Think pink!

Was ist wenn wir so denken? Auf die Art, dass wir alles um uns herum schön machen wollen und es sogar können? Das, weil wir es damit besser machen können.

Daran bin ich zuletzt auch mehr gescheitert, als dass es mir geglückt wäre.

Wir können die Welt aber verändern indem wir bei uns selbst anfangen! Davon bin ich bereits mein ganzes Leben lang überzeugt.

Bis vor fünf Jahren war ich so, dass ich ausschließlich Gute Laune und sprühenden Optimismus, Weichheit und Toleranz verbreitete, und immer gönnte, gab, mich mit meiner Energie einbrachte wo ich nur konnte und wo immer ich auch mit wem gerade war. Das konnten Wildfremde genauso sein, wie langjährige Kollegen, oder eine pessimistischere Freundin oder ein misstrauischer Bekannter.

Ich habe Beförderungen anderen mehr gewünscht als mir selbst, weil sie für mich keine Rolle spielten: Weil ich glücklich war in meinem Beruf, genau so und auf der Position auf der ich war.

Ich ließ Menschen frei, weil ich selbst frei sein wollte und spürte, dass ich es nicht für sie sein konnte, weil sie jemand anderen brauchten.

Ich versprühte Schönheit, weil ich selbst ein Auge und eine Liebe für Schönheit habe und das Gute in jedem sah.

Solvente Freunde und Bekannte wollte ich ständig dahingehend missionieren, dass sie sich für soziale Zwecke einsetzten, ehrlicher und fairer mit den Menschen umgingen und gerecht und mit Liebe und Nachsicht urteilten.

Und den Kerl, der meine Auslandskarriere auf dem Gewissen hat, den schwärzte ich, aus Rücksicht gegenüber seiner Familie, nicht an.

Dies alles mag sich wie das Herz einer Heiligen lesen, und die bin ich dann tatsächlich so gar nicht. Inzwischen könnte ich außerdem auch wieder etwas mehr für andere tun, aber erstmal wechsle ich nun meinen Standort.

Und heute weiß ich, dass wir ernten was wir säen. Zumindest meistens. Und wenn wir Gutes tun und einem Menschen vollkommen vertrauen und unser Herz öffnen, können wir entweder eine (platonische) Liebe fürs Lebens finden, oder eine Lehre fürs Leben erfahren.

Ich hatte zuletzt die Lehre erfahren und mich verloren. Aus vielerlei Gründen vollkommen verloren. Und damit selbst den Blick für das Schöne nicht mehr gehabt. Und wenn wir den verlieren, wie sollen wir Schönes dann an andere weiter geben? Klar, noch immer brach mein Sinn für Gutes und Schönes und dass ich es noch in anderen sehen konnte durch, aber doch sehr viel seltener als „damals“, davor …
Und dorthin zurückzukommen, oder überhaupt erstmals dort anzukommen, lohnt. Denn auch ich habe in den vergangenen 5 Jahren dann nur noch das geerntet, was ich säte. Weniger Glück, weniger Freude, weniger Liebe.

Wenn wir durch negative Erfahrungen lernen, uns Menschen sehr enttäuschen und wir uns auch selbst nur sehr schwer verzeihen können und hart mir uns ins Gericht gehen, lernen wir wohl am schmerzvollsten und damit schaden wir auf lange Zeit nicht unserem Umfeld, sondern uns vor allem selbst erst einmal.

Ich boxe seit einiger Zeit. Zumindest ist das eine Art Schattenboxen was ich da drei Mal wöchentlich tue. Als ich noch Polizistin war, hat mich boxen und Selbstverteidigung und „allgemeine Kampfkunst“ ziemlich angeödet. Nur schießen und das trainieren für Amok-Lagen mochte ich immer gern.
Dass ich momentan boxe hat wohl einen tieferen Sinn, der sich irgendwann lösen wird und in einem halben Jahr tanze ich wahrscheinlich nur wieder im Ballettunterricht an der Stange und hüpfe federleicht durch den Tanzsaal.

Wenn wir über längere Zeit tiefen Schmerz in uns spazieren tragen, müssen wir uns dem, nach anfänglich erfolgreichem Schönreden, dann doch irgendwann stellen. Sonst löst sich der Knoten nicht.
Das kann Sport sein, Tanz, boxen, Schlagzeug spielen, in den Wald gehen und schreien, darüber schreiben. Whatsoever! Jeder von uns wird seinen ganz eigenen Weg dafür finden.

