Herrlich kapriziöses Bewusstsein

Hoffnungslos straight und traumlos erwachsen werden … Festgemauert irgendwo ankommen wollen … Sich vor allem anpassen… fügen … Gemütlich-faule Zufriedenheit … Sesshaft sein und Beine hochlegen … „Mein Haus, mein Mann, unsere zwei Kinder, der Hund“ … Durchstrukturiert konventionell … Whatsoever.
Müssen wir das wirklich und tatsächlich?

Ich hab‘ mich dagegen entschieden. ❤ Schon vor langer Zeit.

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Januar 2018; Wickeltunika aus meiner eigenen PetissaPan-Kollektion

Und wenn ich heute davon schreibe, dass ich endlich das Leben lebe, welches schon mein ganzes Leben lang in mir schlummerte, meine ich: den Mut zu haben der, und die Persönlichkeit zu haben die, ausschließlich durch echtes Selbstbewusstsein entsteht. ❤

Nicht den Mut, den wir in so vielen beruflichen und privaten Ausnahmesituationen beweisen können und über den ich stets verfügte.
Ich meine den Mut, sein Leben nach seinen ganz eigenen Vorstellungen zu leben und sich dabei nicht im Geringsten darin verunsichern oder umstimmen zu lassen.

In meinen 20ern meinte ich nämlich auch eine Zeit lang, dass ich endlich normal werden sollte und mir einen Mann für die klassische Beziehung, klassische Familie und das klassische Leben suchen müsste. Hatte ich auch – diesen Typ Mann – bevor ich mein Innerstes sprechen ließ und ging. Zu seinem & meinem Glück ❤ : denn ich wäre todunglück mit dieser Art zu leben geworden und er mit mir.

Liebe allein reicht eben oft nicht aus. ❤

Manchmal werden wir einen Menschen lieben, ohne mit ihm leben zu können. ❤
Wir sind heute befreundet. ❤

Ein klassisches Leben war niemals meine Intension und wird es niemals sein.
Meine Sehnsucht war irgendwann einfach nur die, normal sein zu wollen. Das, weil ein Leben fern des Mainstream, ohne das nötige Selbstbewusstsein, enorm viel Kraft kosten kann:
Wir pendeln dann zwischen „uns erklären müssen“, weil wir sehnsuchtsvoll verstanden werden wollen … und „Anpassung“, weil wir so gerne dazugehören wollen und haben es zeitweise so satt, dass wir immer und überall aneckten & anecken, angeschaut wurden & werden und sowieso ganz stark polarisieren.

Wir haben Bewunderer, die uns faszinierend und bereichernd finden, sich einlassen und sich begeistert mitreissen lassen ❤ … Es gibt Menschen, die uns nicht & niemals verstehen können und werden … und Neider, weil uns scheinbar alles so einfach von der Hand geht und wir immerzu schillernd strahlen und gut drauf sind. ❤

Einfach von der Hand ging mir nichts und dennoch habe ich immer millionen Gründe zum Lachen gefunden und kann mich an den winzigsten Kleinigkeiten riesig erfreuen. ❤

Exzentriker gelten als Sonderlinge und soziale Außenseiter, aber auch als ganz besonders glückliche und unbeschwerte Menschen: So sie es schaffen, sich selbst zu sein und für sich und ihre Andersartigkeit einzustehen. ❤
Und das ist der springende Punkt dabei, der ein ausschließlich rebellisches Leben, in dem wir noch ziellos wanken, zu unserem ganz eigenen Leben macht, in dem wir in uns selbst ruhen, obwohl wir für andere augenscheinlich in irrer Überschallgeschwindigkeit und total entwurzelt unterwegs sind.

Diesen Mut zu haben, sich selbst anzunehmen wie wir tatsächlich sind, ist echtes Selbstbewusstsein. ❤

Und erst dann! ❤

Meinen Unterhaltungswert, den schrägen Humor, mein quirlig kunterbuntes Wesen, die ungebremste Vollblut-Persönlichkeit, die kindliche Freude und unermessliche Neugier, Begeisterungsfähigkeit und volle Selbstbestimmung bin, liebe und bleibe ich. Auch liebe ich „Charmanz“, – was mein Neogolismus für „charmante Arroganz“, die ich selbst in stark variierenden Anteilen lebe, ist.

Ich war früher nie selbstbewusst, auch wenn ich nach Außen stets so gewirkt habe. Das war nur mein Schutz, der allzu schnell bröckeln konnte – und es in verschiedenen Situationen oder bei manchen Menschen auch ist. ❤
Menschen im allgemeinen interessieren mich viel mehr als Männer: Und häufige Ortswechsel und Sport stellen auch immer schon eine viel größere Bereicherung & Befriedigung für mich dar. ❤ Ich habe mich im Reitsport ein Jahrzehnt lang auf die schwierigsten Pferde gesetzt, bin hundertmal abgestürzt, habe mir böse blaue Flecken geholt, mir was gebrochen und bin trotzdem immer wieder aufgestanden & aufgestiegen. So zäh und kopfstark kannte und kennt man mich auch aus meinem sonstigen Leben.

Ich habe gegen so viele Widerstände gekämpft und Herausforderungen angenommen und trotzdem wurde mir so oft vorgeworfen und an den Kopf geschmissen, ich sei verwöhnt, weltfremd, würde mich immer in den Mittelpunkt spielen wollen, wäre Prinzessin, wunderschön, Partygöre, Schlampe, häßlich, spießig, sterbenslangweilig, schrill, anstrengend, kindisch, unreif, dumm, zu nichts zu gebrauchen…

Is that so? Und selbst wenn! ❤

Früher habe ich still gelitten – unter fehlender Toleranz & Offenheit – und nur für Unterhaltung oder mein gutes Herz gebraucht zu werden und danach als zu anstrengend abgestempelt zu werden. Zuhause habe ich ständig in mein Kissen geweint.
Und heute, ihr Lieben, bin ich wie ich bin! ❤

Exzentriker sind nicht „one in a million“, aber eben nur einer von circa zehntausend Menschen: Wunderbar kunterbunte Einhörner … So wie jeder der den Mut hat, aus der Masse herauszustechen. ❤

Und die Vergangenheit ist heute vorbei. Ich liebe rosarot, also trage ich rosarot. ❤ Ich ecke an, also gieße ich mit Freude noch extra Öl ins Feuer. Ich bin anstrengend – aber eben auch schnell von anderem & anderen gelangweilt. Ich erfinde mich jeden Tag ein bißchen neu, und das wird hoffentlich niemals aufhören. ❤

Als Single bin ich fast immer am allerbesten, liebe es Dinge zu pushen und Menschen aufzuwecken, positiv zu bereichern oder ihnen in den Allerwertesten zu treten. Gerechtigkeit, Kreativität – vor allem aber treibt mich meine Freiheit an. ❤

Und ich liebe selbst Menschen die anders sind.

Und ich liebe England. ❤

Dort gibt es prozentual nämlich die meisten dieser herrlich schräg-skurrilen Menschen. Dort werden sie gefeiert und geliebt. Mein Ex-Freund ist auch einer davon: Engländer & Exzentriker. Leider auch Narzisst. (Mein Buch dazu: „Machtaffen“ als Kindle-Edition bei Amazon).

Nach allem was war, danke ich ihm heute dafür, dass er mir gezeigt hat, dass selbst großer beruflicher Erfolg – und er steht irgendwo ganz an der Spitze eines Unternehmens – nicht im Gegensatz dazu stehen muss, privat völlig und ausgelassen aus der Rolle zu fallen: Dass wir stattdessen einfach nur unserem Gefühl, unseren Wünschen und kindlichen Bedürfnissen folgen können und uns überhaupt nicht darum zu scheren brauchen, was der Mainstream von uns will und welcher Stempel einem davon aufgedrückt wird. ❤

Viel Mut für jeden einzelnen, der noch nicht da ist, wo ich heute bin! ❤
Leb‘ und feiere dich – nicht Mainstream und mache Menschen die dich nicht verstehen können, entweder zu Fans oder distanziere dich.
Thank you Andrew!

