Idealistisch gedacht

Ihr Lieben,

wir alle wissen, dass mehr für unsere wunderschöne Natur getan werden muss.

Gerne schieben das manche von uns immer wieder in ihr hübsches Hinterköpfchen. Zu gerne auch reden wir uns heraus, indem wir die Meinung vertreten, dass wir, als einzelne, nicht genug dazu leisten könnten. Aber doch, wir können! Jeder einzelne von uns kann, und macht sich damit nicht zu einem schwarzen Schaf der Umweltsorge.

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Wir brauchen Bienchen & Blümchen – nicht nur für den Biologieunterricht. :-)

Ich und damit bin ich nun wirklich nicht allein, wünsche mir, dass die Welt so bunt bleibt, beziehungsweise wird, wie sie es in meiner Erinnerung noch immer ist:

In einem kleinen ruhigen Dorf, mitten im idyllischen Schwarzwald aufgewachsen. Umgeben von mächtigen dunklen, nach Harz duftenden Tannen, Kuckucksrufen, unendlich viel Grün und Gras, einem Hektar Grundstück ums Elternhaus, dem riesigen Garten davor, schlicht viel purer Natur und heimischer Tierwelt.

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Einmal Gras und Blümchen streicheln.

Ich wusste genau wie welcher Vogel singt, wie welche Blume heißt und aus welcher Raupe welcher Schmetterling schlüpft… Wie gartenfrische Beeren und Sträucher schmecken und wann sie angepflanzt müssen und geerntet werden können… Welche Pilze wir im Wald pflücken und Zuhause essen können, ohne uns den Magen zu verderben. Überhaupt, dass wir im Wald mucksmäuschenstill sein müssen, um Rehe und dergleichen beobachten zu können und wie Moos riecht, Dickicht wirkt, Borkenkäferfallen aussehen.

Wir haben Froschlaich mit dem Eimer gesammelt und im Tümpel Zuhause ausgesetzt, die Nachmittage nach den Hausaufgaben damit verbracht, Beeren oder Äpfel zu pflücken, Honig geschleudert, im Garten gejätet und abends mit kleinen und großen Gießkannen munter gegossen und danach zum friedlichen Einschlafen des Nachbars Schäfchen gezählt.

Und so viel mehr. Und das war toll!

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Nur weil es noch idyllische Fleckchen Erde gibt, heißt das nicht, dass es vielerorts nicht leider ganz anders aussieht.

Gibt es heutzutage wirklich Kids, die denken Kühe seien lila oder, dass die Milch aus dem Kühlregal kommt? Und, dass Fleisch auf Bäumen wächst?

Und wie und wo können die lieben Kleinen heute noch von den Großen lernen, dass Insekten wichtig sind und respektiert werden sollten, es, sich gleichende, Mai-, Juni-, und Julikäfer gibt und besonders Birken nunmal Schmutz auf der Veranda verursachen.

Wer lockt die Kids nach draußen, wenn die Eltern es schon nicht mehr verstehen, Begeisterungsfähigkeit für die Einfachheit der Natur, den blauen Himmel, Regen, für Vogelkunde, das Blühen im Frühjahr und das Vermeiden von Plastikbergen für unsere Weltmeere zu entwickeln?

Wieso muss es morgens eigentlich immer und wieder diese palmölverpantschte Schoko-Möchtegern-Nusscreme sein und jeden Mittag Berge Fleisch und abends die Vielfalt an Wurst vom Discounter? Gerade bei manchen Menschen mit Kindern fragt man sich, warum nicht gerade die etwas mehr nachdenken.

Unsere Welt kann in 20, 30, 40 Jahren nicht mehr so sein, wie sie es heute noch ist. Denn unsere heutige Ignoranz wird gerade für die Kinder und Kindeskinder beträchtliche Ausmaße nach sich ziehen.

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Wer Kindern von klein auf die Schönheit der Natur zeigt und sie lehrt diese zu respektieren, tut schon viel.

So, im Sommerurlaub gibt’s dann endlich mal exotische Tiere zu sehen: In den Zoos und Aquarien dieser Welt. Delphine und Orcas die, anatomisch bedingt, wirklich immer lächeln, während sie Kunststückchen turnen müssen, die ihrer Natur gänzlich widersprechen.

Ein Tier ist in Gefangenschaft niemals so, wie es das in Freiheit wäre. Gerade Meerestiere, denen fast unser ganzer Planet an Platz zur Verfügung stünde.

Wildtiere sind nicht freiwillig bereit dazu, sich wie eine Ballettprinzessin dressieren zu lassen. Sie haben daran überhaupt keinen Spaß! Sie wollen sich nicht in einem chemisch sauberen Plantschbecken „den Wolf schwimmen“, „einen Drehwurm bekommen“ und stattdessen lieber frei im Ozean reisen. Der leider immer schmutziger wird. Dank dem Menschen.

Also mag es, in Anbetracht der Pantschbrühe, doch gar nicht so schlimm sein, dass die Weltmeere noch gänzlich leergefischt werden und es die Erinnerung an einzigartige Fische dann nur noch im Bilderbuch, im Märchen und in Fabeln gibt, oder? So wie das Einhorn im Kinderzimmer: mit giftgrüner Strähne in der kunterbunten Pferdemähne und gänzlich aus ungesunden superbilligen Plastik hergestellt. Made in Irgendwo.

Neben Kind und Einhorn spielt die Mami in Jeans und T-Shirt, die weniger kosten als zweimal Kidsmenü im wohlgekannten Fast-Food-Restaurant. Aus diesem Grund hält das Shirt auch nur einen Sommer, aber bei den Preisen kauft Frau vor dem nächsten Sommer einfach wieder 20 Stück davon…

Ja, mir ist bewusst: heute schreibe ich eine gute Prise zynisch. Was an der Hitze da draußen liegen könnte. Ups, der Klimawandel!

Und bei meiner Meinung über dieses wirklich ernste Thema bleibe ich sowieso.

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Flamingos. Lieblingstiere, die für die Zoos dieser Erde viel zu schade sind.

Lasst uns was tun. Wir können allesamt ein bißchen mehr nachdenken und Nachhaltigkeit zelebrieren, indem wir Qualität vor Quantität stellen und Herkunft beachten: Sei das bei Lebensmitteln, Kleidung und sämtlichen anderen Gütern.

Wir können die Natur mehr achten, indem wir so mit ihr umgehen, wie wir mit jemandem umgehen würden, den wir brauchen und mögen. Und wir brauchen sie, was wir vermutlich erst dann vollständig realisieren werden, wenn es zu spät sein wird.

Wir können Aquarien mit Tiershows und Zirkusse und Zoos meiden und stattdessen die heimische Tierwelt entdecken, kennenlernen, bewundern und auf eine Safari in Afrika oder den Besuch der Everglades in Florida sparen.

Es ist damit wie mit allem, wenn wir Qualität statt Quantität leben würden:

Der seltenere Genuss einer wirklich „großen Sache“ ist viel erfüllender und leckerer, als wenn wir uns zum Beispiel täglich von Billigfleisch ernähren.

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Gilt für Mensch & Tier.

Ich mag es nicht, wie Organisationen wie beispielsweise Greenpeace an diese Sache heran gehen, indem sie mit häßlichsten Fotos von „Tieren in Not“ berichten. Auch nicht das leider aggressive Vorgehen von Sea Shepherd, die ein wirklich tolles Ziel verfolgen.

Meiner Meinung nach provoziert das einerseits (Was beispielsweise im Film „Sharkwater“ deutlich zu sehen war.) und andere wenden sich als Verbraucher davon ab, schließen Augen & Ohren und gehen weiterhin ihren täglichen Gewohnheiten und ihrem Kaufverhalten nach.

Mit negativer Berichterstattung erreichen wir vermutlich viel weniger, als wir denken zu tun. Ich meine, dass auch inspirierend und in positiver Art und Weise darauf hingewiesen werden sollte, wie schön unser Planet, die Meere, Wälder, Wildtiere tatsächlich sind und, dass wir uns das erhalten wollen sollten. Auch:

wie kostbar tierische Lebensmittel sind – wie essentiell der nachhaltige Anbau pflanzlicher.

Naturschutz ist eine Herzenssache und süße Liebhaberei, die man als solche erkennen muss. Es geht um ein klitzekleines bißchen mehr jedes einzelnen: Etwas neue, aber gesündere Unbequemlichkeit, umdenken, anpacken und Komfort-Zonen-Verlassen. Wie singt schon Mick Jagger:

Old habits die hard

Aber wenn wir da erstmal durch sind, wird’s zum Selbstläufer.