Und wenn wir den gefunden haben, sollten wir die Welt wieder zu einem besseren Platz machen wollen.

Das achtsamer, weil wir dann mit mehr Erfahrung und indem wir nicht mehr ganz so blauäugig naiv durch unser Leben gehen, in Menschen nicht nur ausschließlich das Gute sehen und ins offene Messer rennen.
Das, weil wir selbst kennengelernt haben, wie sich Schmerz, Enttäuschung über andere und Wut anfühlen.
Das, weil wir klarer sehen können und dennoch an das Gute glauben, uns aktiv dafür einsetzen und Schönes erkennen, weil wir auch extrem Häßliches erleben mussten.
Gegensätze bereichern uns am Ende eben doch. Daran hatte ich noch niemals Zweifel.

Ich bin dankbar für jede Erfahrung die ich in den vergangen fünf Jahren gemacht habe, da sie mich irre durchgerüttelt hat, ich mich zwischenzeitlich selbst nicht mehr kannte: distanziert, kühl, kalt, hart, unmöglich, aggressiv und verheult war und inzwischen wieder weich und herzlich sein kann und mich auf meine Werte besinne – meinen Weg kenne. Arrogant kann ich auch. Meine Möchtegern-Prinzessinnen-Allüre, die ich nicht gewillt bin aufzugeben, weil ich Arroganz bei anderen selbst nicht verwerflich finde, wenn ich ein gutes Herz dahinter ausmachen kann.

Zeit, mal danke zu schlechten Zeiten zu sagen:

Ich bin dankbar dafür, viele Monate lang sehr gekonnt belogen und betrogen worden zu sein, um heute sehr gekonnt erkennen zu können, was Wahrheit und Lüge ist.

Ich bin dankbar dafür, meine Karriere verloren zu haben, weil ich mich so auf den Hintern setzen und für Neues einbringen wollte.

Außerdem mich gezwungenermaßen daran machte, meine irre Seite und meinen durchgeknallten Wahnsinn zu entdecken, freizulegen und zu leben. Unabhängig von der Meinung anderer zu sein. Es immer bunter zu treiben, mich noch tiefer in meine verspielte Seele und Verrücktheit hineinzugraben, während mir in meinem zielstrebigen Verstandsdenken und Biss immer klarer geworden ist, wer ich sein will, welche Ziele ich verfolge, welche nicht und wie ich erreichen kann, was ich mir für mein weiteres Leben ausmale. Ich möchte aber unbedingt auch „einen an der Klatsche haben und spinnen“.

Offen für Neues sollten wir dennoch immer immer immer bleiben! Und warum nicht wieder vom Weg abkommen?
Das Leben ist bunt und wie oft passieren Wunder, kommen unerwartete Gelegenheiten und Angebote, Wendungen, passieren Dinge, die uns neu über Pläne denken lassen.

Wenn ich mir noch einmal einen eigenen Markennamen ausdenken würde, könnte dieser statt von Peter Pan genauso gut von Alice im Wunderland inspiriert sein, da mich Optimismus, Gerechtigkeitssinn, das Gute und ein Hauch Naivität gleichermaßen antreiben, wie ein Kind im Herzen sein zu wollen und Freiheit.
Und wenn Richard Branson bezüglich einem Job-Angebot für Umweltschutz oder Menschlichkeit in seinem Virgin-Imperium an mich herantritt sage ich ganz klar „ja“. Erst mache ich allerdings die Schule fertig, – auch wenn Branson nicht mal einen Abschluss benötigt hat, um der zu werden, der er heute ist.

Na klar, fehlt es mir noch an Größe! Das, auch wenn ich sehr gewachsen bin in den vergangenen Jahren. Ich schrumpfe zwischendurch auch immer noch und immer mal wieder. Ich sage mich los – von Menschen, Plätzen, Städten … Ich kreiere mich noch immer und jeden Tag. Vielleicht falle ich auch morgen oder übermorgen noch ein weiteres Mal ganz böse und schmerzhaft auf die Nase.

Aber ist fallen schlimm, wenn wir aufstehen und trotzdem durchziehen – unsere Pläne, oder neue Pläne erreichen?
Geht Erfolg nicht genau so? Und geht es nicht allein darum glücklich zu sein und dieses Glück unter die Leute zu wirbeln?