Ich stehe heute für mehr Toleranz Menschen gegenüber, die anders – in welcher Art auch immer – sind. Das, weil ich selbst fast immer von Menschen umgeben war, die mich nicht verstanden haben und 37, 38 Jahre lang nicht den Mut hatte, diesbezüglich gegen zu halten ohne dabei selbst aus dem Gleichgewicht zu kommen. ❤ Etwas mehr England würde Deutschland nicht schaden. Oder ich wandere eben doch noch dorthin aus. ❤

Ach so, und wenn ich die Wahl zwischen einer Eigentumswohnung und einem Bentley haben sollte, nehme ich ganz klar immer den Bentley ❤

… und das verträumte pinke Schloss im Jugendstil an der Küste Südenglands ❤, mit dem verwunschenen Märchengarten aus Rosen und einem Labyrinth drumherum ❤. Und dem verschrobenen Schriftsteller darin ❤, mit dem ich mich an jedem einzelnen Nachmittags zum Afternoon Tea zusammensetze, philosophiere und berate, und am Wochenende auf unseren Pferden am Strand mit ihm entlang reite ❤.

Wer weiß schon was kommen mag?! ❤

Let’s see whether karma’s a bitch or not

Für Anne B., Martin M., Tanja D., Hermann R., Werner R., Rainer G. und meine langjährigen Kollegen vom BPOLR Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden.

„I’m a writer. Anything you say or do may be used in a story.“

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D’doof 2016

Ich habe das Sprichwort: „Einst habe ich mich selbst verloren, indem ich ständig für andere da war – heute verliere ich mein ganzes Umfeld, da ich anfing ich selbst zu sein“ früher nicht richtig verstanden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach einer solchen Aufrüttelungs-Krise, wie ich sie in den vergangenen Jahren erlebt habe, eine andere werden würde: Zumindest nicht im Hinblick darauf, mit wem ich mich früher umgab.

Meine Werte, Einstellungen, Vorlieben, Ansprüche, mein quirlig optimistischer Charakter, meine Gesundheit und auch meine Hobbys sind heute wieder fast vollkommen identisch mit denen, wer und wie ich schon immer war.

Dazwischen war ich nichts mehr davon und eine gänzlich andere auf der verzweifelten Suche nach sich selbst: ihrem alten Leben, ihren so wichtigen hochgehobenen Werten, ihrem vergangenen Glück.

Mich selbst kenne ich heute grenzenlos gut. Ich habe mich vollkommen gefunden und dafür bin ich sehr dankbar, wenn es auch sehr schmerzvoll war, was ich dafür erleben musste: Besonders auch als nach und nach, jeder einzelne meiner engen Bekannten und ein Großteil meiner Freunde und Freundinnen, in meiner größten Krise einfach so weggebrochen ist.

Die beste Sache – so sagt man – an schlechten Zeiten in deinem Leben ist, dass du endlich die wahren Farben von jedermann siehst!

Ich hatte alles und jeden stets Flamingo-Pink gesehen, war eine lebenslustig Liebe, super-tolerant, stets gebend, offen und habe Nachlässigkeiten und selbst Sticheleien, Neid und kleine Gemeinheiten verziehen.
Und dann wurde es schwarz um mich.

Was haben meine ehemaligen Freundinnen & Bekannten wohl am meisten an mir vermisst?

Dass ich nicht mehr immer sehr gut drauf war und nicht mehr andere motiviert und mit meinem Optimismus großzügig ummanteln und pushen konnte?

Dass ich nur noch ein Schatten, der einst so toughen Polizistin gewesen bin, die Aktionen wie „ein Jahr im Iran und dortiges Alleine-Reisen“ genauso gebracht hat, wie „Bull Riding in PolizeiUniform auf einer Kirmes“?
Immer humorvoll, immer unterhaltsam, immer auf der Überholspur: beachtlich aktiv, top-fit, unabhängig und plötzlich so bedürftig, krank, grob gescheitert und schwach.

So böse gefallen war ich. „Prinzesschen am Boden auf den aufgeschürften Knieen.“ Erst beruflich, dann privat, noch ein zweites und drittes Mal privat und dann noch einmal gravierend beruflich … und ein kaputtes Bein habend, hinkend, und aus siebenmal Sport die Woche wurden zwei Jahre lang überhaupt kein Sport mehr, und anschließend zwei Jahre lang schleppender Aufbau. Sport war immer und ist es heute wieder: ein beachtlicher Teil meiner Freizeit.

Ich habe mein Leben zunehmend verflucht, gekämpft, bitterlich geweint und meinen Optimismus verloren.
Vom Job beurlaubt, von der eigene Familie entzaubert abgeschnitten … Ich war fast immer allein in dieser Zeit. Und davor: Baden-Baden, Golfclub, Reitclub, edelste Restaurants, Reisen, Unternehmerfreunde, Polizeiberuf, mittendrin.

Was habe ich auch euch gehasst dafür, wie ihr mich alle habt fallen lassen … Feige … Falsch … Mir teils versprochen, und euch doch nie mehr gemeldet, euch teilweise sogar stattdessen meinem narzisstischen Ex zugewandt habt … – Euer Leben ohne mich weitergelebt, mich verraten und das nach allem was wir hatten und in meiner Heimat-Stadt.

Hass & Wut: Noch niemals zuvor haben Menschen derart negative Gefühle in mir hervorrufen können, wie ihr und noch zwei andere es zur zur selben Zeit geschafft habt.

Igitt, wie ich mich selbst nicht ausstehen konnte in dieser Zeit!

Heute seid auch ihr wieder Flamingo-Pink für mich. So wie fast alles, dem ich in meinem Leben begegne. Ich hoffe es geht euch gut, auch wenn ihr keine Rolle mehr in meinem Leben spielt und nicht mehr spielen werdet.

What ever you do,
never run back to what broke you!
Weil es so ist, dass wir darauf achten sollten, wer uns geschubst hat, wer uns liegen ließ und wer uns aufgeholfen hat. Und daraus die Konsequenzen ziehen.

2018 stellt die Uhren neu:
Ich bin im letzten Jahr bereits wieder aufgestanden und versuche mich gerade daran, das Feld von hinten aufzurollen. Es scheint zu klappen. Noch stehe ich am Anfang.
Schwer war der Weg dahin, aber ich habe nun meine frühere Leichtigkeit & Geschwindigkeit, meinen Mut, die freche Art und auch die schelmische Prise Arroganz und die unabhängige Rühr-mich-nicht-an Prinzessinnen-Attetüde komplett zurück. Ich war immer schon anders, auch exzentrisch, wahre gewisse Distanz, brauche Rückzug und Ruhe, so herzlich, offen und zugänglich ich auch bis zu einem gewissen Punkt sein mag. Und ich werde genau so bleiben und habe – vielleicht gerade nur deswegen – mein so großes Herz dazu. Und heute sogar echte Selbstliebe.

Ich möchte gar keine Femme Fatale sein, und Bescheidenheit ist auch keine meiner Stärken: Ich will das pralle bunte Leben – schon mein ganzes Leben lang – mit meinem kindlichen Gemüt. Und ich habe drei Jahre nachzuholen.

All meinen Ex-Bekannten und ehemaligen Freundinnen bin ich dankbar für die schönen sechs, sieben Jahre in Baden-Baden die wir zusammen hatten. Baden-Baden kommt für mich wieder – ihr bleibt Vergangenheit und eine schöne Erinnerung. Danke auch für mein Wissen darum, ein wenig aufmerksamer darauf zu achten, wen ich aktuell und künftig, tiefer in mein Leben lasse.

Alles hat seine Zeit.
Und lieber verliere ich den ein oder anderen Menschen heute etwas früher, als mich selbst noch einmal derart verlieren zu müssen.

Und Menschen, die mich so einfach loslassen können, werde ich in Zukunft auch ganz einfach loslassen. Auch das ist Leichtigkeit.

(Texte: 100% von mir. Ich bin sich auf Facebook als „PetissaPan“)

Phantasie ist unsere größte Macht

Wissen ist begrenzt. Nur Phantasie ist unendlich.

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(Photo: 2016)

Oder wie Pablo Picasso es sagte: „Alles was du dir vorstellen kannst ist real.“ ❤

* Für alle Kopfmenschen da draußen, die ihr abends und nachts wach in euren Betten liegt, weil ihr mit dem Kopf zu verstehen versucht, was nur euer Herz euch sagen kann: Da ruft noch etwas in eurer linken Brust.

* An alle, die rationale Entscheidungen treffen und diese dann noch auf eine Art und Weise zu begründen oder zu verschweigen versuchen, wie sie damit Herzmenschen vor den Kopf stoßen und den Dolch in deren Herz rammen.

* An alle, die konstruiert realistisch zu denken erlernt und fühlen gänzlich verlernt haben.

* Auch an die, die denken dass Wissen in Büchern oder im World Wide Web steht: Wer nie reist, sieht nur eine Seite vom Leben. Allein wohnen, rausgehen, Komfortzone verlassen, reisen, entdecken, Offenheit: Das sind mögliche Schritte dazu. Dies alles regt unsere Träume an.

