Lovely quotes

Ich liebe Zitate, was unschwer zu erkennen ist, wenn ihr hier öfter lest.

Zitate sind für mich die kleinen, sich einfach zu merkenden BabyPortionen Weisheit und Motivation. Eine klitzekleine Menge gelesene und aufzusaugende, verschnabolierende Energie. Wie ein Kinderriegel vielleicht, den wir hastig genießend essen, wenn wir denken, sonst möglicherweise unterzuckert zu werden und schnell Energie brauchen. Wegen mir auch ein “Mars”, das motivierend mobil machen soll… Oder ein “Schnickers”, wie Tausende Baden-Württemberger – auch ich dazu sagen.

Zitate sind literarisch leichter Genuss und so herrlich leichtgängig eingängig dabei. Anders als bei einem Fast-Food-Menü – wenn auch genau so schnell verinnerlicht – machen wir die Erfahrung, dass Zitate nachhaltig wirken könne und sich einem die wichtigen, in unsere Gedanken zurück spielen. Nicht mehr loslassend. Erinnernd. Wundersam belehrend.

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Zitate lösen bei mir so manchen Knoten. So vieles, worauf ich im Alltag Fragen suche. … Auch wenn ich so gerne mal auf meinem Bett liege, an die Decke schaue und einfach nur meine Gedanken kreisen lasse und vor mich hin träume: So einiges lässt sich für mich positiv umdenken, negative Verstimmungen vertreiben, mich lächeln, grinsen und Faxen machen oder aushecken.

Zitate sammle ich in meinem Kopf, im Notizbuch oder auf meinen “Äpfelchen”. Viele, bei denen ich einmal ein Aha-Erlebnis hatte, manche die mich zum Nachdenken bringen, andere die mir Rat sind, die meine Ziele – meinen Weg beschreiben … Oder welche die meine geheimen Wünsche und Hoffnungen transportieren … Worüber ich lachen kann oder woran ich zu arbeiten habe.

Mein MotivationsZitat von neulich war:

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Und ich denke eine solche Vision braucht jeder von uns.

Weil begeistern und bereichernd.

Mein großes Problem seit ich auf die Abendschule gehe und immer erst nach Mitternacht ins Bett komme, ist dass ich ein Mensch „Typ Lerche” bin. Bevorzugt schlafe ich um spätestens halb 11 abends bereits und springe in der Früh dafür superfrüh aus den Federn. Nicht mal als Schriftstellerin & Schreiberin bin ich gerne ein nachtaktiver Hamster, sondern gehe mit den Hühnern ins und aus dem Bett.

Bei der Polizei in den letzten fünf, sechs Jahren war das perfekt für mich: Ich habe zu 90% Frühschichten gemacht und bin dafür um 4:40 Uhr aus dem Bett gesprungen, um um 14 Uhr Feierabend zu haben.

Oder mit 25, 26 Jahren, als ich mein letztes Pferd hatte: “Primetime”. Und die hatte ihre prime time an heißen Sommertagen tatsächlich morgens um 4 Uhr. Für uns beide bin ich häufiger um 03:xx Uhr aus dem Bett gekrabbelt und habe sie noch vor Sonnenaufgang eine knappe Stunde geritten, damit sie mittags und abends, bei über 30 Grad, im kühlen Stall oder auf der schattigen Koppel stehen durfte.

Nun ist das anders und ich lebe noch für einige Monate gegen meine innere Uhr.

Eine Stadt die niemals schläft

Zuletzt Nächte durchgemacht habe ich in Moskau. Und das jede Nacht so lange, bis sich die Morgensonne wieder auf den goldfarbenen Zwiebeltürmen der Stadt gespiegelt hatte.

Das waren Partys, die wir vorwiegend mit den Jungs der Amerikanischen Botschaft, in den angesagtesten Clubs dieser Russen Metropole hatten: So aussergewöhnlich und fremd, dass selbst ich mir das ein Jahr lang anschauen und dabei sein musste. Und das Nightlife in Moskau kann ich tatsächlich jedem nur ans Herz legen. Die Nächte in Moskau sind wild, laut, hip, heiß: Eine gelungene Mischung mit den neuesten ElektoHits, den hübschesten Frauen – passend dazu zuckend – und deren ganze Performance zwischen sinnlichem Strip und unzensierten Zirkusnummern auf der Bühne.

Ja, Moskau musste noch sein, aber sonst bevorzuge ich abendliches Ausgehen wie folgt: Mit einem(!) HerzensMenschen (oder einem der das werden könnte) in einem edlen, gerne auch etwas dekadenten Umfeld in aller Ruhe richtig gut und entspannt zu Essen, zu genießen und sich in wunderbarer Ruhe zu unterhalten. Danach vielleicht noch in eine elegante Bar: Bildschönes Ambiente, bildhübsch von dezenter Clubmusik untermalt: einen BilderbuchDrink nehmend, in einem herrlich bequem Sessel sitzend und den Kopf in den Nacken gelegt, den Sternenhimmel bewundernd.

 Selig!

Am Schönsten wenn das alles noch von echtem Meeresrauschen untermalt wird. Oder zumindest die Luft salzig danach schmeckt. Und ganz ehrlich – das reicht mir zwei, dreimal im Jahr. Von etwas Besonderem kann ich nämlich “ewig” zehren. Auch schon Jahre.

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So, wie von Zitaten, die mich berühren, inspirieren, bewegen …

Das “Problem” mit der Abendschule konnte ich nun dahingehend lösen, indem ich mir einen kleinen süßen Mittagsschlaf erlaube. Dafür krabble ich morgens nach nur gut fünf Stunden aus meinem Bett. Ich habe für mich gelernt, dass eine gewisse Routine sehr wichtig ist, im Hinblick auf eine ausbalancierte Psyche und das Gleichgewicht von Geist und Körper. Sobald dann das Fitnessstudio aufmacht, pilgere ich dort hin. Seit neuestem rolle ich dort wieder 4x wöchentlich meine pinkfarbene Matte aus um Yoga oder Pilates zu performen, in diesen Sport einzutauchen, hineinzuwachsen und zu genießen.

Träume und Ziele, Visionen und konkrete Pläne sind so wichtig für uns, wie es das glücklich gesunde Gefühl ist, morgens aus dem Bett springen zu wollen und es zu tun.

So offen ich hier schreibe und damit gerne helfend, inspirierend und coachend für welche die gleiches erleben oder erlebt haben bin, so verschwiegen bin ich bei manch anderem … Meiner beruflichen Vision beispielsweise – bis die Konturen annimmt …

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Wahre Schönheit

Eleganz hat viele Gesichter und ist sehr viel vielseitiger als nur „Businesskostümchen und Pumps“ und gut ist. So dachte ich nämlich früher, sehr grün hinter den Ohren, über Eleganz.

