Sternschnuppe

Filigran elegantes Ballett und Boxen, mit geballter Faust, geduckt, und stark.

Dekadenter Genuss, die Liebe zu Geld, und niedlicher Verzicht, Fleiß, Freude im winzig Kleinen.

Und Mann & Frau.

Vielleicht liegt die größte Freude, der mächtigste Spaß, und dabei so wundervoll unbezahlbare Bereicherung, im Vereinen von exquisit erwählten Extremen.

Dasein ist Pflicht, und wär‘s ein Augenblick.


Johann Wolfgang von Goethe
Antibes

Text & Foto: PetissaPan

Quelquefois

Du kannst barfuss verträumt über Wiesen schlendern. Dir Gänseblümchenkränzchen für dein Haar binden, von pinken Limousinen und dem Prinzen auf dem weißen Pferd träumen.

Du kannst süßen Milchreis und Heiße Schokolade lieben. Im Café um die Ecke genauso, wie im 5-Sterne-Hotel, wo andere besten Rotwein trinken und Tomahawk dazu essen.

Liedchen trällernd Pilze und Blaubeeren pflücken gehen. 

Und du kannst ganz wunderbar darauf pfeifen, dass Rosa und Flechtfrisuren angeblich in die Kindheit gehören sollen, und Lila der letzte Versuch sei.

O, suche nie dein Glück im Weltgewimmel: je tiefer in dich zurück, je höher im Himmel.


Otto Ludwig
Biot

Text & Foto: PetissaPan

18 Grad

Erkennend und sehend, und doch sich einen Dreck darum scherend, was andere davon halten.

Gerade, geradeaus, gerade, wenn der eigene Massstab, der auch für die anderen ist.

Und ein Eclair ist nicht halb so gut, wie der Wunsch, die Person sein zu wollen, die man selbst anzutreffen wünscht.

Chapeau!

Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben!


Otto von Bismarck
Antibes – Sommertagtraum

Text & Foto: PetissaPan

Femme like you

Das leichte Sommerkleid zu derben schweren Boots, gehst du. 

So entzückend schmal in der Taille, mit gerundet schwingenden Hüften und langen dünnen schwungvoll begleitenden Armen dazu. Verspielt, grinsend, lächelnd, leicht. 

An der Côte d‘Azur entlang. Schöne du!

Zwei Füße, auf grazilen Fohlenbeinen, die, sonst fest verwurzelt bestimmt, hier jung und wild auf Asphalt schlagen. 

Französische Sonne strahlt nur für dich.

Tragisch. Spaßig. Gut. Schönheit vergeht, Hektar besteht. Von Innen deshalb, nicht von Außen, haben beautiful people, beautiful problems.

Der Hals verlockend, so schmal und lang, zum Kuss geschwungen.

Leichtigkeit.

Nonchalance.

Genuss.

La vie est belle.

Antibes

Text & Foto: PetissaPan

Fein

Reich ihnen die Hand! Und nur diese. Butterweich. Festhalten, nie ohne Fingerspitzengefühl. Und einen Weg den du zu früh gehst, wirst du nicht mehr wieder ungeschehen machen und umkehren können, denn sie hassen Distanzlosigkeit, können Lügen kaum lesen und Subtilität nicht verstehen. 

Vertrauen muss, mehrmals vielleicht, schmerzlich so gelernt, sich künftig in ausreichend Zeit und Geduld verdient werden. Doch währt dann und so manches Mal – in reiner Dankbarkeit – nicht kürzer als ein ganzes Menschenleben lang. Und Freundschaft toppt fast immer Liebe.

Kind im Herzen du, welches du da schillernde Selbstdarsteller liebst, und die reichen Leben anderer, Freude, Glück und Sorglosigkeit einem jeden gönnst. Nacheiferst, ohne auch nur eine Spur von Neid. Auch Eifersucht kennst du nicht. Wahrst große Distanz jedoch, zu den dir Falschen. Stattdessen – und sehr viel lieber – im eigenen Farbkasten munter mischend, testend, malend. Aktiv. Ruhig für dich und quirlig im Außen.

I hate small talk. I love intimacy.


Diane von Fürstenberg

Text & Foto: PetissaPan

J’aime la vie

Schreiben, wie die alten Russen es noch konnten: Turgenev, Tolstoi, Dostojevski. Dabei stilvoll verführend und nonchalant lässig, wie die Französinnen; mit tiefrotem Cremestift, auf unangestrengt perfekt geschürzten Lippen. Vin Blanc und Weichspüler im Glas, und eine Fluppe zwischen den perfekt gefrenchnailten Fingern: Den Stift.

Die Schrift.

Schreibe;

das Buch.

Salut und salut!

Leben und leben lassen.

Friedrich von Schiller

Text & Foto: PetissaPan

Jabberwocky

Sie mag Unverbindlichkeit, wie einen fluffig sanften Flug in der First Class durch irisblütenweiß getränkte Wolken, über einen trunkenen kornblumenblauen Ozean.

Rausch ins Glück, Kauf-rush-rush nach Übersee. Der Kurztrip auf Hawaii, St. Barth. Träumend auch von Bransons Necker. Jung verspielt, wird viel gekichert. Und Haarsträhnen, verklebt in Crémant und seifig schmeckendem Tonkabohnensorbet, Parfait.

Schlanke sanfte Bräune an herrlich trainierten Bäuchen, und ehrliche – wenn auch leise süß geflüsterte – Wünsche und Verlangen. Die Zeit anzuhalten, während sie zwischen den Fingern in Glückseligkeit verrinnt, und Lust gerinnt, indem sie schmilzt, wie Hoffnung, in eben jenem lange vergangenen Hitzesommer.

Die Zeit ist unendlich lang und ein jeder Tag ein Gefäß, in das sich sehr viel eingießen läßt, wenn man es wirklich ausfüllen will.


Johann Wolfgang von Goethe

Text & Foto PetissaPan; meine Novellen.