* An die, die lieber die sehnsuchtsvollen Gefühle einer verpassten Chance tottrampeln und zu unterdrücken versuchen und es beim nächsten Mal wieder genauso machen, anstatt zu erkennen, dass Erfahrungen und Erlebnisse mehr wert sind, als sich davor bewahrt zu haben.

* Liebe, Lust, Schmerz, Angst, Böses erfahren, Gutes erfühlen: Dies alles bewegt und steht nicht und nirgends festgeschrieben.

* Und an die, die immer und überall ein Sicherheitsnetz, Sicherheitsseil, einen Rahmen brauchen, weil so vieles ungesund, gefährlich oder nicht erlaubt ist.

Mein bevorzugter Platz auf der Autobahn? Schon immer die linke Spur und 200 Km/h aufwärts, und gerne auch Blaulicht-Fahrten bei der Polizei. ❤

Ich bin nie mit angezogener Handbremse gefahren – auch im übertragenen Sinne – und es gab in meinem ganzen Leben nur eine einzige Kennenlern-Phase mit einem einzigen Menschen, in die ich misstrauisch gestartet bin. Das wegen vorangegangenem Stalking. Und wie es sich im Nachhinein herausstellte, war mein Misstrauen absolut angebracht. Eine blutige Nase holte ich mir oft und ganz nah am Wasser gebaut habe ich sowieso.

Warum wollen wir alles verstehen und mit dem Kopf zerdenken und festzurren, wenn wir mit dem Herzen fühlen können?

Ich bin elfengleich leicht, behalte mein zu weiches Herz und gehe auf alle Menschen schon immer erstmal: gleich offen, strahlend, freudig, helfend und kommunikativ zu. Ich liebe es mehr von anderen zu erfahren, mich durch ihre Geschichten bereichern zu lassen, oder mitzufühlen und den Austausch. Ich gönne von Herzen und mehrere – zuletzt eine Mitschülerin von mir – sagten über mich, „dass es unglaublich sei, wie ich mich über den Erfolg und das Glück anderer freuen könnte, selbst wenn ich in derselben Angelegenheit scheitere.“

Ich bin jemand, der tatsächlich immer da ist, bis das Maß voll ist. Dann bin ich weder Frau, noch unterhaltsam leichtes Kind: Dann werde ich zum Kobold und mache mir Luft in meinen Texten und Büchern, oder wappne mich mit der Schere für seinen Kleider- und Krawattenschrank.

Doch so rosarot, optimistisch, verspielt, offen und gönnend, muss man erst mal werden – oder bleiben können – nach dem was ich erlebt habe: Alles fing an, mit einer sehr gewaltgeprägten Kindheit, in den verschiedensten Ausführungen. Und seit ich 16 Jahre alt bin, stehe ich gänzlich und immer auf eigenen Beinen.

Wie drehen wir schwarz & weiß in marineblau & rosenrot?

Ich habe kein tiefes Verständnis für Faulpelze oder welche, die sich durch’s Leben tragen lassen: Nicht aus dem Neid heraus, weil ich das selbst nie hatte, sondern weil wir es so zu nichts bringen werden und uns so nicht finden. Unselbstständigkeit, die buntesten Phantasien und Anlehnung können wir uns selbst schenken und auch ich habe mir mein Kind im Herzen wieder zurückerobert, nachdem ich vor ein paar Jahren ganz auf den Boden geschmettert wurde.

„Kindisch zu sein“ bewertet zu werden, hat mich früher sehr getroffen. Ich habe dies tausendfach gehört und wurde belacht. Heute geht mir eine derartige Aussage endlich nur noch an meinem durchtrainierten Hintern vorbei, der nun wieder so ist, wie er es bis vor fünf Jahren war, bevor mich eine schwere Verletzung und Diagnosen für drei ewig lange Jahre lahm gelegt hatten. Ich habe viel mehr Negatives durchgemacht und mir viel mehr Positives in mein Leben geholt, als mancher es in zehn Leben tun würde.

Was wissen schon Bücher, wenn sie an deiner Seele vorbei schreiben?

Und ich kann mich noch so gut an meine ersten Jahre bei der Polizei erinnern, als die alten Kollegen über meine frische energiegeladene Unbefangenheit gelacht haben und mir einredeten, es würde nur wenige Jahre gehen, dann würde ich gemütlich werden, rauchen und Kaffee trinken. Wissen, welches auf Lebenserfahrung beruhen sollte? Nichts davon ist bis heute eingetreten: Fast 20 Jahre später.

Warum liegt älteren Menschen teils so viel daran, uns Dinge einreden zu wollen? Ist es nicht wunderbar, interessant und interessiert zu sein – aber im positiven Sinne? Zu träumen?

99,9% tolle Kollegen und ein paar, die meinten auf mich eintreten zu müssen – metaphorisch gesprochen – als ich gefallen war.
Trotzdem „liebe“ ich diesen Laden. ❤ Er ist vielleicht ein Stück weit die Familie für mich, die ich nie hatte. Immerhin bin ich mit nur 16 Jahren dort hin und der Beamtenstatus gibt Sicherheit. Ein Fitzelchen. Mehr Stetigkeit brauche ich nicht in meinem Leben.

Warum nicht auch blumige Phantasie lieben und leben, und satt und wohlig sein damit?

Träumen tue ich schon immer ganz oft und ganz bunt und meist sehr schön: Tagsüber wie nachts. ❤
Ich liebe und hole mir Menschen in mein Leben, die Herz haben und Kopf, und mit denen gemeinsame Bereicherung stattfinden kann.
Ich habe weder Angst vor Liebe noch vor Schmerz, denn ich habe Phantasie, welche immer für uns da ist, wenn die Dinge unschön laufen.

Bereits als Kind, konnte ich in meiner Vorstellung meinen Körper verlassen und habe von der Zimmerdecke auf mich selbst herunter gesehen oder war in Gedanken an einem ganz anderen Ort.

Phantasie kann alles! ❤

You can have it all but how much du you want it?

Richard Branson hat nicht einmal einen Schulabschluss, für Oprah Winfrey ist Spiritualität ihr Roter Faden und auch Goethes Faust hat erkannt, dass pures Wissen, Zahlen, Daten und Fakten, nichts im Hinblick darauf sind, eine erfüllte Seele zu haben. Wenn er es auch möglicherweise falsch angegangen ist.

Und in der Schule – aus gegebenem Anlass, weil ich gerade wieder die Schulbank drücke – lernen wir nicht für unser Leben: Sie ist lediglich Türöffner und eine Teilbereicherung, in der wir zielstrebig einen Teil unseres Wissens mitnehmen dürfen: Je mehr desto besser. Das Leben aber, ist ganz anders …

Aber warum nicht eine starke Basis aus Wissen, mit unserer Phantasie kombinieren?

Rausgehen. ❤ Augen auf. ❤ Ohren auf. ❤ Ausprobieren. Kommunikation mit und Komplimente für Wildfremde. ❤ Ruhen und Bewegung. ❤ An unsere Grenzen gehen und ankommen. ❤ Reisen und erkennen, wo wir Zuhause sind. ❤ Lieben und trennen. ❤ Lachen und weinen. ❤ Geschichten. Geschichte. Kultur und Kunst. ❤ Leben im Jetzt. ❤ Den Kopf einfach mal Kopf sein lassen. Und Träumen. Phantasie.

Und Dankbarkeit für unsere Phantasie.
Sie nämlich bringt uns an jeden Ort der Welt und in jeden Zustand, den wir uns immer auch wünschen mögen.
Und wie oft entstehen aus Phantasien große Dinge.

Phantasie jedenfalls braucht Raum. So wie das Herz, damit es stark schlagen kann … die Lunge, damit sie tief atmen kann.

Phantasie ist unbegrenzt.

(Text und Foto: von mir)

Ich bin auch auf Facebook als „PetissaPan“.

Navy und Pink, statt Schwarz & Weiss

Neulich bin ich abgeblitzt, weil ich „ihm“ zu alt war: Zu alt um noch weiß-Gott-wieviele Kinder bekommen zu können.

Ich war durchaus überrascht bezüglich dieser äußerst direkten – auch wenig sanft herübergebrachten Botschaft. Im Zeitalter, in dem Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen, sehr spät Kinder bekommen, vielleicht auch lieber ein Pflegekind aus der Dritten Welt hätten, einen Partner der schon Kinder haben soll, oder auch gar kein Kind wollen, werde ich also mit einer derart deutlichen Aus- und Absage konfrontiert.
Und ohne, dass sich der verehrte Herr überhaupt die Mühe gemacht hätte, zuvor in Erfahrung zu bringen, was ich mir vorstelle und wünsche, schmettert er mich auf eine Art & Weise ab, welche so überhaupt nicht in meine, im romantisch-Privaten, rein sanfte Kommunikations-Welt paßt.