Ich mag unbedingt noch mehr Größe entwickeln und wieder pure Schönheit sehen und versprühen. Ruhiger werden – vielleicht auch noch irgendwann. Auf dem Weg dorthin bin ich Bloggerin, Autorin, Möchtegern-Schriftstellerin, und Möchtegern-Motivatorin, und Möchtegern-Alice-im-Wunderland. So lange, bis ich’s tatsächlich bin.

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Macht es wie ich
Geht Ballett tanzen
Boxen oder nicht
Und macht andere Fehler
Oder dieselben
Die euch inspirieren über euch nachzudenken
Damit ihr erfahrt was ihr braucht
Um Schönes zu schenken

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Toleranz und Schönheit
– im Innen vor allem, und im erkennen von anderen – für uns alle!
Im Geben & Nehmen.

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(Text und Foto: Petissa Pan, April 2018)

Freiheit ist loslassen

In den vergangenen zwei Wochen habe ich vier Bücher (darunter zwei lange Romane) von Thomas Bernhard gelesen. Das, weil mich das erste Buch von ihm, das ich gelesen habe („Holzfällen“), derart in einen Bann gezogen hat, wie ich es bei keinem anderen Autor davor erfahren hatte.

Ich mag die Russen – besonders Turgenev – sonst am liebsten. Die schreiben über Liebe und Gefühlsschmerz so wunderschön schwärmerisch und düster melancholisch sehnend. Und ausschmückend, detailverliebt, witzig, mit stichelnd fieser Gesellschafts-Kritik, die das Gute im Menschen anregen soll und den Leser auf wahre Werte besinnen läßt. Das liegt mir und berührt mich im Herz.

Bernhard hat mich ausschließlich in Kopf und Verstand erreicht. Aber wie!
Er schreibt in harter, größtenteils verachtender, hasserfüllter, vor allem aber auch belustigender amüsanter Zynik, über seine großen Enttäuschungen und Wunden im Leben, und alles was ihn negativ umtreibt. Er spricht aus, was viele andere nur heimlich denken und nicht aufs Papier bringen (können).
In seiner unverfroren nackten Offenheit, dem schadenfrohen Humor, wenn man an die daraus resultierten Auswirkungen, bei den damaligen Adressaten innerhalb der Wiener Gesellschaft denkt, und dem ungewöhnlichen – sich andauernd wiederholenden – Schreibstil, ist er der Schriftsteller, der mich so sehr zum Lachen brachte, wie es kaum einer – vielleicht keiner – zuvor schaffte.

So arrogant, selbstgefällig und egoistisch er ist, so schonungslos hart geht er nämlich kritisch auch mit sich selbst ins Gericht. Und so etwas ist eine echte Seltenheit, zeigt Größe und war mir ein völlig ungewöhnlicher Lesegenuss, der mich sehr anregte und beschäftigte – aufwühlte – und mich tagelang mit nichts anderem, als mit ihm, seinen Werken und seiner Persönlichkeit beschäftigen ließ.
Und so etwas liebe ich: Faszination. Ein Mensch, der etwas in mir bewegt, aufreißt, tut, was ich noch nicht kannte.
Ein reflektierter Narzisst, den ich im wahren Leben nicht hätte kennenlernen wollen, da ich anhand seinen Werken – wie jeder andere auch – genau erkennen kann, welches Geistes Kind er war. Die Art Persönlichkeit, mit der ich mich nicht befreunden oder bekannt machen wollte.

Was er, außer mangelndem Herz und fehlender Charakterstärke, – was ich mir nicht zusammengereimt zu meinen habe, sondern was er in seinen Werken selbst ganz frei über sich zugibt, – noch vermissen lässt ist, dass er nicht über Mut verfügt.

Ja, er hat polarisiert und Skandale verursacht, aber ehe es dazu kam, hat er viele Jahrzehnte lang still gelitten, selbstzerstörerisch, im inneren rumort, erkrankt, und seine Verletzungen, neben denen die er in seiner Kindheit erlebt hatte, so nie verarbeiten können.
Sie sind über die Jahre zu sicherlich noch größerem Groll und einer nicht mehr zu überwindenden Verachtung angewachsen – bis er darüber schrieb – bis er ein Werk veröffentlichte – und er sich so eine Stimme verschaffte, die ihm in seinem von Wut und Boshaftigkeit überdeckten Schmerz, ein Ventil gewesen sein dürfte.
Bernhard war weder mutig, noch war er je frei. Und hat sich damit letztendlich am meisten selbst geschadet.