Insbesondere die Französinnen verstehen herrlich viel von Stil und können eine wunderbare Inspiration sein: Stets gekonnt lässig mit einer Prise Imperfektion… Besonders schön, weil es das Schöne besonders macht… Elegante Hingucker, nonchalant!

Ich mag den verstrubbelten Look einer Caroline de Maigret und die Pureness so vieler Madames, die mir in meinen Pariser Stunden begegnen. Frankreichs Damen müssen ihren Style doch mit der Muttermilch aufsaugen! In die Wiege gelegt bekommen. Ich liebe ihn, studierte ihn, lese darüber und wünschte mir noch immer ein großes Fitzelchen mehr dieses herrlichen Fingerspitzengefühls.

Eleganz – rein optisch betrachtet – umweht immer eine Prise Understatement. Das Französische, was ich mit dem englischen “pureness” beschreibe. So spektakulär unaufgeregt und ungekünstelt und sich stets charmant im Hintergrund haltend. “Stilles Wirken” könnte man dazu vielleicht sagen.

Und Eleganz ist so fantastisch viel mehr, als sich allein darüber zu definieren, was wir an unseren Körpern tragen.

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Eleganz: nie aufdringlich, schwelgt nicht in Aufwand und Luxus (obwohl die Klamotte durchaus sündhaft teuer sein kann) und trägt dennoch und unbedingt eine gekonnt raumerhellende Portion Raffinesse.

Die Mode trägt unsere Persönlichkeit… das innere Leuchten der Trägerin nach außen. Tuend unaffektiert. Und das funktioniert nur, wenn wir nicht nur EINEN, sondern UNSEREN Stil präsentieren. Einen, der sich derart gelungen an den eigenen Körper, das eigenen Körpergefühl und das eigene Wesen schmiegt, dass Frau richtiggehend eins wird: mit ihrer gewählten Garderobe, den Accessoires, Haaren, Hüten…

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Doch nur, weil dies nun alles Attribute sind, die eine Perfektion nicht verlangen, haben fettige Haare, abgeblätterter Nagellack und zu viel Haut, die Frau zeigt, so wenig mit Eleganz zu tun, wie ein Goldfisch im Glas mit den Weiten des Ozeans. Nüscht!

Eleganz ist nämlich immer topgepflegt: Geduscht, gebadet, beduftet, gepampert, sanft geschniegelt und gebügelt, um sich anschließend gewollt zu verwuscheln. Im Reinen sein: Rein die Kleidung – rein der Geist. Herrlich spirituell heute, was? Nö, bei Eleganz gibt es keinen Bruch im Gesamterscheinungsbild zu finden. Der Bruch ist trotzdem da: er ist die Prise gewollt zerzaustes – dabei verführerisch scheinendes, lecker duftendes – Haar. Oder der ein, zwei Nummern bewusst zu groß gewählte Blazer.

Elegant empfinde ich leise weise Reife. Was mich betrifft eine, die ich mir mühselig erarbeiten musste und noch längst nicht an jedem Tag hinbekomme. – Aber vielleicht auch gar nicht immer hinbekommen & leben möchte.

Klar, Mode soll uns Spaß machen.

Und vor 15 Jahren hatte es sogar überhaupt nichts mit Stil und Eleganz zu tun, was ich da so präsentierte: Anfang 20 und ich wollte meinen durchtrainierten athletischen Körper zeigen und den Mädels und Jungs ein bisschen den Kopf damit verdrehen. Davor gab es auch längerfristig eine Zeit lang meine Markenphase, in der ich mit meiner bevorzugten Lieblingsmarke als wandelnde Litfaßsäule unterwegs war. In Hoodies, BoyfriendJeans und dergleichen.

Etwas peinlich. Aber es waren die 90er.

Heute habe ich weder noch meinen Sportlerbody, noch das Bedürfnis oft shoppen zu gehen. Nur wenn ich ein Teil sehe, von dem ich denke, das ich es in mindestens fünf Jahren auch noch tragen werde, schlage ich zu. Manche Teile, die in meinem Schrank hängen – und das verspreche ich – werde ich für immer tragen.

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Im Iran habe ich gar die Erfahrung gemacht, dass selbst Frauen, die bis auf das Gesicht gänzlich figurverbergend verhüllt sind, Eleganz und Aura ausstrahlen. Wunderschön und geheimnisvoll.

Elegant ist auch ein wunderbar aufrechter Gang, gerade Rücken, Stolz, Füße die fest auf den Boden treten, ein offenes Lächeln, Selbstbewusstsein und Souveränität. Ruhe und Tiefenentspanntheit auszustrahlen. Reife und sich selbst zu mögen – nicht nur das neue T-Shirt das wir tragen.

Ist Eleganz denn immer nur gedeckte Farben und echte Klassiker zu tragen?

Oder kann Eleganz auch Kanarienvogelgelb, Pink und Rosenrot, Mustermixe, Pastellexplosionen, Blumen-Super-Trouper-Alloverprints, Rückendekolletee, blauen Nagellack, einhornbuntes Haar, halbdurchsichtige Negligees über BH zu SkinnyJeans, Blumenkranz im Haar, Sneakers, Jogginghosen, schmucklos, Flamingodrucke, giftgrüne Socken, goldfarbige Highheels, Blumenmuster auf beigen Feinstrümpfen, Swatch-Watch und Caprihosen… ?

Das überlasse ich ganz euch.

Am treffendsten, was Eleganz angeht, ist nämlich diese simple Aussage:

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So eine lange Schreibe also, für einen so wunderschönen wie kurzen Sinn: Es sind die inneren Werte, die zählen und schön und herrlich elegant machen. Zu unserem dazu passenden, bedacht gewählten und gepflegten Äußeren dazu.

Authenticity

Ja, wie ist das mit der Authentizität?

Ich habe in meinem süß fortgeschrittenen Alter tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass man überhaupt nicht authentisch sein kann, wenn man nicht ganz genau weiß wer man ist.
Eigentlich erkenne ich das erst seit geraumer Zeit. Einem knappen Jahr vielleicht. Seit ich nämlich erstmals super-genau definieren kann, was ICH will, was MEINE Werte sind und was MICH definiert und auch GENAU DANACH LEBE.