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Zwei für einen

Für jeden unglücklich geplatzten Traum – der wie eine schön schillernde Seifenblase in der Luft zerplatzt und damit verschwunden ist – sollten wir uns einen neuen Traum suchen. Mindestens. Besser noch, wenn wir uns sogleich zwei neue wunderschöne Träume für uns suchen.

Träumen kostet nichts – außer etwas Zeit vielleicht – und tut so gut.

Träume zu haben ist eine der schönsten Weisen, einen gesund fröhlichen Optimismus zu leben und sich selbst zu Taten zu motivieren: Wir schüren spürbar Vorfreude damit und diese lässt uns morgens quietschvergnügt und früh aus dem Bett hüpfen, uns Pläne machen, darauf hinarbeiten, Aktionismus in Bewegung setzen.

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Ein Traum? Wunderschöne Natur!

Mein Traum für diesen Sommer war Irland. Darauf hatte ich mich bereits länger gefreut: Dem Großstadttrubel hier zu entkommen und den ganzen Sommer über, am dortigen Atlantik zu verbringen, den herben Wind, die salzige Luft und das satt-grüne Gras zu inhalieren und zu genießen.

Ich träumte und schwelgte in Sehnsucht von viel purer Natur, von zahlreichen Spaziergängen entlang herrlicher Küste und beeindruckenden Klippen und davon, durch den Sand am Strand – zu Pferde oder Pony – galoppieren, zu fotografieren und zu schreiben.

Es wäre dabei jedoch ganz und gar nicht nur die Seele bezaubert baumeln lassen gewesen. Überhaupt nicht. Ich hätte dort auf einer Farm für einen irischen Bauern (Eamonn) gearbeitet. Direkt an der Küste, im Süd-West-Zipfel Irlands. Der Deal war: meine Arbeit gegen freie Kost und Logis.

Meine Aufgaben wären fünfmal wöchentlich Torf stechen, Zäune bauen oder flicken, Rinder hüten, Kälbchen knuddeln und alle zusammen auf verschiedene Weiden zu treiben, sonstige Arbeiten auf dem Hof, Fischen und eventuell Dachdecken des Sommerhäuschens gewesen.

Leider klappt es nun nicht und zwei Monate Vorfreude sind einfach so dahin. Aus und vorbei sozusagen: dieser Traum wird verfallen, genauso wie mein Flug, den ich leider nicht rücktrittsversichern habe lassen. Aber wer weiß schon, vielleicht fällt mir noch was Schönes dafür ein?

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Ireland hat Bestand – und so auch unsere Träume :-)

Geplatzte Träume sind immer erstmal unschön und traurig. So habe ich das auch gestern aufgefasst, als ich darüber Kenntnis gewann und mich schweren Herzens gegen die sommerliche Farmarbeit entscheiden musste.

Geplatzte Träume sind aber auch dazu da sich in Resilience zu üben, sich zu beweisen, – sich selbst etwas zu beweisen:

So nämlich wie Scheitern nicht das Gegenteil von Erfolg ist, sondern der Weg dorthin, ist ein gescheiterter Traum nicht das Gegenteil eines zu realisierenden Traumes, sondern: der Weg dorthin!

Und er macht Platz für einen anderen Traum, mit dem man, den nun leeren Zeitraum, überhaupt unser ganzes Leben, dann glücklich füllen kann und auch sollte. Bevor wir traurig dasitzen und uns ausmalen, was hätte sein können WENN … Denn „wenn“ ist nicht eingetroffen.

Wie oft auch werden Menschen, die beachtliche Karrieren hingelegt haben hingeworfen und wie oft scheitern sie bitterlich? Wir sehen am Ende oft nur deren Erfolg.

Was wir für unseren eigenen Erfolg tun können, ist positiv zu denken und aufstehen wenn wir kurz hingefallen sind. Gut, vielleicht auch mal herzzerreissend weinen, uns etwas quälen, im Selbstmitleid suhlen, Pralinen naschen, ganze Tempoboxen aufbrauchen und dann wieder nach vorne sehen: uns aufrappeln, einen anderen Weg gehen – indem wir einen anderen Traum leben – und niemals mehr wieder, über genau diese eine Sache weinen oder ihr nachtrauern.

Es gibt ein süßes Sprichwort im Englischen dazu (Vielleicht kommt es sogar aus dem Irischen?):

Don’t cry over spilt milk!

Ja, wirklich schade um Milchkühe und Meeresluft in Kerry. – Die goldene Butter dazu schmiere ich mir eben genießerisch aufs Brot … und hecke einen neuen Plan. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen, dass sollten wir uns auch nach großen Enttäuschungen, geplatzten Träumen, Niederlagen, Scheitern, nicht und niemals. Weiter geht’s!

„We should all dream, and encourage others to do so too. Dreaming is one of humanity’s greatest gifts.  I’m a born optimist. I think it’s much more fun in life to be an optimist.“ (von Richard Branson)

.. Und das unterschreibe ich nur zu gerne.

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Das Leben ist bunt. Ein geplatzter Traum ändert daran nichts, denn es gibt unendlich viele Träume und jeder einzelne läßt sich durch einen neuen ersetzen. Klamottenmix wie ich ihn im Sommer am liebsten mag. Wäre in Irland eh untragbar gewesen. 😉 Wo nun hin des Weges?

 

Einmal Glitzer bitteschön!

Es war einmal ein Kollege, dessen Lebensfreude in einem königreich-großen Ausmaß davon getrübt war, da er einfach nicht befördert wurde.
Er war ein Lieblingskollege unserer Dienststelle: weltoffen, zuvorkommend, freundlich und besser in vielen Bereichen als die meisten anderen – mich eingeschlossen.
Gerade deswegen zerriss‘ es uns geradezu das Herz, wann immer er so leidend und traurig war. Sein übermächtigster Herzenswunsch schien einfach nicht erfüllt werden zu können.

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Unzufriedenheit im Paradies?

Dieses Thema war sein Tagesthema, damit unser Streifenwagengespräch, und eine Basis unserer Frühstücksszenarien vor dem üblichen Tagesgeschäft.

The same procedure mehrmals wöchentlich.

Sein ganzes wunderhübsches Leben war tatsächlich stark beeinträchtig von dieser permanenten Unzufriedenheit. Alles was er sonst an märchenhaft Wunderschönem hatte: sichere Arbeit, neues Haus, kleines Kind, schienen bisweilen zweitrangig zu sein und gingen in seinem jeweiligen Jammern meist gänzlich unter. Er litt spürbar zu stark an dieser einen Unzufriedenheit: der Ungerechtigkeit der Nicht-Beförderung. Und wir litten mit.

Nach seinem Rechtsempfinden wäre er an der Reihe gewesen. Und dem haben viele – auch ich – beigepflichtet. Er war im Recht. Er hätte es tatsächlich verdient gehabt. Ich fand es nur stets schade um die mit ihm verbrachte Zeit, da er ein sehr angenehmer und inspirierender Mensch war. Schwierig auch für seine eigene tolle Lebenszeit, die von diesem so negativen schwermütigen Gefühl & Gedanken unglücklich ummantelt und dominiert wurde.

Mehrere Jahre vergingen.

Bei unserer circa 57. Streifenfahrt – einem ruhigen Tag, bis auf sein Wehklagen – fragte ich mich mal wieder:

Warum sieht er die wunderbare Sonne und den hellblauen Himmel nicht, die herrliche Umgebung in der wir gerade “spazieren” fahren dürfen?
Selbst die tiefschwarze Krähe auf dem dreckigen Acker, kann ein rosa-apricot-farbiger Flamingo an einem Strand auf Aruba für uns sein.

Und im beruflichen Kontext: “Schlimmeres Klientel” wird, so man es anlächelt, auch oft kooperativer und „besser drauf“.

Alles ganz prima. Eigentlich.

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Sanftes Apricot. :-) Einmal lächeln bitte!

Wenige Tage später ereilte uns in der Frühstücksrunde die Nachricht, dass er befördert werden würde. Endlich! Wie schön!

Uns anderen fiel ein Stein vom Herzen und wir freuten uns so sehr für ihn, dass wir ganz aus dem Häuschen waren:

Sein Herzenswunsch ging in Erfüllung!

Eine eigene Beförderung in diesem Beruf, war für viele von uns nicht annähernd von so großer Bedeutung, da es Regelbeförderungen sind. Diese kommen nämlich früher oder später von ganz allein. Völlig egal, ob wir uns bis dahin darüber ärgern, uns aufreiben, ob wir jammern oder dem Ganzen gelassen entgegen sehen und währenddessen unser Leben leben.