Gut, wir sind partnerschaftlich nicht kompatibel. So viel habe ich verstanden.

Kompatibel sind wir ohnehin mit so vielem nicht, wenn wir uns eben nicht der gesellschaftlichen Norm fügen und so nicht in eine Welt und zu Partnern passen, die in ihrem Kopf eine Liste abhaken, wie denn das perfekte Gegenstück nun genau zu sein hat.

Ich entscheide im Privaten (fast) ausschließlich mit meinem Herzen. Das macht mein Leben so bunt, außergewöhnlich, besonders und unkonventionell: So, wie ich es will und wie es damit gänzlich konträr zu meiner Zielstrebigkeit und meinen (fast) reinen Kopfentscheidungen im Business steht.

Nur, wie reagieren wir auf eine derartige Äußerung am besten, damit auch das Gegenüber nicht sein Gesicht verliert?

  • Anfangen zu weinen, weil eine solche Aussage durchaus sehr verletzend für eine Frau sein kann?
  • Fragen, ob man sich vielleicht doch verhört hat?
  • Sagen, dass in einem derartigen Fall „reden ist Mist & schweigen Gold“ gilt und sich dann aus anderen Gründen zu distanzieren, angebracht gewesen wäre?
  • Tapfer lächeln, das Geld für den eigenen Drink auf den Tisch legen, aufstehen, „Alles Gute“ wünschen und gehen?
  • „Danke“ für die Offenheit sagen und erstmal sitzen bleiben und „ihn“ doch noch von sich überzeugen wollen?
  • Oder, wie in meinem Fall:
    Entspannt weiter lächeln und sagen, dass ich Frau, Kind & Kobold in einer Person bin und das auch bleiben werde und wir beide nach seiner Ansage gerne platonische Freunde werden können, wenn er das auch möchte. Das, weil ich ihn wirklich mag, um seine wenig charmante Direktheit und soziale Gehemmtheit weiß und ihm nicht böse sein kann.

Männer sind doch in erster Linie auch Menschen, die uns mit ihrer Andersartigkeit verzücken und bereichern, und die wir neugierig beobachten können: Am liebsten mit einer gewissen Distanz. Monate- und jahrelang. Das machte mich zuletzt wohl auch so interessant für narzisstische Trophäen-Jäger.

Mir ist Freundschaft schon immer mehr wert als „nur“ Liebe. Und Liebe, die auf echter Freundschaft basiert, ist die Königsdisziplin und „one in a million“. ❤
Niemals besitzergreifend und ich war noch niemals auf der Suche nach einem „Versorger“ oder einer Beziehung im klassischen Sinne. Ich lebe Freundschaft und glaube an Liebe in meiner ganz eigenen Vorstellung: ❤ So schwer das auch für viele meiner Bekannten und Ex-Bekannten zu verstehen und sich vorzustellen sein mag.

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Anders. Und vielleicht kann ich deswegen so tiefenentspannt damit umgehen, wenn jemand wenig charmant meine Fruchtbarkeit in Frage stellt: Sie interessiert mich aus dem Grund nicht, weil alles gut ist wie es ist und noch kommen wird was eben kommen soll.

In einer von Selbstzweifeln geplagten und „youth-obsesseden“ oberflächlichen, vom Kopf dirigierten Gesellschaft, scheint Tiefenentspanntheit und Selbstliebe allerdings ein rebellischer, verwundernder Akt zu sein. Sich davon verrückt machen zu lassen, ist nichts für Optimisten.

Nachtblau und Pink, statt Schwarz und Weiss. ❤

Ich plane stattdessen bereits hoffnungsfroh, irgendwann eine elegante alte weise Dame, mit langen seidig weißen Haaren, bodenlangen Kleidern aus Samt und einem Herzen aus Gold zu sein und vielleicht in den Wäldern Sibiriens zu leben … oder – wahrscheinlicher noch – in einem elitären Künstlerviertel in Paris, um meine Lebensweisheit an die Bären oder jungen Garcons zu verschenken. ❤

Was in den Jahrzehnten dazwischen noch passieren wird, ist vollkommen offen. Ich liebe das Leben weil es pure Spannung ist. ❤

Und heute?

Für liebe Menschen, mit denen es passt und die eintreten wollen, steht mein Leben immer offen.
Und „er“ verdient eine andere Frau als Partnerin: Die, die er sich wünscht nämlich und die ihn glücklich machen kann.
So wie jeder von uns doch einen Partner verdient, mit dem gegenseitige Bereicherung stattfinden kann: Sei es aus einem Sicherheitsgedanken heraus, dem Wunsch nach der klassischen Familie, einem Freiheitsgedanken, oder wegen innigster tiefster Liebe, die alles überdauern soll und wird. ❤

Wir haben nur dieses eine Leben und ich finde wir sollten es genau so leben, wie es unserem Traum entspricht: Und nicht dem eines anderen, der uns benutzen mag, seinen Traum mit uns zu verwirklichen. Liebe und selbst auf Zweck basierte Beziehungen voll Wertschätzung, sind niemals Einbahnstraßen.

Und für’s Protokoll: Ich bin 39 Jahre alt und falle künftig noch viel eher „mit der Tür ins Haus“, mein Alter zu nennen. Es hat nämlich niemand etwas davon, wenn ich immer noch auf Anfang 30 geschätzt werde, einer davon ausgeht, das da noch unendlich viel Zeit für alles und jeden ist und ich mir keine Gedanken dazu mache und mich wie blümelnde 20 fühle und verhalte.
Win-win! ❤❤
Und so sieht ein glückliches Leben aus. ❤
(Text: von mir / Foto: Ich in Mashhad/Iran in meinen zerschnittenen Bettbezug gewickelt, da im dortigen Holy Shrine meine sonstige Iran-Garderobe nicht toleriert wurde.)

Ich bin auch auf Facebook als „PetissaPan“

Welten verstehend

Ich mag Dackel so gerne, weil sie so lustig aussehen, mit ihrem viel zu langen Rücken und den kurzen welligen Stummelbeinchen. Ich mag ihr erfrischend arrogantes, wenig folgsames Wesen, den süß abgehobenen Blick und den bodennahen Bauch.
Die lange spitze Schnute und die platten Pfannkuchenohren, die ich ihnen bisweilen sanft aus dem Gesicht nach hinten ziehe, was sie ein wenig wie Seehunde aussehen läßt.

Ich mag Menschen, die auf merkwürdige und fremde Art sehr speziell sind.
Manche erkennen Ironie nicht und sprechen dafür selbst in unergründlichen Rätseln … Andere sind auf besonders liebenswerte Art butterweich und dabei hübsch altklug weise … Wieder andere haben eine hinreißend seltsame Art sich auszudrücken oder sich zu bewegen – auch, sich zu benehmen. Lass sie verschroben, verstockt oder kunterbunt sein: Nur ein gutes Herz, das wäre schön.

Ich bin erwachsen und mag doch rosa in allen Schattierungen, Romantik, Glitzer, Tüll & Tanz, und Männer, die mich ganz als Frau fühlen und die Welt vergessen lassen können.

Wenn wir von Vögeln reden, denke ich nicht an Amsel oder Spatz, sondern an Flamingos, die so zuckersüß im Pulk herumstaksen, unberechenbare Richtungswechsel einlegen und mir mit ihrer zarten Andersartigkeit seit jeher ins Auge fallen. Wie oft hatte ich schon Angst um sie, dass sie ihre zarten Langbeine brechen könnten.

Ich träume von Kängurus, Ponyhöfen, Weltmeeren, einem eigenen Café oder kleinem Hotel und von der großen Karriere als Schriftstellerin sowieso.
Manchmal rede ich tagelang mit keinem einzigen Menschen ein Wort, bin alleine und vergesse die Welt da draußen in meinem ganz eigenen glücklichen Alleine-sein … Und manchmal unterhalte ich eine ganze Bar – ein ganzes Restaurant, mit meinem Schalk, lustigen Anekdoten oder Tun und bringe dort alle zum lachen.

Mein biologisches Alter ist sehr konträr zu dem wie ich wirklich bin und wohl ewig bleiben werde, weil es mein eigener Wunsch ist, das Kind in mir – mit seiner ganzen erfrischenden Unvoreingenommenheit, liebenswerten Neugier und seinem sprühenden Optimismus – niemals sterben zu lassen und ihm eine Hauptrolle einzuräumen.
Tatsächlich fühle ich mich besonders mit Menschen über 55, 60 wohl, höre ihnen interessiert zu, hole mir Rat, geniesse schönes Ambiente, vielleicht einen Gin Tonic oder Kir Royal und mich beseelende reife Abgeklärtheit.
Dies mag ich und hatte ich „tausendfach“.
Danke dafür!