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So perfekt mein dingliches Umfeld in der Kindheit war… Im schönsten Schwarzwald mit riesigem Haus und Garten und eigenem Pony, später Pferd… Ich komme aus einem schwierigen Elternhaus und habe eine, in den verschiedensten Ausführungen, äußerst gewaltgeprägte Kindheit erlebt. Und ich musste mich deswegen permanent verbiegen: Zuhause, um dem Schlimmsten zumindest gelegentlich aus dem Weg gehen zu können. Und in der Öffentlichkeit, ausserhalb meiner Familie, um keine Verdachtsmomente aufkommen zu lassen:

Denn auch für ein gequältes Kind gibt es nichts Schlimmeres als die Aussicht seine Eltern verlieren zu können, da es nicht weiß, dass es da draußen tatsächlich Menschen gäbe, die ihm mehr Eltern, mehr Schutz, mehr Liebe und mehr Gutes sein würden, als es die eigenen Eltern annähernd sind.

“No matter how dirty your past is, your future is still spotless.”

Genau das ist mein optimistischer Gedanke dazu! Mein unsterblicher Optimismus: ohnehin die Eigenschaft, der ich am dankbarsten von allem bin, was ich an positiven Fähigkeiten habe.

Um so früh als möglich Zuhause weg sein zu können, bin ich so früh wie möglich – nämlich mit 16 Jahren – von dort, mehr als 400 Kilometer weggezogen und habe eine Ausbildung bei der Bundespolizei (damals Bundesgrenzschutz) gemacht. Damit war ich sofort frei, geschützt und finanziell gänzlich unabhängig und bin nur noch selten “nach Hause” gefahren.

Nun ist es aber so, dass der Polizeiberuf, der sicher viele attraktive Facetten hat, Kreativität und eine eigene Persönlichkeit, eigenes Denken und Fortschritt nicht fördert, sondern zu unterdrücken versucht.
Das mag vielleicht für einen Menschen, der die Werte der Polizei gänzlich teilt in Ordnung sein und ihn so seiner Persönlichkeitsausbildung nicht beschneiden.

Bei mir ist es so, dass ich zu 100% hinter jedem Tun stand, das ich mit den Jungs und Mädels auf gleicher Ebene erlebt habe und wann immer ich mit Herzenskollegen und unter Herzensvorgesetzten eingesetzt war, Streife fuhr und wo & wie immer wir für eine Sache eingestanden sind.

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Wohinter ich nicht stehe und niemals stand, waren die massiven Fehlentscheidungen einer doch häufig inkompetenten Führung, eine weltfremde ungerechtfertigte Härte dieser und irgendwelcher Machtmänner, die meinten ihre Hierarchien dazu ausnutzen zu können. Schön unhübsch und ganz ähnlich beschrieben in dem Lied von Wolfgang Ambros: „Tagwache”

Menschen, die versucht haben (m)eine bunte Welt erneut schwarz zu malen.

“Hell is empty and all the devils are here.” (William Shakespeare)

Ich bin nicht der Typ Mensch, der gerne den Mund hält wenn es um Ungerechtigkeiten anderen oder mir selbst gegenüber geht.
Bei der Polizei, als gut bezahlender, sicherer und damit eine Freiheit möglich machender Arbeitgeber, habe ich bereits früh gelernt, sanft zu rebellieren und inakzeptablen Führern auf der Nase herum zu tanzen, indem ich mich beispielsweise nicht mehr an Kleidungsvorschriften gehalten habe und nicht mehr für jeden Vorgesetzten gearbeitet habe. Stattdessen dafür wofür die deutsche Polizei meiner Meinung nach stehen sollte: Bürgernahe Menschen, denen es nicht um ein frostiges Durchsetzen irgendeiner Macht geht, sondern Gerechtigkeits- Ordnungs- und Fairnessssuche.

Und ich habe später permanent gestrahlt und gelächelt und von Bürgern und Fluggästen hunderte Komplimente dafür bekommen, „was ich doch für eine besonders nette Polizistin sei“. Das war zuletzt mein kleiner Beitrag für die Gesellschaft. Auf einem Traumdienstposten am Flughafen, direkt bei einer der schönsten deutschen Städte: Baden-Baden.

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Und was ich dort, nach meiner Kindheit, nun auch wieder nicht zufriedenstellend wirklich gelernt hatte, war das Finden von mir selbst.

Wer bin ich eigentlich tatsächlich? Was will ich? Was brauche ich?

Es ging unter darin, es noch immer vorwiegend anderen Recht machen zu wollen und für andere mehr da sein zu wollen, als für mich selbst. Vermutlich war die treibende Kraft noch immer “geliebt werden wollen”, so, wie ich es in der Kindheit eben nie erlebt hatte und so anhaltend, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, danach strebte. So hatte ich einige Freundschaften (mit Frauen & Männern), in denen ich nicht wirklich glücklich war, da ich gegen mein Wertesystem lebte.

Seit 2013 habe ich nun für 2, 3 Jahre einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt. Es waren insgesamt sieben oder zehn. Und mein ganzes Leben flog mir um die Ohren.

“The most sweet hearted people are the most mistreated people.”

Und trotz, oder gerade wegen aller Enttäuschungen: Herz habe ich heute noch immer ganz viel und das schon mein ganzes Leben lang. Allerdings verschenke ich meine Energie nicht mehr an Menschen, von denen ich heute weiß, dass es vergebens war, ist und sein wird. Und das ist Selbstliebe, die wir erst durch Selbsterkenntnis finden.

“When you start seeing your worth, you’ll find it hard to stay around people who don’t.”

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Ich schreibe hier so oft, wie bunt mein Leben ist und das ist es auch. Kunterbunt, spannend, voll Aufregung, Abwechslung… So viel erlebt! Reich an Liebe ist es aber erst heute. Und das, obwohl ich aktuell so wenige Menschen in meinem direkten Umfeld habe, wie noch niemals zuvor.

Und weil das diese Liebe ist, diese Erkenntnis, dieses Wissen, wer ich denn nun bin, wie ich denn nun fühle, was meine Werte sind und ich nicht mehr gegen diese lebe, fällt es mir schlussendlich herrlich leicht authentisch zu sein.
Weder rechtfertige ich mich für irgendeinen Teil meiner Geschichte, noch für irgendetwas, was an mir nicht perfekt geraten sein mag.

“The greatest prison people live in, is the fear of what other people think.”