Das Faszinierende dabei war nun die Reaktion des besagten Kollegen: Er freute sich nicht so von Herzen, wie er vorhin von Herzen gelitten hatte.

Wir hingegen schlugen ihm anerkennend auf den Rücken oder gaben ihm strahlend gratulierend die Hand. Und er? Er reagierte völlig verhalten.

Was war nur los? Sein Herzenswunsch. Hey, aufwachen!!

In den Tagen und Wochen später kristallisierte sich heraus, dass eine andere Unzufriedenheit seinerseits gefunden wurde, welche von nun an bejammert werden konnte. Wieder war etwas ganz schlimm, ungerecht und lebenstrübend. Eine neue Sache also, die ihn und sein Umfeld von nun an und in Zukunft, in großem Maße zwicken sollte. Und das ist sehr schade.

Es ist ein Muster. Und es geht dabei nicht um die bestimmte Beförderung, schlechtes Wetter, zu struppige Haare, die eigene Figur, das neue Auto, den vermeintlich perfekten Job etc.

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Manchmal schlicht die beste Lösung :-)

Diese Geschichte ist ein gutes Bißchen überzogen von mir erzählt, dennoch so passiert.

Es geht mir um die Message:
Sich über Gegebenheiten aufregen, die wir nicht ändern können oder wollen.

Warum? Wozu? Schade um die schöne Zeit!

“Love or leave“. Vielleicht auch „change“.

Es gibt sie, die Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, die wir nicht ändern können. Und, dass die oft nicht die eigentliche Ursache für unsere Unzufriedenheit sind, zeigt diese Geschichte wohl ganz gut. Das sollten wir erstmal ehrlich hinterfragen, bevor wir uns unser Leben permanent negativ und schlecht reden.

Und dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, dass wir gehen. Dazu gehört Mut, und auch dafür gibt es Pros und Cons.

Und wenn wir beides für uns ausschließen können, dann sollten wir einfach großzügig kunterbunten Glitzer über solche Gegebenheiten, solche Menschen, solche Gute-Laune-Killer streuen.. Oder den rosa, oder auch den hellblauen Filter darüber legen..

Uns auf das wirklich Tolle in unseren Leben fokussieren.

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PetissaPan, – einmal blau gefiltert heute.

 

Offene Grenzen? Lieber mindestens Schleierfahndung!

Wer nicht von klein auf gelernt hat Grenzen zu setzten, da er es nicht konnte, weil seine Grenzen in der Kindheit permanent überschritten worden sind, für den ist es nicht ganz so einfach dies später zu lernen.

Dennoch gilt hier nicht, dass „was Gretchen nicht lernt, Grete nimmer mehr lernen kann“. Manche lernen dies zwar ihr ganzes Leben lang nicht, vielleicht aber, weil sie es einfach nicht brauchen. Und das ist doch auch ein gelungener und schöner Weg.

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Vielleicht einer der hübschesten Pfade die man gehen kann?

Ich habe es aber gebraucht und mir meine Grenzen zurückerobert. Eine Dornenhecke um mich gebaut, die nicht mehr jeder und in jedem Maße überwinden kann. – Mit hübsch lächelnd einladenden Rosen, bis zu (m)einem bestimmten Punkt.

Und wenn wir endlich Grenzen setzen lernen, ist dies ein ganz wunderbares, befreiendes Gefühl. Wir öffnen und schließen das große Tor zu unserem wunderschönen und geheimnisvollen Märchenreich, zu unserem Herzen, ganz beliebig und endlich genau so wie wir es wollen. Ein hübsches Spiel und eine raffinierte Neuentdeckung, die uns Raum geben.

Und ich meine, dass wir, die das nicht kannten, dieses Gefühl dann sehr viel bewusster leben und fühlen, als solche, für die Grenzen immer schon selbstverständlich waren, da sie stets respektiert wurden. Wir strahlen damit – mit unseren neu geschaffenen Grenzen. Eine Hecke, ein Wassergraben, ein Ozean, eine eigene Welt! Es ist wohl eine besondere Souveränität und Selbstliebe sowieso.

Egoismus? Nein, denn es ist mein Leben und über dieses bestimme ausschließlich ich selbst. So wie jeder andere über seines auch. Ich nur nicht schon immer.

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Eine Burka aus einem Bettlaken gezaubert: auch Schutz. :-) Mein Blickschutz im iranischen hochreligiösen Mashhad. (2013)

Selbst hatte ich mich in den vergangenen Jahren mit Grenzen auseinander setzen müssen, da ich in eine Beziehung mit einem stark narzisstischen Mann geschlittert bin und die damalige Trennung (m)eine Hölle war. Zurück blieb nur mehr (m)eine leere Hülle und es war höchste Zeit an mir zu arbeiten. – Wegen Narzissmus und Sadismus, die ich bereits gut von meiner Kindheit her kenne, heute 10 Meter gegen den Wind rieche und für meine Zukunft nun dauerhaft meiden kann und werde.

Einfach war das alles nicht, aber aller Anfang ist nunmal schwer, ich mag auch Herausforderungen und jedem Anfang wohnt sowieso ein süßer, hübscher Zauber inne. Und so habe ich es positiv aufgegriffen und angefangen, mich erstmal, wie eine kleine erschöpfte und nachdenkliche Raupe, in meinem Kokon zu verstecken, diesen Schutz zu nutzen und mich zu sammeln, um anschließend wegzufliegen und zu distanzieren. Als Schmetterling.

I am learning to love the sound of my feet walking away from things not meant for me.

Und: The more I find myself, the more people I lose.

Ich habe viele und vieles verloren in den vergangenen Jahre. Dinge wie Menschen.

Falsche Freunde, weil ich sehr hingefallen war und mein Exfreund „einen Namen“ hat. Auch Freunde, die mit meiner neuen und heutigen Überzeugung nicht leben wollen: Habe ich es nämlich früher toleriert, dass es meist nach den Wünschen meiner Freundinnen und Bekannten ging, und um die Erfüllung derer Vorstellungen, so geht es mir heute um eine ausgewogene Balance und Geben & Nehmen ohne jegliches Fordern.

Ich habe es nicht bereut, tausende von Kilometern und Euros aufgewandt zu haben, um von meinen jeweiligen Wohnort oder Auslandsposten Heimatbesuche zu machen, würde dies heute, in der Art und dem Umfang, allerdings niemals mehr wieder tun. Es gibt auch Flugtickets zu meiner Welt.

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Mainstream war und wird nicht meins.

Zeit ist das größte Geschenk, – was ich schon immer sagte.

Heute mit dem Unterschied, dass ich es inzwischen durchziehe, meine Zeit tatsächlich nur noch mit den Menschen zu verbringen, die mir am Herzen liegen, oder denen, von denen ich meine, dass sie daran festwachsen könnten. Weil sie meine Werte haben und leben. Und deswegen auch meine aktive Trennung von einigen ehemaligen Freunden, die ich, nach allem was war, nicht mehr als solche gesehen habe. Vorbei ist vorbei.

Zurück zum Thema:

Wir sind nicht das passive Produkt unserer erlebten Vergangenheit, sondern das unserer heutigen Entscheidungen. Und wer so denkt, ist frei – von allem – völlig egal, welche Geschichte er hat.

Ich gehöre dabei heute nicht zu denen, die sich komplett gewandelt haben, indem sie, aus der verarbeiteten Krise heraus, zu einem Coach werden, „Gleichgesinnten“ in besonderem Maße helfen wollen, sich berufen fühlen, nun „irgendwas“ Gutes & Soziales machen zu müssen und deswegen einen ganz neuen Weg gehen. Sozial war ich nämlich schon immer. Nebenbei. Frei.

Meine berufliche Perspektive sehe ich dennoch nach wie vor karriereorientiert, zielstrebig, arbeitsintensiv, aktiv und nicht (vorwiegend) als Helferin und Ratgeberin für und in Krisen. Denn ich denke, und habe es selbst so erlebt und gemacht, dass ein bunt gelebtes Leben, Herausforderungen, Wissenshunger, Abenteuer, Aktivität und Spaß immer und für jeden der beste Ratgeber sind. Sich selbstständig aufzurappeln.

Ich habe dabei mein ganzes Leben lang schon die exakt selben Träume und Wünsche, verrückte Spinnereien, und mein Motor ist stets Optimismus und Freiheit. Die Welt verbessern wollte ich schon immer und frech, rebellisch, motivierend und eine Querdenkerin war und bleibe ich ebenfalls.