Naja, und wenn ich mich mit Menschen oder Situationen todunglücklich fühle, werde ich langfristig immer mehr zur Prinzessin und königlich arrogant aus Selbstschutz heraus. Ich will dann irgendwann einfach nicht mehr. Das falsche Umfeld macht mich müde und Tiere, Natur und Ruhe sehr oft glücklicher als Menschen: Kopfmenschen tun mir ohnehin meist (unbeabsichtigt) schlecht und weh.

Aber warum werde ich zickig, wenn ich hungrig bin?
Und warum verliebe ich mich in die Falschen?
Und warum verletze ich manchmal auch die, die ich von ganzem Herzen liebe?

So anders und so fremd ich mich oft fühle:
Ich bin eben doch auch nur ein Mensch.

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Text: von mir / Foto: August 2017 in Irland

Knusperhäusliche Kunst

Ich bin so verdammt gut, wenn ich für eine Sache brenne und scheitere so unfassbar grandios, wenn etwas für mich wenig Bedeutung hat und mein Herz und meinen Wissenshunger nicht weckt.
Und wenn ich nicht grob daran scheitere, dann habe ich doch in mühevoller Zwangsarbeit dafür, an dem wilden begeisterten Strahlen in meinen Augen eingebüßt.

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Ich würde alles geben, für einen Menschen, der mir die Welt bedeutet. Meine Hand und Empathie für so viele, denen ich gerade erst begegne. Gönnen kann ich sowieso. Und ein Mensch, den ich von Herzen mag, darf genauso das Beste aus mir heraus holen, mich fordern und erfüllen, wie alles andere, für das ich Energie für Zwei oder auch Zehn habe. Aber ich kann auch gehen und loslassen, ohne jemals wieder ein Wort von mir hören zu lassen, – auch ohne ein „good bye“.

Eine Stadt wie Baden-Baden oder Paris holt das Glücklichste aus mir heraus und mein Leben ist golden.
Ich brauche kaum Schlaf und sprühe vor Energie, wenn ich ein Ziel verfolge, welches ich erreichen will: Herzblut!

Ermüdend für mich hingegen, mich nur drei, vier Stunden auf den Hintern zu setzen und mir ein Thema einzuhämmern, das es nicht für mich ist.
Der Mensch kann wegen mir aus Zellen oder aus Gummibärchen aufgebaut sein und auch viele nüchterne Zahlen und Fakten erreichen nicht mein Herz. Ich bin ein Herz-, ein Gefühlsmensch und eine Philanthropin und möchte keine Controllerin sein … auch keine Informatikerin, Ingenieurin, sonstige Naturwissenschaftlerin und bin alles, bloß keine „Miss Ratio“.
Dafür gibt es jede Menge kompetenter Ärzte, Mathematiker und andere Menschen, die genau für ein solches Thema brennen, sich wundervoll einbringen, es können und die ich dafür bewundere.

Jeder Mensch ist anders und sollte sein Potential leben dürfen.
Jeder darf seine Nische finden, in welcher er das lebt, wovon er träumt und brilliert.

Ich bin ein mitreißender Wirbelwind, ein aufweckendes Energiebündel, eine aktive Macherin, eine sprühende Kreative. Bremst mich bitte nicht mit Dingen aus, die für mich nicht mehrere Stunden meines Lebens wert sind und mir mein Strahlen nehmen. Und was noch mehr schade ist, mir meine enthusiastische Kreativität austreiben, oder sie auch nur zügeln zu wollen. Game over – diese Party ist gelaufen. Ich gehe. Manchmal früher, manchmal spät. Aber nur Erinnerungen die mein Herz berührten, vergesse ich niemals und brenne unendlich. Und wo mein Potential nicht gesehen wird, bin ich fehl am Platz.

Ich mache aus einem gekonnt nüchtern geschriebenen Absatz Kafkas, in Nullkommanichts einen Konfetti-Regen – ein Feuerwerk aus Glitzer und optimistischer Leichtigkeit, mit einer Prise Liebe.
Kreativität bedeutet für mich, mit einem Zauberstab durch das Leben zu gehen und mit diesem zu berühren, was nun sofort wunderschön, bunt, fröhlich, fluffig und strahlend werden soll. ❤️ Einstein sagte: „Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat.“
Kreativität ist Kunst und damit eine Sache, die nicht jeder versteht, nicht jeder gut kann und nicht jeder mag … doch für mich ist Kreativität mein Herz und bedeutet die ganze Welt.

I can’t get a life – I don’t want to earn a living – if my heart’s not in it.

Und ich lebe und agiere nicht gern in einer Schublade der Beengung und Ausbremsung, sondern in einem ganzen Schrank oder in einem ganzen Möbelhaus aus Vielseitigkeit und Raum. Dort schwinge ich meinen Zauberstab.

Grenzenlos. The world is not enough.

Wunderpretation des gelobten Individualismus

Meine Interessen und Werte laufen mit denen der monetär-primären Gesellschaft nicht wirklich konform. Idealisten sind eben sehr oft unbequem, aber auch wunderbar inspirierend.
Werte die mir unser – oder auch ein anderes – gesellschaftliches System aufzudrücken versucht, interessieren mich sehr, inspirieren mich dafür aber nicht im geringsten.
So bin ich ohnehin der Meinung, dass sich immer mehr Menschen von gesellschaftlich auferlegten Fesseln befreien werden: um ihr Selbst zu leben und ihr Selbst zu feiern.

Gesellschaft und ihre prägenden Normen sind doch oft genug veraltet, abgestumpft, stumm und einfarbig. In ihrer tiefverwurzelten seelischen Unzufriedenheit, stürzt sie sich in materiellen Konsum und auf wenig tiefsinnige Aktionen und beruft sich immer mal wieder lautstark, auf irgendwelche Absicherungen, die ihr “laut Vertrag” zustehen, während sie doch auf ihrem Hintern sitzen bleibt und damit in genau der Schublade bleibt, die ihr zugeteilt worden ist.

Es ist der bequeme Weg.

Jedoch auch einer, der viele nicht und niemals glücklich machen wird. Und ist das tatsächlich besser als sich auf die Suche zu begeben, um damit von innen heraus glücklich und erfüllt zu sein?

Ja, es erfordert Mut anzuecken, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und diese zu leben. Es erfordert anfangs auch viel mehr Aufwand, aus der Reihe zu tanzen, das buntgescheckte Einhorn zu sein, Gegenwind aushalten zu müssen und sich nicht mit Verallgemeinerungen und Zwängen abzufinden.

Nur, wer der Meinung sein sollte, dass diejenigen die munter querleben, beleben und sich nicht in Systeme einfügen, die großen Egoisten und negativen Exzentriker seien, liegt meiner Meinung nach damit unfassbar falsch.

Egoistisch und bequem empfinde ich eher noch die, die sich widerstandslos allem anpassen. Welche die wider ihre Werte leben, nichts hinterfragen und einfach nur mitmachen, mitreden, schlafen, um entspannt im Strom schwimmen zu können.

Die Wasserqulität modrig?

Die Idealisten hingegen setzen sich nicht selten erheblich viel mehr für Menschen, Tiere und Rechte ein, bewegen dabei nicht allein ihren Schnabel in empört-entrüsteter Manier, sondern packen tatkräftig mit an, und sind eine tatsächlich helfende Hand, statt sich nur im Schutz der Gesellschaft auszuruhen.

Individualisten unserer Gesellschaft regen das an, was bewegt werden soll. Denn nachweislich ist unsere Gesellschaft doch ohnehin einem Wandel unterworfen und kommt früher oder später ins Rollen. Dank der Individualisten häufig früher. Gut so.

Für alle ein Stück vom Kuchen bitte.

Und für mich als Schwarzwälderin Schwarzwälder-Kirschtorte bitte.