Früher dachte ich immer, dass man die Menschen möglichst kurz halten sollte, bezüglich seiner Wahrheit über sich. Und ich habe mich für meine Kindheit geschämt. Wenig tief blicken lassen also, damit manche Menschen dieses Wissen nicht einmal gegen einen benutzen können, was zum Tratschen haben und alte Wunden damit aufreissen. Und so lebte ich, Glücksclown und Klassenkasperl spielend, meine Vergangenheit verleugnend und bei Rückfragen positiv schildernd.

“Once you’ve accepted your flaws no one can use them against you.”

Heute weiß ich, dass wenn DU DICH selbst mit all DEINEN Fehlern und DEINER Geschichte akzeptierst, DU unbesiegbar gegenüber Sticheleien, Gerede und Intrigieren bist. Allgemein gegenüber der Meinung anderer, denn DU RUHST IN DIR: DU weißt genau welche Werte DICH ausmachen und das alles leben gegen deine Werte, das DICH umgeben mit – für DICH – „falschen“ Menschen und „ungewünschten“ Situationen nicht DIR & DEINEM Stil entspricht und damit schmerzhaft ist.

Deshalb läßt du das schön bleiben und gehst DEINEN WEG, mit DEINE VISIONEN, mit DEINE Menschen die DIR, nach wie vor, die Welt bedeuten.

Und plötzlich ist Authentizität ein Kinderspiel.

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Selbstbewusst im Knaller-Kleid, keine Selbstverständlichkeit für jede.

Meine neueste Authentizität sind meine Vanilla-Mocca gefärbten Haare. Es lässt mich etwas erwachsener, reifer und damit seriöser wirken. Genau so, wie ich aktuell rüberkommen möchte.

 

Nachtigall ich hör‘ dir trapsen

So, ich bin nun modern geworden: ich twittere nämlich jetzt! Beziehungsweise twittern ich nicht und bin nur seit einigen Tagen auf Twitter und folge dort neugierig-interessiert, informiert und amüsiert.

Aller Guten Dinge sind bekanntlich drei. Und genau drei Persönlichkeiten sind es auch, denen ich nun beim Zwitschern zuschaue: Nr. 1 ist natürlich Richard Branson. “Who else?” Das wird niemanden verwundern, der bereits mehrfach auf meinem Blog geschnuppert oder gelesen hat und sieht was ich bei Facebook mag und teile. Branson ist mein Motivator, zugleich Seelenverwandter.

Nr. 2 ist Christine Lagarde. Lagarde bewundere ich sehr, folge ihr auch auf Facebook, höre mir seit längerem bereits regelmäßig ihre Reden an und bin tatsächlich hochmotiviert und offen ihrem Tun, Engagement und Agieren gegenüber. Sie ist eine meiner fünf Lieblingsfrauen. Lagarde eine, die ich aus ernsthaftem (politischen) Interesse heraus inspiziere.

Und Nr. 3 – und er ist der tatsächliche Hauptgrund für meinen angelegten Account – ist Trump: Die Trompete. Viel Lärm – wenig dahinter?

Meine Vorliebe in der Musik gilt schon immer dem Klavier, vielleicht noch der Geige, Streichern allgemein… Aber Trompeten und “to trump“ haben bei mir eher wenig Sympathiepunkte.

Trump folge ich, um mir entweder den Tag aufgrund seiner eigenen Tweets, sicher aber derer, die diese kommentieren, amüsant zu versüßen. Manchmal auch um mich sanft kurz aufregen zu dürfen und einen zu niedrigen Blutdruck etwas zu pushen. Gesund damit! Und neugierig. Tiefer lasse ich sein Agieren und Gebärden allerdings nicht wandern, da ich – wie wir alle, ihm machtlos gegenüber stehe und bloßes sich Aufregen keine Lösung darstellt.

Mein größtes Problem mit ihm darf ich trotzdem schnell erläutern? Trump ist es für mich nicht, aufgrund seiner umwelt- und menschenverachtenden, wie -vernichtenden Politik. Wenig erfrischend nämlich finde ich allgemein den Umgang mit Menschen, die ausschließlich in ihrer selbstkreierten Blase leben, sich nur mit ihresgleichen oder Bewunderern umgeben, sich auch nur für ihre eigenen Belange interessieren und Macht und Geld nicht dafür nutzen Gutes zu tun und eine Stimme zu haben und zu erheben, sondern allein um eine selbstgefällige und weltfremde Größe zu demonstrieren. So sehe ich Trump. Und wo bleibt bei jemandem wie ihm: die Inspiration, die Einblicke und Bereicherungen in eine kunterbunte Welt und die Möglichkeit für euphorisches Wolke-Sieben-Träumen, kreatives Weltverbesseren, munteres Querdenken, Stubborn-Sein und sternenglanzhelle Lichtblicke?

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Traufe und Regen. Und Trump passt zu vielen so „gut“ wie Wollsocken in Ballerinas an einem Regentag.

Auf anderen Social-Media-Kanälen folge ich gern mehr Leuten und Persönlichkeiten. Twitter ist mir aber Neuland – bislang köstlich unberührtes Neverland – und darum so herrlich spannend und ich konzentriere mich deswegen ausschließlich auf diese drei: Zweimal flamingorosé und einmal nachtrabenschwarz.

Böse Zungen könnten (und werden) behaupten, dass ich aktuell mehr Zeit habe, als „damals“ als ich noch Polizistin war. Da kann ich gegen halten. Allerdings tangieren mich böse Zungen auch herzlich wenig. Mein Tag heute ist tatsächlich angenehm „busyer“ und gibt mir ein sinnvoller ausgefülltes Gefühl, als zu der Zeit, als ich die letzten vier, fünf Jahre noch Vollzeitpolizistin gewesen bin.

Nach einer sehr langen Zeit in einem Beruf, – sei er auch noch so abwechslungsreich, ist vielleicht irgendwann der Punkt erreicht, an dem wir etwas vermissen?

Nun bin ich Schülerin. Gerade nach der Halbzeit zum Abitur. Viereinhalb Stunden konzentrierter Unterricht und jeden Tag noch mindestens zwei Stunden lernen dazu. – Am Wochenende meist deutlich mehr als nur zwei und in den Klausurvorbereitungen im Schnitt sechs – aber auch mal bis zu neun Stunden – täglich.
Da hat jeder Tag immer mehr als acht Stunden, denn nebenbei schreibe ich viel und vielseitig, beschäftige mich jeden Tag noch mit Englisch sowieso und mit meiner Vision natürlich.