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Frei sein, bedeutet im Moment zu leben
Eigene Bedürfnisse zu achten und äußern
Selbstliebe, und weitere Chancen zu vergeben
Nur wenn es uns ein tatsächliches Bedürfnis ist.

Frei sein, ist alles uns Angetane zu vergeben
Um leicht und fröhlich zu werden
Nicht, um anderen dieses Geschenk zu geben
Sondern in erster Linie, es für uns selbst zu tun.

Frei sein, ist so zu entscheiden
Wie es uns entspricht
Weil keiner in uns hineinschauen kann
und alle Gründe kennt, wenn auch darauf erpicht

Erst wer mutig und frei lebt
Versteht
Wovon ich hier schreib‘
Und red‘.

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Anders kann man zumindest ein großartiger Schriftsteller – der Bernhard zweifellos ist – werden und Generationen bewegen.
Er gehört nach allem was ich von und über ihn gelesen habe, von nun an zu meinen Favoriten. Und wer hätte gedacht, dass ich – Favorit – über eine narzisstische Persönlichkeit noch jemals ein weiteres Mal sagen würde?

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(Foto & Text: Petissa Pan ((April 2018)

Swan

ZUCKERBROT UND REIFE

Zuckerpferdchenzauber und sich kringelig lachende Blödelei
Wie bekomme ich dich zusammen
Mit meinem Reifen über die Jahre
Durch tosende Stürme und tote Wüsten gegangen
So viele Trampelpfade und Sanftheit im Gedankengang

Wie nehmen’s andere wahr
Wenn ich glucksend lache, unterhalte
Den Pausenclown spiele, die harte Nuss
Gänge hoch und runter nach Belieben schalte
Und doch so viel Sehnsucht nach mehr habe auch

Je extremer die Facetten
Desto schwerer hier Balance zu finden
Von oben nach unten und ganz rechts nach links
Was wir wollen, wer wir sind zu ergründen
Und bei wem wir wer sein dürfen gleich mit

Wenn ich ganz viel Zeit habe und Lust
Beginne ich sie mal zu zählen
Die Herzen in meiner Brust
Die alle gelebt werden müssen
Und schwieriger zu hüten als ein Rudel Windhunde
Und die zu herzen und zu küssen

Ausprobieren geht so oft über studieren
Oft verkannt weil viel zu bunt
Wir ziehen jede Schublade im Nu
Im Renngalopp und schwer zu greifen
Und dann kommst du:

Und nur deswegen weil du mich siehst
Verstecke ich mich nicht
Und nur weil du mich spinnen läßt
Spinne ich nicht mehr allein, sondern will Tiefe
Und nur weil du mich frei läßt
Will ich es nicht mehr sein
Weil du mich willst
Bin ich dein.

Ich wollte nie ein langweilige Leben
Und nun habe ich den Salat. Mista.

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(Text & Foto: Petissa Pan)

Faltengenestel

Irgendwann werde ich – mit Glück – eine alte Frau mit einem alten Gesicht sein. So, wie es Albert Camus in seiner Erzählung „L’Etranger“ (Der Fremde) beschreibt:

„Ich sah keine Augen, nur einen glanzlosen Schimmer innerhalb einem Faltennest.“

Das Gesicht, meines, meine ich, wird faltig sein. Unser aller Gesicht. Mehr oder weniger faltig zumindest. Und Faltennest hört sich lustig und kuschelig an.

Die Augen sollen jedoch ganz anders sein: Sie sollen strahlen und glanzvoll sein und interessiert und keck und frech und fröhlich und warm und wissbegierig und strahlend und wach und gütig und verträumt, bis zu meinem letzten Tag. Bis zu unserem letzten Tag.

Dass ich ein Kindfrau-Gesicht habe, wurde mir vererbt. Und das war mir nicht immer eine Freude: Auf ewig ein Mädchen zu bleiben – irgendwann gar ein altes Mädchen zu sein – und nie eine schöne Frau, mehr Fee. Dass ich mit Schminke – außer mit pinkem Lippenstift – fast immer aussehe wie angemalt und unnatürlich, wie ein Clown auf Karneval. Nicht gut!
Inzwischen habe ich meinen Frieden damit gemacht, weil es gut ist wie es ist und weil immerhin eine meiner Facetten, so besser zum Gesicht passt.

