffig vollmundigen Nektar von Irisblüten getränkt. Ich mag dich gerade weil du eben nicht modern bist. Schwer führend. Und gerne mag ich mit dir in einem Café an der Amalfi-Küste sitzen.

Jetzt.

Mir an einem heißen Sommertag mit einem Fächer kühle Luft zufächernd … Lady, mit zart kariertem Kleid in Hellgrün, Creme und Zitronengelb. Enge Taille, der ausgestellte Rock bis über die spitzen Knie. Blume, in Liz Taylor’s Blau, im – in Wellen gelegten – dunklen Haar. Da sitze ich. Genieße den sonnigen Tag im sanften Schatten von Olivenbäumen, Zypressen. Genieße diesen Sommer.

Dich.

Gedankenumschlungen rühre ich den Espresso auf dem kleinen Puppentisch vor mir und blicke in die weite Ferne: über das Meer bis zum Horizont. Und die Ragazzi am Nebentisch sind zunehmend völlig entrückt, aufgrund der Überdosis dir, die du mich anmutig umwehst. Mein kostbarer Schatz von gestern.

Die Einbildungskraft ist der Kobold der Logik.


(Nicolas de Malebranche)

Text und alles: PetissaPan