Hier gibt es nicht nur die “Normalos”. Wir bestehen aus so viel Verschiedenem: Sanften, Mutigen, Ellbogen-Menschen, Herz- und Kopfmenschen, Romantikern, Rationalisten, Spirituellen, Geistes- und Naturwissenschaftlern, Kümmerern, Energieräubern, Ehrlichen, Verlogenen, Frechen, Braven, Selbstbewussten, Starken, Alten, Jungen, Schwachen, Lauten, Leisen, Gewohnheitsmenschen, Einzelstücken, Dicken, Dünnen, Kinderfreundlichen, Fremdenfeindlichen, seelisch Kränkelnden, körperlich kranken, Müden, Energiegeladenen, Einfarbigen, Bunten, Karriereaffinen, Luxusliebenden, Materialisten, Minimalisten, Gepflegten, Organisierten, Chaotischen, Pessimisten, Optimisten, Unsensiblen, Hochsensiblen, Autisten, Neurotypischen, Neurotischen, Umweltaposteln, Tierfreunden, Freigeistern, Künstler, Denkern etc.

Ich werde euch heute nicht meine – in 15 Minuten niedergeschriebene – Hausaufgabe zum Thema vorenthalten. Diese habe ich vor circa einem Monat im Fach Soziologie „zum Besten gegeben“. Sie war gewollt spaßig und lieb provokativ am Thema vorbei:

Ein deutliches Plädoyer für Individualismus eben – was nun nicht die Aufgabe war.

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Ich feiere Individualismus, weil das „Uns-Selbst-Sein“ uns zu besseren Menschen macht, was wir dann an andere so weitergeben werden. Da ist Liebe. Echte Nächstenliebe und bringt eine wirklich fröhlich-zufriedene Gemeinschaft hervor und keinen in Zwängen lebenden und denkenden Einheitsbrei.

Warum ich kein Fan der Mainstream-Gesellschaft, sehr wohl aber eine umarmende Freundin der Gemeinschaft, bestehend aus Individualisten bin? Weil sie viel mehr Toleranz leben könnte und damit zufriedener und passender wäre.

Und wäre das nicht wunderbar?

Die/meine Individualsierungsthese (Dezember 2017)

Die Individualisierungsthese ist ein weiterer Erklärungsansatz des Wertewandels in der Gesellschaft und des in Gang gesetzten Wandels der Familie.
Bei der Individualisierungsthese geht es, wie der Name bereits benennt, um die Individualisierung des einzelnen Individuums.
Sie beinhaltet die Feststellung über ein Mehr an Freiheitsbeanspruchung und Freisetzung der eigenen Bedürfnisse, ohne größere Rücksicht hinsichtlich der – nun veralteten – Ansprüche und immer mehr verstummenden Forderungen der breiten Masse – der Gesellschaft – und des sich generell Versagens, von Schubladendenken und Mainstream-Verhaltens.

Der Mensch macht sich immer mehr Entscheidungsspielraum zunutze – was für Frauen genauso, wie für die männlichen Vertreter unserer Art gilt – weil er es kann.

Aufgrund der Durchsetzung der bürgerlichen Rechte, des Feminismus, der Option der Freien Lohnarbeit und der Zunahme des allgemeinen Wohlstandes in unserer Gesellschaft, ist das einzelne wundervolle Individuum heute glücklicherweise in der Lage, sich von traditionellen Fesseln erfolgreich zu befreien und seine eigenen gewünschten Arten von Bindung, Nicht-Bindung, Sozialbeziehungen, Glaubens- und Wertesystemen zu wählen und zu leben.

Des Weiteren ist es heutzutage ein Leichtes, seine ursprüngliche Gesellschaftsschicht und Bildungsschicht zu verlassen, um “auf allen Hochzeiten tanzen zu können”, die uns belieben.

Die Individualisierungsthese trägt den Inbegriff von selbstverwirklichendem Freimachen und der puren Freiheit im Herzen, indem sich von konventionellen Regeln des ursprünglichen Gesellschaftssystems losgesagt wird.

Aus der Normbiographie wird eine Wahlbiographie, welche die gezielte und anvisierte “Wünsch-dir-was-Mentalität” der jeweiligen Einzelperson trägt.

Selbst für Familienplanung – und ja, mir ist durchaus bewusst, dass Männer so etwas nicht gerne hören – bedarf es nicht mehr des Mannes aus Fleisch und Blut. Das Wunschkind darf seine Wurzeln gerne in einer ausländischen Samenbank haben, oder ein Pflegekind von einem anderen Kontinent sein.
Partnerschaftliche Zweckbeziehungen gehören damit zunehmend der Vergangenheit für die moderne Frau an.

Allein die wahrhaftige Liebe läßt sich nicht ersetzen. 

Individualisierung nach der Individualisierungsthese stellt jedoch auch Forderungen, indem sie dem Einzelnen mehr Selbstständigkeit und Autonovität abverlangt: Er allein ist das Zentrum seiner eigenen Lebensplanung. – Dies nicht getragen von den Werten und Normen der vorherrschenden Gesellschaft. Kein Wunder also, dass sich so mancher doch lieber in das gemachte Bett kuschelt, sich so selbst verleugnet, aber so zumindest bequem dazugehören kann.

Individualität bedeutet Selbstverwirklichung mit all seinen Pros und Contras, was einen noch immer äußerst exzentrischen Lebenslauf zur Folge haben wird, jedoch ganz und überhaupt nicht egoistisch sein muss, da es so fantastisch vielseitige Möglichkeiten gibt, sich in einem Zusammenleben für andere Menschen einzubringen.

Dies kann mittels großzügigen Spendengeldern und Anpacken, wie einem Ehrenamt, geschehen. Damit allein auch, besteht der Zusammenhalt einer Gesellschaft nicht ausschließlich aus Normen und festgemeißelten Werten auf Bundespapier, sowie angeregtem Nachbarschaftsklatsch, sondern könnte so dem erforderlichen Wandel angepasst und einem modernen und glücklicheren Zeitgeist entsprechen.

Stille Zeit in Selbstgeknuddel

“Weihnachten Drei” – ganz allein. Und das ist sehr gut so wie es ist. Auch wenn es nicht immer so sein soll in Zukunft und ich ganz andere Pläne für Weihnachten 2018 habe.

St. Barth … Barbados … Düsseldorf ?

Wer weiß das schon.

18 ist meine Glückszahl. Also das ganze Jahr hindurch soll ich – wie ihr – vom Glück geküsst sein.

Ich bin tatsächlich sehr gern alleine. Oft hat das weniger mit den anderen zu tun, als einfach nur damit, dass ich mich nach Ruhe und Tiefgang sehne. Manchmal langweile ich mich in Gesellschaften, manchmal habe ich ganz außerordentlich viel Spaß mittendrin. Ansehen tut man mir das sofort – daran, ob ich nur noch am Lachen bin und total aufdrehe, mich entspannt zurücklehne und neugierig die anderen beobachte oder ob ich früh nach Hause will und gehe.

Das dann, weil ich mich nach Rückzug sehne, mich auch unverstanden fühle, nicht andocken kann und es dann natürlich viel mehr genieße, mich nur mit einer einzigen Person intensiv auszutauschen, anstatt in Gruppen aufzutreten. Aber alles hat seine Zeit.

So auch die Stille Zeit.

Weihnachten, wie alle anderen Festtage genießen bei mir (noch) keinen so hohen Stellenwert und ich weiß, dass das vielen so geht. Romantik geht das ganze wunderhübsche Jahr und braucht keinen glitzernden Tannenbaum und Engelschmuck. Oft sind es doch auch nur die Verantwortung und Pflicht sich feiernd und besuchend zu fügen. Was schön sein kann; Das bestreite ich nicht: Das Essen ist herrlich lecker und wir geben uns besonders große Mühe mit unserer Optik und Laune.

Selbst habe ich auch bis vor drei Jahren fast immer gefeiert und so stets ein Stück “heile Welt und nie gehabte Kindheit” nachgeholt. Und sicher feiere ich in der Zukunft auch wieder. Dann anders, da ich die vergangenen beiden Weihnachten und die beiden Jahre darum herum alleine brauchte, um mir über vieles klar zu werden … Und da aller guten Dinge drei sind, hänge ich die Weihnacht heuer eben noch dran.

Push & pull

Vor wenigen Wochen habe ich darüber gepostet, dass ich heute verstehe, dass das Leben vorwärts gelebt wird und rückwärts verstanden. Was ich heute dazu zu sagen habe ist das, was ich damit meine.

Wir verlieren uns vielleicht einmal selbst, wir machen Monate oder gar Jahre durch, die uns alles andere als leicht fallen. Es entreisst uns den Boden unter den Füßen – beruflich wie privat – wir verändern uns dann nicht selten täglich, verlieren uns und wer wir waren … versuchen uns neu zu (er)finden, scheitern, ecken an, nehmen an, lehnen ab, kommen und gehen … werden krank und gesund … sehen schwarz, weiß und flamingopink. Meine Lieblingsfarben. Alle drei.