Vielleicht gerade deswegen, da ich in einzelnen Facetten eine ziemlich häßliche Kindheit hatte. Die Verantwortlichen dafür bekamen unlängst ebenfalls ihre Grenzen aufgezeigt und spielen in meinem heutigen und zukünftigen Leben keine Rolle mehr. Das ist es, was ich mir inzwischen selbst wert bin.

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Der wichtigste Mensch? Der bin ich mir heute selbst.

Früher habe ich auch jeden angelächelt. – Auf der Straße, in Räumen, beruflich, privat, bekannt, unbekannt, völlig egal und „everywhere“. Das habe ich mir inzwischen auch gänzlich abgewöhnt. Wobei ich immer noch deutlich mehr lächle, als es die meisten anderen Menschen tun. Dies ist aber meinem Optimismus und sonnigen Gemüt geschuldet und nicht mehr meiner devoten, zu lieben Grundhaltung, die einst Everybody’s Darling sein wollte. Vorbei. Befreit.

Mein Lächeln gibt es heute wann immer ich es will, und nicht, wie bei einem programmierten Roboter, für jeden und beliebig. Ich habe Gefallen daran gefunden, für Fremde und Befremdende auch mal die gänzlich unnahbare, distanzierte Diva zu sein und zu bleiben. Mit etwas arrogant, in die Höhe, gerecktem Näschen und Kinn. In Paris gilt ein derartiges Auftreten gar als schick.

Und ehrlich? Wer mich nicht mag, dem sei dies gegönnt. Auch bei mir fand eine Veränderung statt:

I used to walk into a room full of people and wonder if they like me… Now I look around and wonder if I like them.

Sicher wirke ich heute weniger süß als noch vor ein paar Jahren. Aber ich habe auch kein Interesse mehr daran „süß und nett“ zu jedem zu sein. Allerdings bin ich vielleicht noch nicht völlig in (m)einer Mitte angekommen. Womöglich halte ich den Bogen von meinem früheren Extrem, zur anderen Seite der Mitte noch leicht überspannt? Ihr Lieben, das wird sich bei mir, und bei jedem der an sich arbeitet, zu gegebenem Zeitpunkt einpendeln! :-)

Heute kümmere ich mich lieber wieder um Herausforderungen, die mich wirklich interessieren und für die ich brenne. Dazu gehören mein Abitur oder Fachabi so toll abzuschließen wie nur möglich, einen tollen Studienplatz oder auch Job, jeweils am liebsten im englischsprachigen Ausland zu ergattern, einen glücklichen Jobwechsel hinzulegen, mein Unabhängigkeit, Selbstständigkeit, Zeit mit wirklichen Freunden, Aktivurlaub, der „Große Weiße“ vor Südafrika, mit dem ich tauchen und manchmal gerne tauschen mag, und das Ziel des Umzuges in eine schöne neue Stadt, die zu mir passt. So wie Menschen zu mir passen müssen.

Neulich habe ich einen Artikel gelesen:

„Du findest mich arrogant? Vielen Dank!“

Arroganz ist erstmal keine Eigenschaft, die wir positiv bewerten. Wir können sie in diesem Zusammenhang aber auch anders – etwas distanzierter – sehen. Verstehen tue ich diese Aussage dann sehr gut, denn sie zeigt uns „nur“, dass da jemand Grenzen setzt.

Es bedeutet: „Du erkennst die von mir aktiv gesetzte Grenze (an)“.

Und das ist gut so, finden wir doch super, da es genau so gedacht ist. :-) Wunderbar! Herzlichst, PetissaPan

 

Abendstimmung in Schlumpfhausen

Von einer flachen Hierarchie, bist du so weit entfernt wie der OGLE-2005-BLG-390Lb von der Erde: 21000 endlose Lichtjahre. Und deswegen war es zuletzt so wenig schön mit dir, trotz so vieler positiver Aspekte und netter Menschen.

Bereits in den Anfangsjahren fing es mit einem unmöglichen Druck an, indem süße, knuffige, kindliche (auch) Minderjährige entweder gegangen wurden, weil sie sich nicht einließen. – Oder sie ließen sich ein?

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Saurer Regen auf das ewige Gebalze. Es (ihr) amüsiert nicht. Dienst ist Dienst & Schnaps ist Schnaps.

Mit 16 Jahren eine erste Unterschrift gekritzelt, sich deutschlandweit einsetzen zu lassen.

„Spannung, Aufregung, super! Wir sind jung, wild und wollen vieles sehen und erleben!“

Dass davon aber in der Art Gebrauch gemacht wurde, indem maritim inspirierte Kollegen vom frischen blauen Norden, in den lieblich sonnengelben Süden abgeordnet werden? Und, dass man vom bergig idyllischen Berchtesgadener Land, regelmäßig in die turbulente Hauptstadt verreisen musste, während zeitgleich die „Icke-Kollegen“ aus dem fernen Osten, in den weit entlegenen Süden oder Westen unterwegs waren? Fragen über Fragen. Warum?

– Weil, wer nicht fragt bleibt dumm.

Und ja, wir können oder „können nicht“, doch alle genau das gleiche! Wir sind (waren?) eine starke Gemeinschaft. Wie die Schlümpfe, jeder mit seinen Aufgaben von oben herab betreut, nur nicht schlumpfblau früher.

Das geringste Problem, bei dem ganzen „Rumgereise“ in der Republik, war dabei sicherlich der unterschiedliche Dialekt. Dieser konnte uns in all den aberwitzigen Situationen und Entscheidungen eher noch etwas belustigen. Süß und etwas gleichgültig, wie wir es damals waren.

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Jedem sein Stück vom Kuchen.

Vor ein paar Jahren hatte ich ein privates Essen mit dem ehemaligen Ober-Guru, unserem Helden und „Ex-Papa-Schlumpf“ schlechthin. Er war der Meinung und festen Überzeugung, dass „wir“ uns wieder (noch mehr?) einem Agieren, den Hierarchien, unserer Vergangenheit annähern müssten. Ich habe damals geschwiegen und nachdenklich auf meinem Steak gekaut und überlegt was dran sein kann.

Nun, bei allem Respekt: Wir sind gerade nicht in Ost Afrika sondern in Deutschland, der gute Herr ist heute 85+, die Zeit steht niemals still und so stehen wir im Heute, unserer Gegenwart, mit Blick in eine hoffentlich rosigere Zukunft. Die brauchen wir unbedingt!

Von der Vergangenheit lässt sich insofern vielleicht wenig abschauen, weil:

1.) Wir seit den 90er-Jahren Frauen bei uns haben. Wie schön!

2.) Aufgrund dem beträchtlich zunehmenden Krankheitsstand der vergangenen Jahre; Das interne extrem miese Klima durch die chronische Unzufriedenheit vieler; Burn-Out oder Bore-Out; Mobbing und sexuelle Belästigungen, die im Sande verlaufen weil sie heruntergespielt werden.

3.) Unser Gegenüber heute ein völlig anderes ist.

Dies alles spricht vermutlich Bände, dass anderes, mehr Modernisierung, her muss. Aber wer sich von unten nach oben beschwert, ist nicht selten weg: In Schmalzgrube oder im Hier & Jetzt einem „hungrigen Rudel“ ausgegrenzt. Da schweigt es sich leider ganz gut. Bloß, dass wir so ewig auf der Stelle treten werden.

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Schweigen und Aussitzen ist nicht idyllisch. Nur die Ruhe vor dem Sturm, ihr Lieben!

Ich appelliere heute an eine Arbeitsgemeinschaft, die wirklich große Klasse sein könnte, da sie sehr viel mehr tolle Mitarbeiter inne hat, als weniger tolle. Und die wenig Tollen können zu Tollen verändert, sanft manipuliert, glücklich gemacht werden.

Ich appelliere an eine Überdosis Menschlichkeit, die intern meist gänzlich fehlt. – An flachere, moderne Hierarchien und die Eigenschaft derer, die etwas weiter oben stehen dürfen, nach unten gelungen und gekonnt zu motivieren, anstatt ausschließlich hart zu delegieren und zu befehlen.

Ich appelliere an Förderung statt Unterdrückung. Punkt.

Ihr Lieben, ihr könnt nach außen hin immer bemüht um ein perfektes Bild sein. Dieses hinkt bekanntermaßen oft genug gewaltig. Glückwunsch dabei an Public Realitions und loyale Kollegen. Vielleicht wäre es langfristig trotzdem cleverer im Innen anzufangen? Da nachhaltig.