Nö, mir fliegt nichts zu. Lerntechnisch leider überhaupt nicht. Ein Drittel der Fächer finde ich spannend und hochinteressant, – und da läuft es dann auch mit sehr wenig Input sehr gut. Das zweite Drittel ist solala – mal mehr mal weniger attraktiv – und davon abhänigig auch die Intensität, mit der ich mich ihm widmen muss. Und zum letzten Drittel der Fächer finde ich insgesamt wenig bis keinen Zugang und möchte alles regelmäßig hinwerfen und mich wieder in meinen ruhigen Beamtenstatus zurückziehen. Das mache ich allerdings (noch?) nicht, klemme mich hinter die Bücher und beiße und quäle mich durch die Materie.

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Bereits 2013 begann in meinem Leben ein drohendes Brodeln und 2015 habe ich den Absprung gestartet. Nun bin ich hier: Zufrieden, Fortschritte sehend, Kleinigkeiten würdigend und mit Spannung betrachtend, aber doch auch hibbelig und “sofort” zum Sprung bereit, weil ich aktuell weder das habe wonach ich strebe, noch was das werden wird. Dies hat sich mir entweder noch nicht vollständig erschlossen, oder mir liegen derzeit größere Steine dafür im Weg.

Steine, von denen ich normalerweise immer behaupte, “sie zu nutzen, um darüber zu springen”. – Was aktuell nicht funktioniert. So finde ich mich gerade in einer Situation, in der mein Leben trotz allem Fortschritt, den ich täglich zu machen versuche, stagniert. Und das ist es was ich nun aushalten muss und mir damit nicht ganz so leicht tue. Da macht sich meine Ungeduld bemerkbar.

Aushalten ist schwer, wenn man alles gibt und keine tatsächlichen Erfolge verzeichnen kann, im Hinblick auf die Sache wo es hingehen soll.

Da ist regelmäßige Informationsbeschaffung und Belustigung auf den verschiedensten Kanälen nicht nur Inspiration wie es weiter gehen soll, sondern auch Entspannung und verspricht Ablenkung.

Ob Frau in meinem Alter überhaupt noch Abi machen muss? Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Bei einem Jobangebot das ich will, der Nische, die ich zu finden versuche, bin ich sofort (sobald ich mein Fachabi habe) weg! Sonst mache ich eben noch das Vollabitur.

Über mich lässt sich sicher vieles behaupten, und was zu 100% den Tatsachen entspricht, ist der Punkt, dass ich nicht der Typ bin, der gerne herumsitzt und gefühlt nur passiv was tut. Ich muss und möchte raus ins Leben, unruhig sein, bisschen zappeln, planen, machen, tun und mich und Dinge wie Menschen bewegen und anpacken.

Bereits meine Großeltern hatten mir in meiner Kindheit Geld dafür geboten, wenn ich nach dem Essen sitzen geblieben wäre. Sie waren etwas irritiert von meinem permanenten Rumgehopse und energiegeladenen Tatendrang. Geld war mir allerdings egal und ich war weg, denn was ist schon eine Mark im Hinblick auf die Möglichkeit sich frei bewegen zu können?

Schnell habe ich meinen Teller leer gegessen, um die getankte Energie sofort wieder loswerden zu können, indem ich dann kopfüber an den Ästen in den verschiedensten Bäumen baumelte und irgendwelche Streiche ausheckte. Keck habe ich Oma, Opa und meine Brüder von dieser Perspektive aus, dann neugierig dabei beobachtet, wie die ihre Mahlzeiten zu Ende gegessen haben.

Meine Brüder haben mich stets interessiert und Oma hat mich flehentlich angesehen. Vergeblich hat sie mich darum gebeten, wieder hinzusitzen und versuchte mich zu locken: „dass es noch Nachtisch gäbe“.
Neinnein, Nichtstun und Ruhen war noch nie eine Option für mich und wird es auch niemals werden. Und den Nachtisch hatte ich sowieso häufig genug direkt vor meiner Nase baumeln: Äpfel, Kirschen und Birnen direkt vom Baum. Gibt’s was Besseres?

Ich bin eine Getriebene. Berauscht und gelockt von all dem was unsere wunderbare Welt bietet. Ich ruhe in mir selbst und trage Menschen, die ich liebe in meinem Herzen und so braucht es kein stetes Leben an nur einem Ort mit nur einer gelebten Idee.

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Ja, so schaut’s aus.

Meine Entscheidung für den Polizeiberuf war auch keine Eintagsfliege oder nicht sehr wohl und mit Strategie durchdacht. Und das schon mit nur 16 Jahren. Ich wollte Aktion, Abwechslung, Spannung, Spiel und Schokolade und auf gar keinen Fall einen Bürojob. Und den möchte ich auch heute nicht.

Kann Jura nicht fast nur auf Schreibtischarbeit und viel hinterngesitzigem Lernen beruhen bitte?

Ein weiterer Traum von mir droht sonst zu nämlich platzen. Energiegeladene Naturelle müssen sich bewegen. Das tut auch dem Rücken sehr viel besser, dessen Muskulatur sonst kläglich verkümmern könnte.

Mit der Schule ist es nun so bei mir, dass sie mir schon Spaß macht und ich sie als eine unkonventionelle Erfahrung ansehe. So etwas finde ich immer bereichernd. Ausserdem lockt mich der Status, noch bevor ich 40 werde, mein Abi in der Tasche haben zu können. Und zudem gehe ich aktuell noch immer keinen anderen Weg, da ich noch keinen gefunden habe, hinter dem ich 100% stehen würde.

Da ich mich kenne und weiß, wie groß bei mir der Unterschied zwischen „interessiert an einer Sache zu sein“, und „tatsächlich Passion für etwas zu haben – zu brennen“ ist – warte ich darauf. Bis dahin lasse ich die Finger gleich davon oder teste nur vorübergehend Halbherziges. Und arbeite täglich daran das Feuer meiner Passion, in irgendeiner Art und Weise, auf irgendeinem Gebiet, für mich entfachen und diesbezüglich tätig werden zu können

So lange dies nicht der Fall ist, halte ich aus und durch. Denn das allein bleibt die Alternative: In einer Stadt die mich nicht (positiv) berührt und in einer Situation, in der sich (scheinbar) nichts bewegt, um danach (hoffentlich) um so viel mehr zu bewegen.

Wer deutlich mehr bewegt als ich aktuell, ist Donald. Er bewegt die Massen auf Twitter, dass es eine helle Freude ist.

Buschgezwitscher. Die Ruhe vor dem Sturm. Nachtigall ich hör‘ dir trapsen.