Rückblickend habe ich 2017 gelernt über die Jahre 2013-2016 zu lächeln und zu lachen und auch dankbar zu sein, was ich in dieser Zeit alles gelernt und erfahren habe.

2018 wird wieder ein ganz anderes Jahr werden: So, wie es sich Ende 2017 bereits abzeichnet. Ich habe bereits wieder mit vielem begonnen, was mich früher ausgemacht hat und was drei lange Jahre verschüttet wurde. Auch habe ich in ganz andere Lebensbereiche hinein geschnuppert, mich dort interessiert – auch teils genervt – umgesehen, um so meine Entscheidungen für meine Zukunft zu treffen.

Einmal über den gewohnten Tellerrand hinaus bitte schön!

Im vergangenen Jahr habe ich etwas für mich Unmögliches geschafft, indem ich zuletzt tatsächlich völlig frei und unabhängig von der Meinung anderer Menschen werden konnte. Das war ein langgehegter Traum von mir, da die Etikette “Du bist so anders!” seit meiner Kindheit an mir klebte wie Hubba-Bubba-Kaugummi mit Alien-Geschmack.

Heute bin ich mit ganz viel Freude anders und habe mich, nach meinem tiefen Fall, der vor über vier Jahren begann, wieder gefangen. Dazwischen habe ich es gebraucht wenig charmant anzuecken, distanziert, kühl, auch wütend, gefrustet, pessimistisch zu sein und trotz aller rosaroten Wolken, die meine optimistische Grundhaltung beinahe täglich gesehen hatte, auch mal bissig, angreifend, polemisch zu schreiben, zu tun, zu sein.
Auch mal nebulös – trotz meiner heute neufrei gelebten Authentizität. Ich erlaube mir frei von der Leber zu schreiben. Und wo meine Grenzen – auch bei meiner Offenheit im Net liegen – weiß ich ganz genau.
So ist das wohl mit unserem Charakter: Einmal von der einen Seite der Mitte weit darüber hinaus über die andere Seite der Mitte, um sich irgendwann dann friedlich einzupendeln.

Wer eine solche Wandlung nicht nachvollziehen kann, dem darf ich den Tipp ans Herz legen, für sich einmal aufmerksam zu reflektieren, was mit ihm wohl passieren würde, wenn er zeitgleich und nacheinander alles verlieren würde, was ihm etwas bedeutet hatte: Seien es Freunde, Familie, das gesamte Umfeld, seine Karriere, die ganze Sicherheit … aufgrund eines Traumas und einer beruflichen Position, die einem absichtlich zerstört wurde … und dem anschließenden Schlittern in eineinhalb narzisstische Beziehungen.

Aus Erfahrungen lernen und trotzdem dankbar sein für alles was so schwer war und wog

Letztendlich können wir mehr gewinnen durch eine solche Erfahrung als verlieren, weil irgendwann immer wieder die Sonne heraus kommt und wir ganz klar sehen und erkennen können: Unsere eigenen Anteile am Scheitern und welche Menschen und Gegebenheiten von nun an nicht mehr in unserem Umfeld bleiben dürfen.

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Kecke Vorweihnacht. Und so sieht’s aus, wenn ich in Gruppen großen Spaß habe.

Ein großes Vorbild und Mutmacher für mich war und bleibt Oprah Winfrey, welche als Kind missbraucht wurde, mehrere Beziehungen mit Männern hatte, die ihr überhaupt nicht gut taten und das Schloß zur Selbstliebe erst mit Ende 30 geknackt hat.
So do I.

Heute kann ich wieder alles sein was ich früher war und habe meine Mitte und die Liebe zu mir selbst gefunden, die dabei völlig unabhängig von meiner Außenwelt ist und nun bleiben wird.

Ich bin inzwischen wieder täglich aktiv und wild sporteln, reiten, tanzen, arbeiten, jobben, „social lifen“ und lebe mein inneres Kind beobachtet: etwas gezügelter und unbeobachtet super-frei.

Ich rebelliere heute wieder aus Neugier und um zu wachsen – nicht aus einer negativen Grundstimmung heraus … Ich teste um zu wissen … Und ich trete in Interaktion um zu erfahren. Tatsächlich brauchen tue ich aber nur noch mich selbst. Pure Freude aber sind die für mich richtigen Menschen in meinem Leben und eine riesige wunderbare Bereicherung.

Und selbst Dinge zu tun, die mir vor Monaten noch unmöglich erschienen begrüße ich heute, bin dankbar dafür und nehme sie wieder an. Danke für diese Möglichkeit: Ich fühle mich cosy und angenehm sicher damit.

Das Leben ist spannend: Mit all seinen Hochs und Tiefs … und die Stille um Weihnachten für mich ein letztes Mal allein, um vom leckeren Baumkuchen der Konditorei Heinemann nichts abgeben zu müssen. 😉

Ihr Lieben, was ich euch sagen möchte: The comeback is always stronger than the setback.

Herzlich, Petissa Pan

Alle Jahre wieder

Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Jahres, während der sich samstags in der Schatten-Arkade (Schadow Arkaden Düsseldorf) alle 600000 Düsseldorfer, plus mindestens noch einmal genau so viele Menschen aus umliegenden Städten – wie heimliche Kölner beispielsweise – tummeln.

Und zwar just in dem Moment in dem Frau den Eingang betritt um zum Fitnessstudio im 1. Stock zu gelangen. Eine Wegstrecke, welche üblicherweise in sportlichen 2 Minuten spielend zu überwinden ist, kann so leicht auf das 10-fache der Zeit anwachsen.

20 lange Minuten und “Hilfe! Ich verpasse meinen Kurs“ später: Dabei ist es völlig egal, ob wir uns dafür entscheiden morgens trainieren zu gehen – oder am Nachmittag: Wenn die Geschäfte noch geschlossen sind oder abends schließen, hat nämlich auch das Trainingscenter geschlossen.

So bleibt die leicht sperrige Sporttasche, elegant über eine Schulter geworfen und gespickt und gefüllt bis obenhin mit Sportdress, 3 paar Sport- und TanzSchuhen, Bras für die diversen Aktivitäten, Wechselgarderobe, Terra-Bändern, Dusch- und Pflegeutensilien, 3-7 Parfums, mindestens 3 Lippenstiften und dem ein oder anderen, im Mindesthaltbarkeitsdatum, abgelaufenen Eiweißriegel … gerne hängen und eckt an, zwischen: edelsten Pelzmänteln der Oberkasseler Damen, aktiv begriffen von den klebrigen Schokoladen-, Crepes- und Gebrannte-Mandel-Finger der süßesten unter den Süßen, die Papa lässig auf dem Arm trägt.

Slalom-Lizenz erforderlich.

Hürdenlauf-Kenntnis ebenfalls von großem Vorteil.

Stau bei der Rollstreppe. Sie nimmt sich heute mal frei. Danke.

Nach gut 20 Minuten und dabei knapp 80 Metern zurückgelegtem Weg, mehr geschwitzt als beim nun anvisierten Kurs, erreichen wir das Ziel. Einchecken und schnell in die Umkleiden retten: Wunderbare Ruhe und kein einziger Mensch ist da. Wir geniessen die Stille, nur über die Lautsprecher ertönt beschwingte Musik, die so überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun hat: Auch fein. Wir summen entspannt mit und unser Sportlerpuls fährt so schnell runter, wie er gerade hochgeschossen ist.

Ausziehen.

Anziehen.

Schnell einen Zopf geflochten, einen Blick in den Spiegel, einen Sprung auf die Waage und wir gehen zügigen Schrittes den Weg zum Kursraum. 36 Treppenstufen joggend mit links hinauf, öffnen die Türe und dort sitzt sie: eine Einzelkämpferin. Sie und ich sind und bleiben die einzig beiden Teilnehmerinnen und damit entfällt dieses Workout.

Der Trainer darf nach Hause gehen und sich auf dem Weg einen Glühwein gönnen. “Gehen Sie über Los und ziehen Sie dabei kein Geld, kein Bauch-Beine-Po, kein Body-Complete, kein Hard-Body-Irgendwas ein“. und der Kursraum wird sofort verschlossen, nachdem wir nach wenigen Minuten wieder Draußen sind.

Motiviert schwingt Frau sich dann eben aufs Laufband. Sie hat das ganze Studio allein für sich und damit endlich einmal Zeit zu überprüfen welches Laufband denn nun das beste von allen ist und wo der Empfang der Fernseh- und Musikprogramme am klarsten.