Ihr könnt mit einem guten Gehalt, mit einem überirdischen Auslandsgehalt, Sicherheit und einer guten Rente erstmal die Massen locken, ja. Aber niemand sollte nur für das leben.

Das Aussehen entscheidet vielleicht wer zusammen kommt… Doch der Charakter entscheidet wer zusammen bleibt.

Und die meisten realisieren genau das früher oder später. Also: Wollt ihr die Massen locken, und die Klasse resigniert irgendwann? Sie nehmen euch permanente gravierende Fehlentscheidungen krumm, großzügig Disziplinarverfahren zu verteilen, noch mehr Härte, die ewig Falschen zu befördern oder zu begünstigen und sie flüchten sich in Passivität, ins Dauerkrank (was man in diesem Status locker kann) oder kehren euch gänzlich den Rücken.

Es gibt das Zitat:

I have a limit and when you reach it I dismiss you from my life. It’s that simple.

Schwere Zeiten für euch gerade: Etliche „Häuschen“ und „Wägelchen“ sind heute wie leergefegt, Dauerkranke, Abgeordnete. Das ist keine Win-win-Situation. Weder für die eine Seite noch für die andere. Eine Lösung muss her!

Warum schauen wir uns nicht ein wenig mehr Moderne bei unseren größten „Konkurrenten vom Land“, oder auch in der Wirtschaft ab? Dort wird weniger von einer scharfen Hierarchie und Härte gehalten und das erfolgreich. Auch der freche Spruch, „dass Machtmenschen, die es in der freien Wirtschaft nicht schaffen, bei euch nach oben kommen,“ beruht auf trotzigem Frust über eine unbefriedigende Führungsweise. Noch einmal: Eine Lösung muss her!

Wo ist der Gedanke „Freund und Helfer“ hin? Wir haben Bürgernähe und könnten strahlen. Ich habe unglaublich viele, tausende, tolle Kollegen kennengelernt mit denen ich arbeiten durfte, die für die Tätigkeit an sich brennen, sich (noch) unermüdlich einbringen und denen wünsche ich von Herzen, dass sich etwas ändert. Damit es nicht eines Tages noch weniger hell als dieser Tage ist und dann zutrifft:

I reward loyalty with loyalty. I reward disloyalty with distance.

Umdenken Bitteschön!

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Auch ein sanftes Äusseres, kann eine starke Meinung leben und vertreten.

 

Every experience is a valuable teacher

Am liebsten mögen wir alle die Sonnenscheinmomente im Leben. Die, in denen wir Glückskinder sein können, uns befreit und unbeschwert leicht fühlen.

Zeiten, in denen der Schuh nicht drückt, der Cinderella-Schuh des Prinzen gar passt, und wir glückselig in unserer Komfortzone lachen, glucksen, geliebt und anerkannt werden. „Es läuft“ sozusagen ganz wunderbar. Die Welt ist wunderschön!

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Die Gönneranlage in Baden-Baden. Einer der wunderhübschen friedlich-ruhigen Plätze dieser Welt.

Über uns strahlt die warme Sonne. Vorbei ziehen, wie flüchtige Gedanken, fluffig weiche Schäfchenwolken, die das babyblaue Firmament hübsch zieren und uns Schatten spenden. Zwischendurch darf es auch gerne einmal zart regnen. Dann nämlich, wenn es ein schöner lauwarmer Regen ist, der uns angemessen erfrischt. Und genau so, soll das bitte unser ganzes Leben lang sein und bleiben.

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Bunt, schön, herrlich unkonventionell. Und immer? Vom Glück geküsst natürlich! :-)

Wir können uns auch von sämtlichem Unschönem trennen, Situationen und Menschen hinter uns lassen, die nicht mehr passen und glücklich in unserer hübsch selbstkreierten Welt leben. Und das kann funktionieren: Ja, Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang.

Bis schließlich doch irgendjemand oder irgendetwas unsere träumerische Ruhe und Harmonie stört. Er/sie/es durchdringt den Dornenwald zu unserem Märchengarten und stiftet Unruhe im Reich der Herzkönigin, der Sonnenprinzessin, der Harmoniebedürftigen.

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Eine Komfortzone oder eine feste Heimat zu haben, sind Dinge, die mir niemals wichtig waren. Und sie sind es mir auch heute nicht. Menschen und Plätze, die mir am Herzen liegen, trage ich in genau diesem. Völlig egal dabei, wo ich gerade bin. Vielleicht wünsche ich mir aber „Heimat“ für später einmal. Und dann werde ich zurück nach Baden-Baden ziehen, oder auf eine einsame Insel, irgendwo im Nirgendwo.

Komfortzonen sind mir stets zu gemütlich, zu passiv und ich habe schon immer versucht, Menschen in meinem Umfeld anzuregen und zu animieren Neues auszuprobieren.. eigene Grenzen auszureizen.. neugierig und offen für Erfahrungen, alle Orte und verschiedenste Menschen zu sein.. über den Teller zu schauen.. lernen.. leben.. in verschiedenste Rollen zu schlüpfen.. auszuprobieren.. spielen.. kreieren.. extreme Gegensätze kennenzulernen und zu lieben. „Anders sein, statt Mainstream zu leben“ eben. Mein Credo und Motor.

Die Welt ist (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach) zu wunderhübsch bunt und es gibt viel zu viel zu tun – auch mit Herzensbildung – statt staubige Konventionen und irgendwelche starren Regeln zu befolgen… Als an nur einem einzigen Wohnort zu bleiben, immer an denselben Ferienort zu reisen, Pauschalurlaube und Zeit mit dem ewig selben Bekanntenkreis und Umfeld zu verbringen… Als dem immer gleichen Beruf, der immer gleichen Position, Loyalität zu widmen während wir immer mehr in Langeweile abdriften… Und – ganz besonders wichtig: als sich der spießigen Meinung der Gesellschaft über „gewollte, gemusste“ Normalität zu fügen. Hurra!

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„Sorry“, ich ticke schon immer und das hoffentlich lebenslang „ein bißchen anders“.

Das alles werde ich vermutlich noch mein ganzes Leben lang predigen und selbst so leben sowieso. Auch, dass andere ohnehin genau das über uns denken, was sie über uns denken wollen und dass sie das doch ruhig können. Es ist allein ihre Sicht der Dinge. Und:

Wer busy in seinem eigenen Leben ist, der hat weder Zeit noch Lust dazu, andere & andere Vorstellungen und Lebensweisen zu kritisieren oder zu belächeln.

Eine, meine Passivität hatte ich in einem anderen Bereich: Der Verdrängung anstatt der Aufarbeitung meiner Kindheit. Mit rosaroten Scheuklappen bin ich dieser Geschichte sehr viele Jahre lang (scheinbar) formvollendet und erfolgreich aus dem Weg gegangen. Ich habe den Weg der großzügigen Verdrängung gewählt. Nicht dauerhaft erfolgreich allerdings, sondern nur bis zu dem Zeitpunkt, bis mich das Schicksal vor ein paar Jahren, zur Aufarbeitung der Vergangenheit gezwungen hat. C’est la vie!

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Blassrosa, umwerfend, fabelhaft!

Oprah Winfrey hat in ihrem Buch „What I know for sure“, folgenden Satz niedergeschrieben:

„Healing the wounds of the past is one of the biggest and most worthwhile challenges of life.“

Und diese Wunden, aus unseren nahen oder fernen Vergangenheiten, können welche verschiedenster Art sein. Und wie Oprah Winfrey, machten und machen diese Erfahrung, wie ich inzwischen auch, noch viele andere.

Denn jeder von uns trägt einen mehr oder weniger dunkleren Fleck, einen kleinen oder größeren Rucksack – sein Päckchen – spazieren. Und wer sich nicht von allein dazu aufrafft diese Bereiche zu heilen, anzugehen, sich ihnen zu stellen, für den treten von Zeit zu Zeit immer wieder Menschen oder Situationen in unsere Leben, um daran arbeiten zu können.

Wer sich nicht stellt, den zwingt das Schicksal früher oder später. – Zum Glück – denn dafür können wir dankbar sein.