 

Mach doch mal Mini

Minimalismus, was bedeutet das eigentlich? Gehört da auch zu, dass ich (im Sommer) in 90% der Fälle mit luftzutrocknenden Haaren, einem Hauch Rouge und etwas Lipgloss die eigenen 4 Wände verlasse?
Schön, dass ich es immerhin noch schaffe, mir was anzuziehen, wenn ich auch mal gut und gerne in ausgelatschten Birkenstocks und meinem hellrosafarbigen Kimono die Kö entlangwandele. Und nein, ich finde nicht, dass ich besser aussehe, wenn ich mir ein klitzekleines bisschen oder auch viel mehr Zeit mit dem Styling lasse. Nur anders.

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Einmal Miami-Style im Großstadtrevier hier bitte.

Einfach mal Mini also?

Seit jeher bewundere ich alle Frauen, die toll und dem Anlass entsprechend geschminkt sind ohne dabei angemalt zu wirken. Dabei deren natürliche Schönheit durch Lidstrich, SmokeyEyes, MakeUp und LippenkonturenStifte noch mehr unterstreichen. Ich finde das wunderschön und habe mich deshalb selbst darin schon hundertfach probiert und mich so schminken lassen. Aber nein – it’s not me. Das Ergebnis ist nämlich immer dasselbe: Ich sehe aus wie in den Farbtopf gefallen, mit Lidschatten und Kajal gar 10 Jahre älter und 10 Stunden müder gleich dazu. Von wegen sanfte Verführung. Also nicht bei mir. Unfortunately oder mein Glück?

Ach, jeder soll doch bitte so sein wie er gerne sein mag und es kann.

Oder wie ich richtiggehend fasziniert bin von Frauen, bei denen jedes Haar liegt wie es liegen soll und deren Haar man als eine Frisur bezeichnen kann. „Wow“, denke ich da oft. Für mich hingegen finde ich immer mehr Gefallen daran, puristisch und minimalistisch zu sein. In vielerlei Hinsicht zumindest.

Gezwungenermaßen oder aus einer gewollten überzeugten Freiwilligkeit heraus?

Völlig egal, nicht? Es ist wie es ist und C’est la vie.

Also, ja, ich liebe Düfte und 30 parfümierte Duschcremes, sahnige Shampoos, reichhaltige und leichte Bodylotionen und Nischen-Parfums. Blüten, Blumen, Blumenmeere und tropische Früchte von Ananas bis Kokosnuss in einem Hauch Myrre, Rum und Salzwasser. Verführerische Tuberose, Jasmin, Flieder und Fresien und Rosen sowieso. So wie andere Frauen eben genauso verrückt nach ihren speziellen Pflegeprodukten, Ritualen, gestärkten Businessblusen, Bleistiftröcken, weißen Sneakers, Haarspray, Taft oder roten Lippenstiften sein mögen.

Auch bin ich überhaupt kein Jeans- und Turnschuhtyp, was ja eine Minimalistin durchaus sein könnte. Und ich besitze ein größeres Sortiment an sündigen DesignerNagellacken, was eine Minimalistin vielleicht gar nicht haben darf(?) und trage jede Woche mindestens zwei verschiedene Farben davon. Aber sonst: Her mit dem Minimalismus. Mehr will ich aus mir nicht herausholen und seine kleinen Faibles für Herzenssachen mit denen sie Materialismus zelebriert, hat doch jede von uns. Behaupte ich jetzt einfach mal.

Was beispielsweise mit meinen Haaren gebastelt werden kann, das kann man auch nicht unbedingt als Frisur durchgehen lassen: Nichts mit Volumen, Schwung und Spannkraft. Ich habe einfach Haare wie eine kleine Elfe, die glatt herunterhängen, einzeln kaum zu sehen oder zu fühlen sind und sich wie Zuckerwatte und Seide anfühlen.

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Himmlische Haarpracht und Knaller-Farbe bei Christina Hendricks.

Nach jeweils einem spannenden und witzigen Versuch von falschen Fingernägeln und einmal Extensions bis fast zum Po, was ich für ein paar Monate, Mitte meiner wilden 20er getragen habe, bin ich seitdem davon überzeugt, dass ich meine Haare und Nägel am besten naturbelassen tragen sollte. Zumindest was zusätzliches Volumen und Länge angeht. Und daraus das Beste zaubere. Irgendwie.

Ich habe mich mit meinem kleinkindfeinen Haar ausgesöhnt, mit dem ich wohl am längsten gerungen habe und es häufig (ab)wertend als meine “Problemzone” bezeichnete. „Ein herzliches tut mir leid an die meinen hunderttausenden Feeen-Feinen“. Heute sind diese mein Markenzeichen: denn völlig egal welche Länge oder Farbe ich gerade trage, das Gesamtbild ist immer gleich zart und fein.

Ich bin wohl mehr der Haar-Typ Kate Bosworth. Eine bewundernswerte Haarglätte einer Gwyneth Paltrow bekomme ich aber auch nicht hin. Meine Haaren haben eben ihren eigenen Kopf: erheblich störrisch im nassen Zustand, geladen und munter fliegend bei trockenem Wetter, und garantiert plattgedrückt und besonders schlapp bei einem ersten Date oder Vorstellungsgespräch. Und mein Wunsch für ein nächstes Leben: Glück und Gesundheit bitte. Meine Haare dürfen bleiben wie sie sind – weil sie zu mir passen. Sie sind wie ich manchmal: smooth und sensibel.

Ein großer Meilenstein der Erkenntnis was meinen Minimalismus an Körperhaaren angeht.

Deshalb: Auch auf Cara Delevingne schiele ich hypnotisiert. Diese Brauen! Darf man das bei mir überhaupt so nennen, was den feinen Flaum meiner 10 blonden Haare über den Augen angeht?

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Puristische Naturschönheiten im Naturerleben.

Ich bin mir sicher, dass wir bei anderen Frauen oft überhaupt nicht wahrnehmen, wenn sie gut gemachte Extensions tragen. Und auch künstliche Fingernägel haben durchaus ihren Reiz. Botox und Injektionen sowieso. Und das finde ich richtig so: Jeder soll sich selbst so pimpen und aufhübschen wie es seinem Naturell entspricht. Ich pimpe mich ja auch gerne, mit Apfelbäckchen und Lippenstift in Hellpink, Mittelpink und Dunkelpink.

Und weitere kleine oder große Geheimnissen?

Naturschönheiten, wie in den 80ern eine Carré Otis und vor einigen Jahren noch Angelina Jolie, heute eine Taylor Hill: Haare, Lippen, Wangenknochen, Näschen: wunderhübsch, sinnlich-sensationell!