Trotzdem gingen gerade die vergangenen Jahre nicht völlig an mir vorüber. Ich hatte keine richtig glückliche Zeit, viel Stress, viel zu verarbeiten, zu beweinen, zu betrauern und Sorgen.

Umso glücklicher macht es mich, dass es nach allem Erlebten, Stunden oder ganze Tage gibt – wenn ich mich wohl und wohlig fühle nämlich – in denen ich immer noch eine vollkommen unbeschwerte Ausstrahlung habe: Wie ein gänzlich naives Kind, ein frecher Kobold, eine Unbeschwerte mit reinweißer Weste.

Ich weiß heute, dass egal was wir erleben, wir nicht verbittern oder erhärten müssen und uns unseren weichen Kern erhalten können.

Ich weiß heute, dass wir unsere kindliche Leichtigkeit bis ins mittlere – also auch bis ins hohe – Alter auf unserem Gesicht nach Außen tragen können.

Ich wünsche mir, je mehr Falten ich bekomme, und bestimmt auch irgendwann mal noch graue Haare dazu, dass meine Augen alles überstrahlen sollen.
Deshalb, weil Augen der Spiegel der Seele sind und die immer das Innere Kind widerspiegeln sollen, das frei und rotzfrech und engelsfromm in unseren Herzen wohnen bleiben „muss“.

Ich wünsche uns allen, dass das Gute, Leichtigkeit und Strahlen, immer über das Böse siegen mag.

Dass unsere Lachfalten alle anderen Fältchen in den Schatten stellen. Das ganze Faltennest Camus‘.

Ich glaube daran, dass wir unsere Träume niemals sterben lassen müssen.

Ich hoffe für uns, dass wir interessiert sind und immer so interessiert bleiben können.

Neben allem, was wir tagtäglich mit Kopf und Händen leisten und tun, bedarf es doch nichts so sehr, wie eines guten Herzen und eines Kindes voll Schabernack darin. Denke ich.

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(Text & Foto: Petissa Pan; beides April 2018)

Freedom exists in leaving

Vielleicht denken wir, dass Freiheit darin besteht, das tun zu können, was wir gerne tun wollen. Vielleicht denken wir so eine lange Zeit.
Vielleicht haben wir aber auch schon erkannt, dass womöglich noch sehr viel mehr Freiheit darin besteht, das nicht tun zu müssen, was wir nicht tun wollen.

Leider ist mit Ablehnung oft ein Risiko verbunden:
So können wir den Chef zurückweisen, der sich mit uns privat treffen will, und unsere Karriere damit riskieren, sogar verlieren.
So können wir eine andere Autoritätsperson zurückweisen oder kritisieren, und werden damit sehr sicher schlechtere Arbeiten, subjektive Beurteilungen und einen schroffen Ton ohne weitere Anerkennung erhalten.

Ich habe beide Erfahrungen gemacht. Unfair, nicht gerechtfertigt, aber so war es. Und selbst wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte: ich würde es heute genau so noch einmal machen.

Weil die Welt so groß ist, und es immer wieder Menschen und Positionen gibt, die zu dir passen werden. Manchmal soll etwas einfach nicht sein.

Ich bin kein einfacher Charakter, aber jeder weiß woran er ist, weil ich unbequem anspreche, was in meiner Welt nicht geht. Diesen Luxus leiste ich mir:
Dinge nicht hinnehme wie sie sind, nur weil der Großteil den Mund nicht aufmacht und seine Position mit Falschheit oder brav hinnehmender Angepasstheit hält.

Es gibt eben die Menschen die alles und Negatives ignorieren, und so oft opportunistischer und friedlicher durch ihr Leben kommen.
Andere ignorieren nicht und machen sich damit bisweilen angreifbar und schaden sich – zumindest in einer verlogenen Gesellschaft – bisweilen sehr.

Früher oder später spielt sich das alles wieder ein. So meine Erfahrung.

Und möchte ich in einem für mich verlogenen Umfeld sein? Dort kann ich nicht gedeihen, nicht atmen, eine Zeitlang reifen nur.