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„I do not exist to impress the world. I exist to live my life in a way that will make me happy.“

Manchmal können wir auch dann erst klar und wolkenlos sehen. Dinge, die wir unter bunten Farben nicht erkannten, Muster, mit denen wir dann endlich anfangen dürfen zu brechen. Völlig egal was das sein mag. Sei unser eigener Rucksack: cosy Bequemlichkeit, zu viel Sicherheitsdenken, knallrote Selbstgefälligkeit, kanarienvogelgelbe Missgunst, blasse Unzufriedenheit, Ex-Beziehungen, verlorene Freunde, Komfortzonen-Rumgesitze, schlechte Ernährung, Süchte, Fluchten, Abschiede, zu wenig herzchenrote Selbstliebe, Kindheit, Jugend, Straftaten, mangelnde Nächstenliebe, Falschheit, Feigheit, Stutenbissigkeit, schwarze Krankheiten, graue Handicaps, Pessimismus, Langeweile, Egoismus, Nicht-in-die Puschen-Kommen, Auf-der-Stelle-Rumgetrete, Traumata und anderes Trauriges.

Deswegen ja:

Every experience is a valuable teacher.

Ob eine schöne, weniger schöne, oder auch schmerzhafte Erfahrung: das Tolle dabei ist, dass wir gerade aus den unschönen, schmerzhaften und unliebsamen Erfahrungen unglaublich vieles lernen und mitnehmen können. Wunderschönes, Brauchbares, Bannbrechendes, Faszinierendes, und uns – erleuchtet, bereichert.

 

Smalltalk im Net

Heutzutage dreht sich ja vieles um Likes und Follower. Und natürlich wurde auch ich bereits darauf angesprochen und habe schon darüber nachgedacht, auf meinem Blog Plugins einzubauen. Plugins, die ein Liken ermöglichen und zeigen würden, wie viele Besucher der Blog hat.
Meine Gedanken dazu waren vorrangig großer Neugier geschuldet und schnell habe ich mich umentschieden und beschlossen, dass es völlig egal ist wie viele Besucher sich auf meiner Seite tummeln oder auch nicht. Die Seite – also PetissaPan – soll “irgendwie frei sein”. Das ist mein Gedanke dazu.

Wozu dieser Blog da ist: dass ich erzählen, inspirieren & motivieren darf. Und allein damit erreiche.

Mein Weg – mein Ziel.

Ob ich jedoch für zwei, 20 oder für über 200 Leute schreibe ist uninteressant. Es würde nämlich, selbst wenn ich es wüßte, an meinem Schreibverhalten (Qualität & Quantität) überhaupt nichts ändern.
Wem es auf einer Seite gefällt, der kommt gerne immer wieder. Andere sind neugierig, verirren sich auf einer Homepage, werten und kommen nicht mehr zurück. Feel free!

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Der Blog hier? Reality & Fantasy.

Blogs können eine freiere – auch altmodische(?) – Angelegenheit ohne LikeButtons, Besucherzähler und Werbung sein. – Außer der Selbstdarstellung des Bloggers natürlich, und der Werbung für das jeweilige Thema, die individuelle Herzenssache, eine besonders Weltansicht etc.

Und solche Blogs, gibt es einige. Meiner stellt da keine Ausnahme dar. Es ist auch heutzutage nicht für jeden zwingend notwenig Plugins einzurichten, die uns steigende oder sinkende Besucherzahlen signalisieren oder eine Vorliebe für bestimmt Vorträge bestätigen. Möglicherweise ist es auch eine Rebellion? Abseits des Mainstream?

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Ich weiß nur eins: Jeden einzelnen Beitrag den ich hier schreibe, mag ich genau gleich gern. Und jeder der hier liest, mag für sich selbst wissen, was er davon hält. Dafür ist es nicht nötig, dass mir jemand – mit einem Smiley, einem Herzchen – zeigt, dass ein Artikel besonders gefällt. Dies bleibt ein sanftes Geheimnis des Lesers. Warum auch nicht?

Und was mich sehr viel mehr beschäftigt: Wie intensiv beschäftigen wir uns überhaupt damit, was wir da im Internet so alles liken? Schauen wir Fotos länger als ein paar Sekunden an? Erkennen wir, dass über/unter dem Foto ein Link zu einer Seite angebracht ist? Und öffnen wir den, bevor wir das Gesamtpaket liken? Und wenn wir den Artikel öffen: lesen wir ihn, oder nur die Überschrift und liken – klicken weiter? Nehmen wir uns überhaupt noch die Zeit, viel und vielseitig zu lesen? Und, wie ist das eigentlich:

Ist Liken der Smalltalk, und sind Kommentare die Gespräche im Internet?

Über Kommentare freue ich mich umso mehr, da die das einzige Feedback sind das ich bekommen kann. Und Feedback ist eine schöne Sache: ob positiv oder negativ. Genauso wie es inspirierende Gespräche sind. Smalltalk hingegen, kann hin & wieder „ganz nett“ sein.

 

„Screw it – let’s do it“

Gut kann ich mich an ein Gespräch mit einer Freundin von mir und deren Cousine erinnern, das wir vor ein paar Jahren geführt haben. Meine Freundin, Controllerin mit abgeschlossenem BWL-Studium, ihre Cousine, Lehrerin auf einem Gymnasium.

Wir haben darüber geredet, ob das jeweilige Studium für den heutigen Job wirklich erforderlich war oder nicht. Bei der Lehrerin mochte das noch in größeren Teilen zutreffen, meine Freundin jedoch verneinte, und sagte aus, dass sie den Beruf, dem sie heute (sehr erfolgreich übrigens) nachgeht, auch ohne ihr Studium sehr gut ausführen könnte. Was in der damaligen Ausschreibung für ihren Posten als Voraussetzung allerdings aufgeführt war: “Abgeschlossenes Studium in BWL”.

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Ein abgeschlossenes Studium ist wie das Abitur in der Berufswelt ein absoluter „Türöffner“. Und heute vielleicht mehr als jemals zuvor, da immer mehr junge Leute in Deutschland Abitur machen und ein Studium abschließen. Somit werden jene, die das nicht vorweisen können, gleich vorweg ausgesiebt, auch wenn sie anderweitig ihre Erfahrung gesammelt haben oder das könnten, über ganz wunderbare Eigenschaften verfügen und sich schlicht außerordentlich schwer damit tun – zu lernen, still zu sitzen, in der reinen Theorie. Dafür sind die vermutlich hervorragende Praktiker und Macher. Das pralle Leben lockt!

Entbehrt es nicht jeder Logik, wenn ich das Studium für einen bestimmten Beruf überhaupt nicht benötige, da die Anforderungen andere sind, als die die ich mir durch ein bestimmtes Studium aneignen kann?

Chapeau für alle die, die ein Abi, ein Studium mit Leichtigkeit, großem Genuss und Klasse absolvieren. Und für alle anderen? Für die bin ich überzeugt davon, dass Hartnäckigkeit, Geduld und Biss sich ausbezahlen. Wenn und weil sie es auch auf anderem Weg probieren wollen oder einfach müssen.

Nicht jeder kann mit einem „schwarzen Schaf“ umgehen, und nicht jeder macht sich selbst gern zu diesem schwarzen Schaf (das die Herde verlässt?).

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Sehen wir uns meinen Liebling Richard Branson an, der keinen Schulabschluss hat. Zudem ist Branson Legastheniker, zu was er sich offen bekennt, und soll an ADHS “leiden”.

Menschentypen wie Branson zerbrechen nicht daran, dass sie ein Handicap haben. Im Gegenteil: sie machen sich das zu Nutzen. Ich bin mir sicher, und lege meine Hand dafür ins Feuer, dass er, anstatt sein Handicap ADHS als negativ anzusehen, einfach die große Energie, die ADHS mit sich bringt, positiv genutzt hat. Auch was seine Legasthenie angeht, hat er rebelliert, indem er nach seinem vorzeitigen Schulabgang ein Magazin („Student„) gegründet hat. Ausgerechnet er, mit seiner Schreibschwäche.

Einhörner sterben nicht aus. Willkommen in der Wirklichkeit!

Branson lebt längst auf der luxuriösen Sonnenseite des Lebens. Er wurde zum Inbegriff des Unternehmers, dem heute Millionen in Start-Up’s nacheifern. Angeblich wurde ihm einst von einem seiner früheren Schulleiter prophezeit, “dass er entweder im Gefängnis landen, oder Millionär werden würde”. Geschafft hat er beides. Im Gefängnis war er, nach meinem Wissenstand, nur für eine einzige Nacht; Millionär war er deutlich länger: ist heute gar Milliardär, mit eigener Fluglinie, Hotellinie und Happy-Sunshine-Insel.

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Ich lernte vor einigen Jahren einen Unternehmer kennen – einen außergewöhnlichen self-made man. Er wurde von einem Jungen, der eine extrem gewaltgeprägte Kindheit erleben musste, zum super-erfolgreichen wie vielseitigen Entrepreneur.