WILD ORCHID, Carre Otis, 1990, (c) Triumph Releasing
Carré Otis, 1989 (Quelle: Cineplex)

Gut, also bei meinen Haaren bin ich bereits naturgegeben sehr reduziert und gehandicapt. Das habe ich ausführlichst monologisiert. Und bei anderem sorge ich aktiv dafür: Ich mag es heute noch mehr als vor Jahren schon, minimalistisch zu leben.

Bei Dingen die ich länger nicht benutzt habe oder benutzen werde, gibt es für mich nur mehr drei Lösungen: hergeben, verkaufen oder verschenken.

Eine Freundin von mir hat vor zwei Jahren die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ich meine noch relativ neue Golfausrüstung verkauft habe. Meine Entscheidung allerdings stand fest. Genauso der Verkauf meines pinken Rennrades und meines Jahreswagens. Ich habe mein Leben überschlagen, die Entscheidung getroffen einen komplett neuen Weg einzuschlagen und habe realistisch erkannt, dass ich so manches für mindestens 3 1/2 Jahre nicht mehr gebrauchen würde.

Und auch wenn es mir bei dem ein oder anderen damals nicht leicht fiel die Dinge herzugeben: Bis zum heutigen Tag habe ich nichts vermisst. Und ja, mein Leben lebe ich aktuell wie erwartet ganz anders und wenn ich jemals wieder eine Golfausrüstung oder ein Rennrad brauchen möchte, dann hole ich es mir. Dann, wenn ich diese Großstadt hinter mir gelassen habe. Mein Gefühl dazu heute ist aber, dass es weder das Golfspielen noch das Rennradfahren erneut für mich sein werden. Wir verändern uns.

Klar geht ein solches Handeln bisweilen mit einem Wert- & Geldverlust einher. Aber wiegen die Gefühle von Freiheit, Raum, Space, unnötigen Ballast abwerfen, loszulassen und anderen eine Freude damit gemacht zu haben nicht schwerer?

Was ich nicht brauche, das brauche ich doch nicht. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Weniger Staubgewische, weniger Platzmangel und wir bekommen ein Bewusstsein für das was uns wirklich was bedeutet, wer wir eigentlich tatsächlich sind und lassen uns auf Nachhaltigkeit ein, anstatt auf Mengenräusche. Für jedes kaputte oder ausrangierte Kleidungsstück können wir uns ein langlebiges neues holen, oder auch mal gar keines. Wenn, dann vielleicht am liebsten im Edel-Second-Hand oder sonstwo wo wir Qualität finden können.

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Branson polarisiert? Klar! In einen Bücherschrank als Geschenk gelegt, darf sich aber jeder frei entscheiden, ob er zugreifen mag. Ich liebe ihn. Seine Geschichte, sein Leben, sein Engagement, sein spätes Reifen. Jeder andere: Feel free – get these book für free – or not. :-)

Bücher die ich gelesen habe stelle ich in einen, der in Düsseldorf aufgestellten Bücherschränke. Meiner ist nur wenige Schritte von meiner Wohnung weg: Am Friedensplätzchen. In diese mit Glasscheiben geschützten Regale, stellen wir gelesene Bücher und machen anderen eine Freude damit, die stöbern wollen, schauen, zugreifen, Bücher mitnehmen und andere, gelesene, wiederum hineinlegen.

Und neulich kam ich spätabends nach Hause und vor unserem Hauseingang stand eine gut gefüllte Tasche mit, auf den flüchtig geworfenen Blick, hochwertigen Küchenutensilien und Kinderspielzeug. Auf dem Zettel, der an der Tüte angebracht war stand: „Zu verschenken. Darf gerne mitgenommen werden“.

Freude für andere.

Nachhaltigkeit für unsere Welt.

Minimalismus für ein erwähltes, selbstbestimmtes, selbstbewusstes Leben und Erleben.

 

Rächen mit Engelslächeln

Kürzlich bin ich über einen älteren, doch ziemlich amüsanten Artikel gestolpert: Die Ex-Geliebte (Miss Wilkins) eines ehemaligen Obama-Beraters in USA, hat sich an ihrem Ex-Liebelein auf ganz ungewöhnlich kreative Art und Weise gerächt.

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Nein nein, kein Kinderspielzeug – Persisches Museumsgut.

Hand auf mein Herz: Ich beteilige mich nicht an Klatsch, Tratsch, Gerede und generell irgendwelchen Lästereien. Dies langweilt mich fürchterlich – einschläfernd – und ich kann und konnte dahinter noch niemals einen Sinn sehen. Menschen die darin aufgehen, passen im Umkehrschluss genau so wenig zu mir, wie es welche tun die wiederum Rache generell verteufeln. Denn Rache finde ich zugegebenermaßen „irgendwie nett“, da spannend und so originell.

Rache also. Gibt es sonst noch Gefühle, die die Moral der Menschheit derart spalten?

(Ja, Klatsch & Tratsch, aber da bin ich wie gesagt raus.)

Ist also Rache tatsächlich per se verwerflich oder ein gekonntes charmantes Gegenspiel zu ehemals vorherrschenden Gefühlen? Und entzückend unschuldig schauend frage ich mich, warum wir “sich rächen” immer schwarz-weiß sehen müssen? Rot ist ja auch nicht gleich Rot und hat ganz viele wunderbare Facetten. Inspirierende Pinktöne beispielsweise, raffiniertes Burgundy, beeriges Himbeer, sanftes babyrosé, männermordendes Feuerwehrfahrzeugrot. Und so ist Rache eben nicht gleich Rache.

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Every rose has its thorn.

Der vormals Geliebte (Phillips) hatte doch „gestern“ noch seinen Spaß im Abservieren von ihr, und „heute“ schon Freude im Haus mit der Neuen – und in der Zeit mit ihr, uns, mir im „vorgestern“ sowieso… Und wir haben eben nun wieder unseren Spaß in unseren Leben, und wenn sich irgendwann der Zeitpunkt für eine gelingende Revanche bietet: Why not?

Keep it simple?

Ehrlich ich mag, wenn es paßt, kleine herzhafte Gemeinheiten, die meine reine Seele frech hüpfend beleben, wenn schwarze Streifzüge anderer Seelen sie womöglich kurzfristig betäubten und in einem unglaubwürdigen Aha-Erlebnis zurückließen.

Kneif mich bitte. Ist das real oder träume ich nur schlecht?

Deswegen ja: Ehre wem Ehre gebührt und Rache wem Rache gebührt.

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Eva und ihre Verführung im Paradies war ja bekanntlich auch alles andere als „harmonisch“.