Wie oft habe ich in den Jahren die Erfahrung gemacht, dass gerade die, die keine echte Wertschätzung für einen Menschen haben, ihm Honig um den Mund schmieren und so Lorbeeren einfahren.
Andere, ehrlich, gut, frei raus: schmieren keinen Honig, bleiben unsichtbarer, fallen runter.

Wie interessant auch meine Feststellung, dass eine einzige intrigante Person eine ganze Gruppe und die dortige Atmosphäre nachhaltig vergiften konnte. Zweimal habe ich das erlebt: Einmal „nur“ indirekt am Rande betroffen, einmal direkt.

Ich lebe und ich will meine Freiheit. Und mein Anderssein ist eben nicht nur ein Wort – weil doch jeder Mensch anders ist … Ich lebe Anderssein tatsächlich, mein Leben geht auf und ab und ich liebe es so. Und ich will bewegen und zum nachdenken animieren, auch wenn ich manchmal im Außen verliere. Manchmal gewinne ich im Außen aber auch. Und im Innen: immer.

Vielleicht habe ich aktuell nicht die ganz große Freiheit, das machen zu können, wonach mir der Sinn steht. Aber ich arbeite daran. Seit 4, 5 Jahren schon wieder und jeden einzelnen Tag in meiner Zukunft.
Und: Ich weiß zu schätzen, dass ich es nicht nötig habe, Dinge zu tun, die ich überhaupt nicht mehr machen möchte, weil ich den Charakter habe, der darüber steht und gegen den Strom schwimmt, wenn andere sich nur treiben lassen.

Wer aktiv schwimmt, spricht und aufrecht geht, für den ist die Welt riesig und mit ihr kommen unendlich viele Möglichkeiten.

Irgendwo anders können wir neu beginnen und unser Ziel erneut in Angriff nehmen.
Wir tauschen vielleicht einmal ein Jahr oder zwei ein, indem wir wieder bei Null beginnen.
Verlorene Zeit bei einem Neubeginn gibt es allerdings nicht, weil wir Erfahrungen und Wissen gesammelt haben, wo wir ursprünglich und hoffnungsvoll gestartet waren und nun gehen.

Lasse dir von niemandem einreden, dass du klein und unbedeutend wärst.
Du bist das volle Leben.
Wie oft sind Bewertungen nur subjektiv
Fast immer hat der Blick eines anderen Menschen auf dich, mehr mit ihm selbst zu tun, als mit dir.
Du kämpfst vielleicht für den Sonnenschein.
Bist eine Blume, ein Vogel, ein ganzes Meer voller Ideenreichtum und einem riesigen guten Herzen.
Du bist Fragen und du magst sprudeln
Und nicht, dass man dich ausbremst und erziehen will
Du liebst wenn und wen du liebst
Dann nimm‘ dir die Freiheit zu gehen, wenn du lange genug geschaut hast und nichts Gutes mehr hier
Aber woanders in allem siehst.

Es ist niemals zu spät für irgendetwas, für unsere Wünsche, Träume und dazu, zu einer Sache, zu einem Menschen, zu einem Job, zu einer Situation, zu einem Ort „Nein“ zu sagen.

Ich hatte in meinen 20ern jede Menge vielseitigsten, wildesten und herrlich oberflächstigen Spaß und war wohl der kunterbunteste Mensch, den man sich vorstellen kann.
In meinen 30ern habe ich jede Menge Luxus und großes Leben gelebt und mich in Charme und Stil versucht und gefestigt.
Und nun möchte ich, in meinen bald beginnenden 40ern, vorwiegend Ruhe haben, nachdenken, um das alles aufschreiben zu können … Was ich erlebte, und von dem nachholen zu können, für das bisher keine Zeit blieb, und vor allem mich selbst genießen und meine Zeit nicht mehr an so viele Menschen wie früher zu verschenken, sondern an die, die mir am Herzen liegen.

Fühl‘ mit mir.
Fühl‘ anders.
Mach es genauso oder besser.

Hauptsache wir sind glücklich, und das nicht auf Kosten anderer.