Einen anderen, der immer als letzter, in dem schmutzigen Badewasser der Familie baden musste. Es war kein Geld dafür da, für fünf Familienmitglieder, jeweils Wasser neu aufzufüllen. Er war der Jüngste und der Fünfte, der in die dreckige Brühe „durfte“. Mir sagte er damals, “dass er nicht weiß, ob er nicht nach dem Baden schmutziger war, als zuvor”. Auch er hat es vor Jahren an eine Spitze in der Geschäftswelt geschafft. Soweit ich mich erinnere: ohne studiert zu haben.

Hellblau und Rosarot. Wolke Sieben und Träume die wahr werden.

Piech und Maschmeyer: ähnliche Beispiel. Eine Kindheit, geprägt von Armut und/oder Gewalt, persönlichen Handicaps und so ganz weit nach oben gekommen.

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Dass so ein spezieller Weg viele Jahre dauert, ist klar. Aber manche haben ein großes Ziel vor Augen, an dem sie sich festbeißen. Und dabei ist es völlig egal, welches Handicap, welche Kindheit und welche Schulabschlüsse sie mit sich herumtragen müssen oder können.
Heute winkt bei Branson jeder ab: “Ach ja, der. Der hat leicht reden, mit all seinen optimistischen Ratschlägen etc. Der ist reich und hat dies & das, was ich auch will”.

„Der hat leicht reden“? Nein. Ohne seinen optimistischen Willen hätte er sich weder durchgebissen – noch würde er heute da stehen, wo er steht.

Der Weg, den er dafür viele Jahrzehnte lang gegangen ist, und jeder andere meiner oben genannten „Beispielsmenschen“ ebenfalls, war sicher alles andere als leicht. Dafür lang.

Auf Steine, die uns in den Weg gelegt werden, können wir auf zwei völlig unterschiedliche Arten reagieren: Daran wachsen oder daran zerbrechen. Was jeder einzelne daraus macht, ist ihm selbst überlassen.

Nach den Sternen greifen; Ich mag den hellsten haben. Ohne „bitte“.

Tja, und so wachsen manche märchenhaft über sich hinaus. Mehr, als es welche mit „normaler Kindheit“ und ohne Handicaps tun. Denn eins ist sicher: Je größer ein Stein ist, den wir beseitigen müssen, desto einfacher fallen uns weitere Widrigkeiten auf dem Weg zu unserem Ziel. Welches immer das sei.

Fantasie ist (m)ein Selbstläufer. Work hard! Dream big! – Von einem Land in dem Milch und Honig fliessen, Friede herrscht und Vögel zwitschern, Bienen summen.

Und da ist „immer wieder eine Absage zu bekommen, weil ich (noch) kein Abitur und vielleicht niemals ein Studium haben werde“, doch recht wenig. Es gilt DIE eine Lücke zu finden. Mit einem Kompromiss würde ich mich ohnehin nicht zufrieden geben und „warte“ deswegen gerne länger. Und wenn es Jahre dauert, und ich bis dahin mein Abitur und ein abgeschlossenes Studium hätte. Brauchen werde ich vielleicht morgen schon nichts (mehr) davon.

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Das liebe ich so sehr am Leben: Geschichten, die der Realität entsprechen, und dabei so herrlich aussergewöhnlich & interessant, inspirierend wie magisch – auch dramatisch sind.

Wir sollen ein Ziel nicht erreichen können, nur weil wir über ein entsprechendes Studium nicht verfügen? Also bitte!

Ich meine so etwas widerlegten Menschen bereits vielfach und werden es auch weiterhin tun. Denn wenn wir uns selbst sehr gut kennen und unsere Ziele mit Ausdauer und Leidenschaft verfolgen, aufmerksam sind, dann reicht eines Tages ein Fuß in der Tür, und wir sind drin.

Wo ist bitte die Tür? :-)

Oder wir kreieren auf dem Weg dorthin eine ganz eigene Welt. A la Alice vielleicht?

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Madama Butterfly

Eine Wiese in einem weiten Park. Bäume, deren Knospen blühen und in ihren cremeweißen und sanftrosa Farben, hübsche Kontraste zu dem leuchtenden hellen Grün der Blätter bilden.

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Zwischen den Bäumen: gespannte Leinen, an denen lange Textilien mit Schmetterlingsaufdrucken hängen. Zarte pastellgelbe Zitronenfalter, der blaue Admiral. Eine Frühlingswiese. Duftig, lecker, frisch!

Ich gehe Barfuss darauf, – meine Schuhe in einer Hand, – und streichel mit den Fingerspitzen der anderen, die Blätter am Baum, die weichen Stoffe. Und während der Wind die Textilien sanft wiegt, flattern die Schmetterlinge wie vor meinen Augen. Ich schliesse sie. Die sanfte Sonne küsst meine Nase, kitzelt, und ich erwache.

„Gut geschlafen, Prinzessin! Mit Schmetterlingen auf den Laken. Ziehe die Schuhe an und ab in den Park. Natur ist Leben – Leben ist wunderbar. Und heute grüße ich jeden einzelnen Schmetterling für dich!“

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„Voll das Leben“

Wir können in unseren Leben so viele tolle Sachen machen: über den Tellerrand hinausschauen, ausprobieren, lernen, Herausforderungen annehmen, Neues wagen und Altes abschließen oder offen lassen. Augen auf Bitteschön, die Welt ist schöner und bunter als jeder Süßwarenladen. Es gibt Millionen Möglichkeiten eingefahrene Wege zu verlassen, oder diese und sich vielseitig zu bereichern. Unsere Leben sind endlich – die Möglichkeiten sie so reich und bunt wie nur möglich zu gestalten sind unendlich. Viel Spaß im Leben! Liebe Grüße, PP

Vermutlich bin ich ein Workaholic, denn ich entspanne und finde Ruhe in der Aktion. Und das schon mein ganzes Leben lang.

Dieser Beitrags ist für alle bestimmt, die entweder ähnlich viel Energie haben und sich ihr Leben lang, in den unterschiedlichsten Bereichen großzügig auspowern. Oder wer Inspiration sammeln mag, wie man Langeweile erst gar nicht aufkommen lässt und Bereicherung in Aktion und Vielseitigkeit finden kann.

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Ein Maiglöckchen von sooo vielen!

Für mich gibt es nichts weniger Entspannendes als passiv vor einem Fernsehgerät zu sitzen oder einen Strandurlaub. Beides mindestens dreimal ausprobiert und für nicht gut für mich und mein Wesen befunden. Lieber mache ich alle paar Jahre einen wirklich unvergesslichen Urlaub und jedes Jahr eine Handvoll Städtetrips.

Am Strand gibt es nichts zu tun. Während meine Freundin, beziehungsweise mein Freund, in der Vergangenheit in der Sonne schmorten, still und selig mit geschlossenen Augen da lagen, saß ich auf meinem Handtuch und fragte mich, was mit mir nicht stimmte. Für mich bedeutete ein derartiger Urlaub puren Stress und so mache ich diese Art von Urlaub heute nicht mehr. Mir war permanent langweilig und ich fragte mich: “Wann geht’s endlich los, was können wir unternehmen?!“. Auch wenn es nur eine Galerie, eine Shoppingtour oder ein Strandspaziergang gewesen wären.

Manche Menschen müssen einfach immer irgendetwas Produktives machen, Neues sehen, in Inspiration tauchen, spielen, phantasieren, Eindrücke inhalieren und verarbeiten. Es muss dabei sicher nicht immer die ganz große Aktion sein. – Nachdenken und grübeln reichen bisweilen auch für ein wenige Stunden, aber nur liegen, sich sonnen, „abhängen“, „rumsitzen“, nicht von der Stelle kommen oder sich berieseln lassen, tun manche tatsächlich nicht gern, langweilen sich, werden unruhig und Ruhen eben nur dann, wenn sie schlafen. Vielleicht auch gerne mal 20 Minuten am Nachmittag.

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Glücksrad. Bunt & Perspektiven. Blicke auf die Welt, die Stadt, eine Situation.

Ja, mir ist bewusst, dass ich schon öfter davon geschrieben habe, dass ich Ruhe brauche und es liebe, alleine nach Hause zu kommen um da aufzutanken. Die Ruhe die ich damit meine, ist allerdings die, dass niemand da ist und irgendetwas von mir wollen könnte. Und sei es auch nur neben ihm zu sitzen und TV zu schauen. Und das Auftanken das ich meine, ist ein Auftanken, wie ich es nur in der Aktion finden kann: Meist sitze ich dann noch für viele Stunden an meinem Mac und schreibe, recherchiere und verwerfe, schreibe neu. Fertig damit bin ich erst dann, wenn ich einen Artikel viele Male überarbeitet und umgeschrieben habe. Als perfektionistisch würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich will zufrieden sein. Und glücklich und zufrieden: ist das nicht das Ziel von uns allen?