Auf jeden Fall aber in der ersten Reihe, denn von hier aus haben wir – habe ich – einen fantastischen Blick, durch fast raumhohe Fenster, auf den bunten Weihnachtsmarkt samt Karussell unten auf dem schattigen Platz neben der Arkade. Schatten bedeutet in dem Fall aber, dass die Beleuchtung und das Lichtgeflacker sich umso wunderbarer abheben und die Augen begeistern, während die fleißigen Beine unter uns Kilometer um Kilometer laufen.

Viertausend Menschen haben wir gezählt – das gesamte Fitnessstudio immer noch still und leer – als wir nach einer guten Stunde vom Band hüpfen.

Dusche für uns allein.

Sauna für uns allein.

Einmal noch tief durchatmend, die sanfte Stille genießen, bevor wir das Trainingscenter verlassen um uns auf den erneuten Arkaden-Kampf zu wappnen. Oder wir machen es dieses Mal anders: reihen uns mit unserer Sporttasche ein und lassen uns locker entspannt treiben bis wir Arkade, die Innenstadt, Metro & Co hinter uns gelassen haben.

Zuhause angekommen realisieren wir, dass wir unbedingt noch ein Geschenk für morgen gebraucht hätten. Also nochmal los, oder doch ein paar abgelaufene Eiweißriegel verschenken und so tun als ob?

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Weihnachten ist auch in London – hier Mayfair – für die, die mal rauswollen und die Sport- oder Aktentasche mal eben an den Nagel hängen …

Lucien

Bei all den toughen und tiefgründigen Themen in der vergangenen Zeit, darf der Schabernack auf meiner Seite nicht zu kurz kommen. Niemals! Dafür steht PetissaPan und ich mindestens genauso sehr – wenn nicht noch mehr. Manchmal mag ich nicht querdenken und für Gutes motivieren. Manchmal mag ich mich einfach treiben lassen, mit all meinen frechen Flausen im Kopf, Träumen und Gedanken.

Also ihr Lieben: aktuell date ich Lucien und ich bin hin und weg.

Eine Schönheit ist er wahrlich nicht, eher ein ganz schräges Ding. Und Himmel, Männer müssen weiß Gott keine Schönheiten sein. Frauen überhaupt? Bei denen kommt wahre Schönheit doch auch von innen… Und Männer machen andere Dinge interessant. Ein tiefes schönes Herz, ziehe ich einem glatten rasierten Gesicht schon immer vor.

Lucien also, ist ein Vogel. Aber was für einer: Ich bin im Paradies! Optische Perfektion finde ich furchtbar langweilig und lasse mich glücklich fallen, indem ich die Augen schließe, – seine liebenswerten, wie auch erotischen Schönheitsmakel in meinen Gedanken, während seine Stimme meine Seele gekonnt streichelt. Bezaubernde Melodie und ich bin selig, sein großer Fan.

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Mein charmant-eleganter großer Verführer.

Spitzbübisch und außergewöhnlich gewagt. Und nicht mal selbst zu rauchen bräuchte ich bei ihm – was ich ohnehin nicht tue – denn Lucien: der raucht für Fünf.

Er beamt mich in eine länger vergangene Zeit. Nicht in die der Dinosaurier, sondern die der aufregenden 70er Jahre. Und das auch noch in Paris. Ich bin doppelt bis vierfach verliebt. Das ist wie Maccarons und Eclair zusammen. Pistazie und Vanille und die himmlisch ölig-cremige Schokolade bei Ladurée zum Croissant. Zu Monét und Chagall … Ich verliere mich …

Ladurée, Lucien, l’amour, je t’aime, Brigitte Bardot und der Chanson.

Also gut, es ist Serge, der ja eigentlich Lucien heißt – Gainsbourg also – von dem ich zuletzt den Film über sein heroisches Leben gesehen habe und “My Lady Héroine” bei mir hoch unter runter läuft, während ich mich durch seine 2009 veröffentlichte Biografie genieße. Wunderbar!

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Serge Gainsbourg by Jean d‘ Hugues 1968

Manchmal frage ich mich, wer und wieviele uns, – auch mir – in 10, 15, 20 Jahren noch bleiben, von den ganz großen Künstlern, den Einzelstücken, den Einhörnern, all denen, die ich so verzückt anschwärmen will. Vielschichtig, inspirierend vielsagend, charmant provokant.

Von denen fehlen ohnehin schon so sehr viele. Und eine wehmütige Verzweiflung macht sich breit, die ich an einem gelebt-geliebten Wochenend-Abend, bei einem Glas warmer Milch und dazu einer Schachtel feiner Pralinen, oder Eggnog über sahnigem Vanille- oder Schokoeis, auch gerne mal melancholisch ausleben und betrauern mag. Jaa, darin bin ich so richtig gut. Weil’s Spaß und pure Freude macht.

Dann denke ich an Mick Jagger, für den ich – für manche unverständlicher Weise – auch eine große Schwäche habe. Er wurde vergangene Woche auch schon 74 Lenze alt.

Jagger’s Biografie war das erste englischsprachige Buch überhaupt, das ich gelesen habe und sein Video zu “Start me up” bringt mich schwungvoll und amüsiert in einen Tag, an dem ich mich etwas lahm fühle. Also, ich würde mich schon als große Verehrerin, im Sinne von bewundernd fasziniert bis herrlich belustigt von ihm beschreiben. Von Genie bis Knallkopf: alles dabei. Und so lasse mich von “Anybody seen my baby” bis zu “Hard woman” ein.

Aber Jagger zelebriere ich am liebsten wie er mal war. Der Gute ist immerhin Mitte 70, damit fast so alt wie mein Vater und ich geniesse es, Männer attraktiv zu finden, die sich altersmäßig etwas näher der Mitte, zwischen meinen Brüdern und 76 befinden.

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Mick Jagger bbc.co.uk

Mit größerem Schrecken stellte ich auch gerade fest, dass überhaupt keiner meiner selbstgewählten Mentoren und -innen jünger als 60 Jahre ist. Vielleicht sollte ich mir zumindest ein, zwei jüngere suchen. Um mich wohler zu fühlen? Auf “Nummer Sicher” zu gehen? Sollten wir das alle, oder habt ihr wen?

Seit längerem gibt es da eben auch meinen “Inselgott”, Soul Mate und Namensvetter, – den erfolgreichsten Peter Pan aller Zeiten: Branson. Und der ist vor ein paar Wochen 67 geworden.

Nun mag das Leben im Schlager mit 66 Jahren anfangen… Trotzdem mache ich mir Gedanken. Was kommt denn aktuell wirklich richtig Gutes, einzigartiges, unvergleichliches, schamloses, zugleich niveauvoll Künstlerisches noch nach? Auch in anderen Bereichen: Eine Oprah und eine Lagarde haben die 60 mittlerweile bereits hinter sich gelassen.

Oder ist es so, dass Mentoren erst im höheren Alter als solche wahrgenommen werden, da sie in jungen Jahren noch nicht so viel zu sagen hatten, die positiven Erfahrungen – aber vor allem auch die Rückschläge, aus denen sie gelernt haben, fehlten?

Nun ist Gainsbourg allerdings kein Mentor. Aber ein so großartiger wie wilder Künstler seiner Zeit. Ein Vorreiter und Hochhalter.

Holla die Waldfee, wie doch die Zeit galoppiert.

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Gainsbourg & BB

Und während ich verzehrend liebend an meinen “alten” Lieblingen festhalte, realisiere ich, dass Gainsbourg schon seit 16 Jahren nicht mehr unter uns weilt. Er wäre heute bereits 89: der französische Stern mit den russisch-ukrainischen Wurzeln, der wunderbar-sexy Stimme, den klebrigen Augen, der übergroßen Zunehmender-Mond-Nase und den aufgestellten Segelohren. ( Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine Schwäche für abstehende Ohren habe? Nun wisst ihr es! )

Gainsbourg, so wunderbar bereichernd, dass er Tage wie Abende versüßen kann:

Lola rastaquouere – Beim Wäsche bügeln …
Comme un boomerang – Um sich vom täglichen Wahnsinn abzuregen …
Sea Sex and Sun – Wenn wir im Cabrio, die Hitze und Enge der Großstadt hinter uns lassend, ans Meer brausen …
69 année érotique – zum Wegträumen “Eine knallrote Birkin Bag an unserer Hand und wir an der Strandpromenade von Nizza.” …

Was ich an dem Film übrigens so schön fand: Typisch französisch mit seiner ganz eigenen Art von wunderbarem Humor und so gelungenem Charme.

Ich mag ihn. Lucien. Sein heroisches Leben. Und vielleicht sind alle Träume nur Erinnerungen.

❤ Ich coache, schreibe, texte und fotografiere täglich auf Facebook. Mein Facebook-Profil, unter dem Namen: „PetissaPan“ ❤