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(Text & Foto: Petissa Pan; April 2018 & Sommer 2016)

Home is a feeling

WIE DAHEIM

Heimat ist vielleicht schon Dialekt
Weicher „Singsang“ und Erinnerung
Die Wärme bis Friede in dir weckt
Du packst bist auf dem Sprung

Übervolle Straßen: „Adé!“
Und alles andere was du nicht leiden magst
Passé
Verbunden auf ewig an unsichtbaren Fäden
Gezogen vom Glück, woanders
Heimatgefühle tun weh

Wenn du sie nicht hast
Nicht ankommst, weil woanders bist
Vom Kopf gezwungen, nichts spielerisch passt
Der Schmerz von innen nagt
Ein Loch der Leere zementiert
Und alle Freude frisst in drängender Hast

Wie wenig dir ein Flecken Erde liegt
Erfährst du oft verstärkt
Wenn wieder frei atmest weil dein Bauch letztendlich siegt
Menschen wieder die mit dir geh’n
Mit dir sprechen, fühlen ohne ein Wort
Sich die Seele der anderen in die deine fügt.

Dort wo du gibst weil du bekommst
Menschen denen du strahlst von Herzen
Weil eben dieses dir überläuft sonst
Einklang im Sein, jubelnd übermütiges Scherzen

Wo alle Zeit wie ein Augenblick verstreicht
Kaum ein Tag dem anderen an blühender Schönheit gleicht
Wo man Dinge beim richtigen Namen nennt
Die man auf der Welt als so vieles anderes kennt
Wo nichts muss aber alles kann
Wo nichts endet und alles fängt und fing irgendwann an

Auch wenn wir dort nicht immer wohnen
Heimat bleibt der schönste Sehnsuchtsort der Welt
Weil Erinnerung von Kindheit läßt sich nicht klonen
Und kein Brötchen, keine Semmel … kein Wegg mit Kriäseschlecksl für ohne Geld.

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(Petissa Pan März 2018)

 Home is a feeling

Lovable

Das Leben ist Gegensatz
Sichtbar machen, was sonst fade verblasst
Wie Farbe im Kontrast
Springt und saftig pulsiert

Ich möcht‘ so gern
In einem leeren Zimmer wohnen und sein
Und jeden Cent von Geld
für Reisen, gehen
Und die Welt

Nie aufhör’n zu lernen
Nichts jedoch je wissen
Mit wachem Geist auf junge Beinen
Kindisch staunen
Talent und Kompetenz können vereinen

Umgeben sein
Von Ruhe der Natur
Von nichts und allen
Vom Puls der Stadt
Weinend aufstehen wie lachend fallen

Unsinnig sein, verspielt kindisch leicht
Immer wenn irre schwer
Beenden wenn es am Schönsten ist
Mögen, egal was auch ist
Und loslassen was war und wär‘

Ich möcht‘ frei sein mich zu binden
Unerwartet gehen
Überraschend kommen – liebkost
Dreckig und sauber sein
Und sowieso nicht ganz bei Trost

Ich möcht‘ geliebt werden
Wenn ich es am wenigsten verdiene
Weil ich es dann am meisten brauche

Ich möcht‘ gehen können
Sobald alles gesagt ist
Doch alle Fragen offen bleiben

Ich liebe, und ich verändere nicht, sondern wenn ich’s wollte auf’s Gehen erpicht.
Weil anhaltende Schieflage in einem gleichbleibenden Umfeld, niemals mehr wieder den extrem schönen Kontrast und himmlischen Genuss verspricht.
Wie oft nur ein unausgeschlafener Kompromiss ist?

Unberechenbar
Und auf mich zählen kann
Weil das Leben von Gegensätzen lebt
Manches immer, anderes dann und wann.

Ich möcht‘.
Ich bin.
Ich werd‘.

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(Text & Foto: Petissa Pan; März 2018 & August 2017)

Vom Gewinnen

Betäubt und tief enttäuscht

Einmal von Wolke Sieben
Verrat, geplatzte Hoffnung, Traum
Wie Seifenblasen zerbricht ein Glück
Von einer Zukunft Lachen Lieben

Was dich nicht umbringt
Doch liebeskrank und schlafensmüde
Meist nicht nur ein Glück ganz allein
Das da zerbricht
An so viel Schmerz und Lüge

Murphy’s Gesetz
Und fällst und fällst immer weiter
Und Himmel wann bitte hört das auf
Der Blick nach unten, nach oben
Gehst eine Sprosse auf der Leiter

Und wieder schmettert dich was nieder
Nach außen hin bist du stets stark
Das, weil gelernt, dass sich die Meute
Wie hungrige Wölfe auf dich stürzt
Darum allein und ganz autark