Lesen ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, aktiv zu Entspannen und sich Wissen anzueignen: sei es für das tägliche Wissen (Zeitung), auf Karrierepfaden, „Selbstoptimierung“ und/oder um an seiner Technik in einem bestimmten Sport oder einem Hobby zu feilen. Romane und Krimis können auch sehr viel: beflügeln Phantasie und regen zum Träumen und aktiven Mitdenken an. Selbst mag ich Romane weniger, dafür gerne auch Biografien. Aktuelle lese ich Geoffrey James’ “Business without the bullsh*t”. Daraus stammt auch der Satz:

„It never hurts to explore more than one area of interest, if only to diversify your skills“ 

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Nobody’s perfect. Aber unser Tun, unsere Gedanken, einige Momente können es sein.

Für mich ist der Begriff „Tausendsassa“ überhaupt nicht negativ behaftet. Ich fand Menschen schon immer faszinierend, die auf vielen Gebieten mitreden und mitmachen können und begeisterungsfähig und offen für viele verschiedene Bereiche, – das Leben an sich sind, und nahm mir solche schon früh als Vorbild. Selbst bin ich deswegen lange schon jemand, der Dinge selbstständig in die Hand nimmt, indem er vieles erarbeitet und ausprobiert.

Wenn ich gerade regelrecht blockiert bezüglich einer Sache bin, tut es mir jeweils sehr gut diese eine Sache zu pausieren. (Es sind ja noch genug andere da.) Effektiv ist diesbezüglich Richard Bransons Blick auf die Dinge, der sagt, dass wenn eine Sache nicht klappe, wir kurzfristig Abstand davon nehmen sollten, um einen objektiveren Blick aus der Distanz wagen zu können. Was natürlich auch ein guter und weit verbreiteter Rat vieler anderer Ratgeber sein wird. Hier von Richard Branson, denn er ist einer meiner selbsterwählten Long-Distance-Mentoren.

Ein Beispiel aus dem Reitsport: In „blockierten Situationen“ habe ich mein Pferd in den ersten Jahren der Sportreiterei noch jeweils gesattelt und bin aufgestiegen, um nach wenigen Runden aber zu realisieren, dass es heute eben nicht klappt. 2, 3 Tage nicht zu Reiten brachten Abstand und den gewünschten Erfolg: Der Knoten war geplatzt und die paar Tage Reit-Pause waren genau das Richtige und verschafften mir einen Schub. Ich kann Bransons Rat, und den aller anderen, die das als gut ansehen, nur herzlich weiterempfehlen.

Distanz zu Dingen zu suchen, um einen Blick auf das gesamte Bild zu bekommen ist wichtig. Gerade dann, wenn wir vieles selbstständig erlernen, ein Autodidakt sein wollen.

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Die eine Hand darf ruhig wissen, was die andere tut.

Bei Menschen die sehr vielseitig aufgestellt sind, gibt es, aufgrund der ganzen Vielzahl an Interessen, sich häufig wechselnde Schwerpunkte und immer wieder Dinge die pausieren oder enden. Wichtig finde ich, dass wir nicht mitten in einer Sache aufhören, sondern diese zu einem (vorläufigen) Ende mit einem Zwischenerfolg bringen, beziehungsweise für uns abschließen.

Ein knappes halbes Jahr habe ich nächtelang an meinem ersten Buch geschrieben, es selfgepublished, weil es kein Verlag haben wollte und seitdem noch kein neues Buch angefangen. Aber: es wurde fertig geschrieben, veröffentlicht und so bereits zwischen 50 und 100 Mal verkauft. Golf pausiert bei mir aktuell ebenfalls. Davor habe ich aber darauf geachtet, mein Handicap auf unter 36 zu spielen so, dass ich, falls ich später wieder damit anfange, nicht bei Null, nämlich Handicap 54, anfangen muss. Und das Nähen: Ich hatte bereits zweimal VHS-Kurse besucht und jedes Mal nichts für mich mitnehmen können, bis ich mir ein Buch (lesen :-)) zum Thema bestellte, mich alleine Zuhause hinsetzte und in vier Monaten über 20 Tuniken nähte, für die ich jeweils zwischen fünf bis zehn Stunden an der Nähmaschine saß. Und aktuell mache ich auch beim Nähen Pause. Mein Schrank ist voll.

Für manche Menschen verlieren Dinge eben auch ihren Reiz, sobald sie sie können, die Herausforderung damit fehlt oder merken, dass sich daraus eben nicht „mehr“ – also eine Geschäftsidee, ein Business, eine Sportlerkarriere etc. kreieren lässt.

Das Ziel beim Nähen war für mich, dass ich die hübschen Tuniken, die ich im Iran gekauft hatte, in Deutschland nachnähen wollte. Und der Zweck meines Nähens heute ist der, dass ich entweder selbst noch einmal einen tollen Stoff sehe und mir sage: „Wow, genau davon möchte ich noch ein Kleid haben“, und mich dann ans Werk setze, oder jemand anderer an mich herantritt, der gerne eine Tunika aus meinen Händen haben möchte.

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Cutie No. 12

Lesen, schreiben, nähen, sinnieren, reflektieren. Oft tue ich das auch mit Oropax, wenn mein Nachbar gerade mal wieder Schlagzeug übt, oder andere Nachbarn auf dem Balkon sitzen und ich im Sommer, bei offenem Fenster, jedes einzelne Wort verstehen würde. Das ist Ruhe und Entspannung für mich. Und das ist es auch. Gerne ausprobieren bitte.

Entspannung finde ich aber auch Draussen: Früher habe ich bis zu drei verschiedene Sportarten in einen Tag gepackt. Und als ich in Brüssel, wo ich auf der Nato gearbeitet habe und ausschliesslich Nachtschichten hatte, morgens um 7 Uhr Feierabend machte und andere Kollegen nach Hause gefahren und ins Bett gefallen sind, bin ich in die Schule und habe noch vier Stunden Niederländisch-Unterricht genossen.

Im Iran, beziehungsweise Teheran, wo das Leben sehr anstrengend war (Luftverschmutzung, Dauerstaus und Hitze) bin ich nach den 10/12-Stunden-Tagen auf der Botschaft in meinen Bungalow zurück und habe Psychologie für mein 1. Semester im Fernstudium gelernt. Anscheinend trotzdem nicht genug: Ich habe nämlich nicht bestanden. Als umsonst sehe ich es dennoch nicht an, da ich in dieses Studium hineinschnuppern wollte und konnte. Ich hätte ohnehin nicht weiter studiert. Es ging lediglich um eine sinnvolle Beschäftigung in einem Land, in dem es wenig Freizeitwert gab. Trotzdem war mein Ziel natürlich die Prüfung zu bestehen.

Auch bei der Polizei in Deutschland war es nach Jahren zunehmend so, dass mich die Arbeit weder noch vollkommen erfüllte noch forderte. Ich kannte den „Laden“, meine Aufgaben und so suchte ich mir permanente Herausforderungen in meiner Freizeit. Meist war das, wie oben schon beschrieben, sehr viel Sport. Aber ich habe parallel zu meinem Vollzeit-Polizeiberuf auch dreimal verschiedene Nebenjobs im Service gewuppt, sowie eine Ausbildung an einer Privaten Bildungsakademie zur Fitnesstrainerin und Ernährungsberaterin gemacht.

Ich meine, dass es völlig egal ist, welche Bereiche das Interesse eines einzelnen wecken. Sprachen, Handwerkliches, Nebenjobs, Fortbildungen, Sport: alles da, um unsere Welt farblich zu bereichern, aufzuhübschen, unseren Horizont zu erweitern, Neugier zu befriedigen und dabei sein zu können, mitreden zu können.  Je vielseitiger desto besser! Und das je nachdem wie viel Energie wir in die unterschiedlichen Bereiche investieren wollen. (Und ohne dabei Workaholic zu werden. (Bei mir liegt das eben in den Genen.))

Ich sehe da auch eine Parallele zu gesunder Ernährung (Gesunde Ernährung, die Wertschätzung des eigenen Körpers bedeutet.): Wenn ein Anfang gemacht ist, zieht Positives noch mehr Positives an.

Habt einen wundervollen Tag!

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