Dich zerreißt man an den Schwächen
Das weil du nun ganz unten stehst
Angepisst und alles kratzt
Nur du und gegen dich der Rest der Welt
Ein Fünkchen Hoffnung wieder und du gehst

Und wieder beißt du auf die Zähne
Kämpfst, bis ein nächstes Mal zerfällst
Du wirst schon leiser, weiser
Und immer noch ist nicht genug
Eckst böse an, weil du an manchem hältst

Und irgendwann dann
Lichtet sich der Horizont
Die Sonne strahlt
Das Gras wird saftig Grün
Spreu hat sich vom Weizen getrennt
Und erstmals bist du stark
Und nicht nur kühn

Der Weg dorthin scheint ewig
Wer nie erlebt, versteht das nicht
Wie schlimm es ist
Wenn eine Welt nicht einmal, zweimal
Sondern tausendfach nacheinander zerbricht

Zum Erfolg und Weg zurück zum Glück gehören:
Viele Zwischenschritte
Grobe Enttäuschungen
Bittere Tränen
Schlimmes Scheitern
Müde Aufopferung
Grantig sein
Antreibende Wut
Ein Berg Arbeit
Wundervolle Gewohnheiten
Süßer Optimismus
Frischer Biss
Viel Geduld
Und alles unterbrochen und auch immer wieder ganz von vorn.

Und dann sei wieder cheeky, leicht-lieb und frech
Lass los und schaue dankbar auf dein dann besiegtes Pech.

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(Text & Foto: Petissa Pan; März 2018)

Freunde oder Fremde

Was ich mich immer frage
Ist es wichtig, was denn jemand von dir denkt
So er sich nicht die Mühe macht
Dich wirklich kennt?

Ist vieles nicht nur provoziert
Und Stempel aufgedrückt
Damit er das hat was er wollte
Sein Bild von dir gerade rückt?

Es passt?
Er abhaken kann?

So wie die Trauben vorgeblich nicht zu hoch
sondern übel sauer, an schattigen Hängen
Wenn er nicht bekommt das was er wollte
Folgend der Masse dann, in schmalen Gedankengängen?

So wie Unrecht, Vermutung und die eigene Unsicherheit
Die Wahrheit zu erkennen verwehr‘
Und erlauben, dass man mit Gefühlen spielt
Und denke es wäre fair?

Ist es nicht so und etwas fies, etwas mies
Wenn einer dich hat in der Hand
Sich über dich erhebt, dich ärgert
Wenn euch doch einst mal was verband?

Du kannst nichts tun und wehrlos bist
Und wenige Menschen die dich kennen, lieben
Sie sind Gold wert
Ihr anderen lebt in Frieden

Wozu ich schreibe?
Um blank zu ziehen, solange ich es brauche,
Und bis ich eines Tages die Menschen und die Welt versteh‘
Was ich nicht tu‘.

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(Text & Foto: Petissa Pan; März 2018)

In Leichtigkeit

Wo Nagetiere knabbern am Glück
Wie oft man sieht sich nicht mal zwei
So gibt es manchmal kein Zurück
Habt vielen Dank. Vorbei.

Wir können alles sein für viele
Und keinen Wert dem Rest der Welt
Der Mensch sieht meist nicht wer du bist
Nur wie er will
Und das kann blühender Segen sein wie Mist

Manches im Düsteren, ungesehen
Ein krampfiger Kampf im trüben Kakao
Doch niemals zweifeln an verlor’ner Zeit
Die gibt es nicht
Denn mit Erfahrung spricht die Dankbarkeit

Und zwischen versteh’n und Unverstanden
Zwischen Fluch und Bruch für dich allein
Du schaust und fühlst so viel
Auf eine bessere Zeit
Und nimmst dich aus dem Spiel

Enge Schublade auf und ‚rausgeschlüpft
Entfesselt‘ Herz und frei gelassen
Augen auf und Neues seh’n
Altem danken
Ohne Wehmut und Blick zurück – einfach geh’n

Rosarote Gärten grüßen, tun kund
Dein Regenbogen und die Sonne scheint
Dort eine Villa Kunterbunt
So wird es endlich Zeit

Es gibt viele Wege zum Ziel.

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(Text & Foto: Petissa Pan)