Im geschilderten Fall muss ich leider erkennen und zähneknirschend mit erwähnen, dass diese Ex-Geliebte von der Ehe und Frau ihres Lovers sehr wohl wusste. Und das ist schwerlich tatsächlich zu verzeihen. Seufz… Ok… Anderes Thema!

Hier blende ich das frech mal aus und ergötzen wir uns doch einfach ein wenig an ihrer herrlich frechen Kreativität. Besagte Wilkins nämlich, wurde unverhofft spontan auf eine wohl etwas unschöne Art und Weise, von ihrem genauso reichen wie verheirateten Liebhaber abserviert.

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Besser immer schön bei Laune halten – die engelsgleichen Geschöpfe dieser Erde.

Der Wunsch des Mannes „mit doppelt beschäftigtem Hannes” ist nach einer derartigen Liaison natürlich glasklar: Contenance und Geheimhaltung bitte.
Nicht so im Sinne der zurückgelassenen Stiefelkatze allerdings:

Ehefrau anrufen, den Porsche zerkratzen, schien ihr aber alles nicht angemessen genug zu sein.

Meine Ideen zur Rache generell, die eher süß, dafür erfinderisch bis überraschend genial daherkommen, hätten ihr wohl auch nicht genutzt: Einen toten Hering in die Vorhangstange stecken oder den edlen Flokati mit Kressesamen anreichern und ordentlich gießen sind Kleinlausemädchenstreiche.  Erfüllen allerdings ihren Zweck ganz wunderbar, ohne gewisse Grenzen zu überschreiten.

Tja, einmal Kobold – immer Kobold. Und hurra, dazu stehe ich aus vollem Herzen und habe vielleicht als strafmildernde Erklärung vorzubringen, dass mich Kindersendungen wie Pumuckel und Pippi Langstrumpf nachhaltig inspiriert haben und mir deswegen noch heute von Nutzen sein dürfen. Und ich mach‘ mir die Welt, nunmal gern wie sie mir gefällt. Außerdem, etwas „Selbstjustiz“ ist doch legitim, gerade weil ich ja Polizistin war und die Grenzen zur Straffälligkeit auswendig aufsagen und im Schlaf sprechen kann und stets diesbezüglich tätig werde.

Nicht lustig? Aber funny!! 😀

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Richtig toll (und teuer) dagegen ist natürlich Wilkins Idee:

Sie hat die gemeinsame intime Sache zwischen ihrem Gspusi und sich sehr clever unter die breiten nichtsahnenden Massen gebracht: Für über 150 000 Dollar, vier riesige Werbetafeln am Time Square in New York gemietet. Darauf präsentierte sie zärtliche Fotos von Phillips und ihr.
Damit Gesprächsstoff für die etwas puritanisch-prüde US-Society, die ihren “Sexskandal” und herrliches Klatschfutter bekommen hatte.

Himmel, doch wieder Klatsch & Tratsch also.

Aber daran beteilige ich mich nicht. Die Lady tut, schweigt, genießt und vergisst. Ja, ist das alles denn nun ladylike? Völlig egal! Welche Lady muss sich denn stets als Lady beweisen? Damit ist es doch das gleiche wie damit:

Be a good person but don’t waste time to prove it.

Und Wilkins wird sich provokant gedacht haben, dass sie das „Lady sein“ nun wieder für richtige Männer in ihrem Leben aufheben wird.

Wie sagte bereits Aristoteles

Tue Gutes denen die dir Gutes tun, schade denen die dir schaden.

Oder wie wäre es mit: Sei Lady für die Gentlemen und Kobold für die Buben?

Ich finde das ulkig, um im Kobold-Jargon zu bleiben. Ein, die Lachfalten strapazierender Gag, der Inspiration und Warnung zugleich sein mag. Kommt Leute, wer wird schon gern bewusst veräppelt, unfair abserviert… auch wenn wir nur Gutes dabei lernen werden und ’ne Menge mitnehmen.

„Du wirst nie mehr wieder einen Mann wie mich finden“. „Ja? Stell dir vor, genau das ist mein Plan!“

Diese Riesenposter mussten zwar bald wieder abgehängt werden, haben allerdings ihren Zweck voll und ganz erfüllt: Phillips musste die Affäre öffentlich eingestehen und wünschte Wilkins zähneknirschend „Alles Gute“, während ihm zu Hause die Ehefrau und in der New Yorker Society das Gerede ordentlich zusetzte.
Hach, manchmal gibt es eben doch noch etwas Gerechtigkeit – im Kleinen.

Moment, dürfen wir das tatsächlich so sehen?

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Träumen ist doch erlaubt. ;-)

Ich sag’s euch: ich kann. Und nenne es Unfug, Klabautertum und süße Nonchalance und mischiviousness im Bezug auf ein ehemaliges Liebchen. Eine süße Leichtigkeit, die aber bitte niemals in eine Verbitterung oder Verbissenheit umschlagen darf. Deswegen ja „Nonchalance“. Die allem wenig Hübschen je Dagewesenen, einfach originell die Krone aufsetzt. Chapeau!

Gut, viele mögen das Wort Rache nicht. Moralisch verwerflich, sagt der Mainstream und so weiter. Wie aber steht’s mit:

… Returning the flavour.

Sounds nicer.

Und ganz deutlich gesprochen: ein Mann, der sich uns gegenüber nicht (mehr) wie ein Gentleman, sondern dessen Gegenteil verhält, braucht nicht darauf zu hoffen, dass wir ihn weiter als gentle sehen wollen und ihm gegenüber dementsprechend agieren.

Einer der es für mich war, ist und bleibt hingegen, hat nichts zu befürchten – nur zu lieben und geliebt zu werden.

Give me 5 Wilkins! – Auf Männer die lieben und anständig verlassen können.

Die schönsten Geschenke? Unbezahlbar!

Ja, das Leben ist manchmal tough und ein Ponyhof gleich zweimal nicht. Sagt man doch so, nicht? Und ich muss grinsen: Denn wer mag schon auf dem klassischen Ponyhof wohnen, sobald er älter als 14 Jahre alt ist. 😉

Ich sage: Toughes, Herausforderungen und viel zu tun zu haben sind super! Bedächtige Aufmerksamkeit erfordern, weil kostbar und tatsächlich wichtig, Zeit und Wertschätzung.

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Fairytale gone bad? Oh bitte nicht!

Was Kinder heutzutage & hierzulande häufig bereits schon bei ihren einstelligen Geburtstagsfeiern erkennen ist, dass eine gewisse Rivalität der Eltern besteht: Darin, für ihren Goldschatz die jeweils beste Party zu bieten.
Wo gibt es das exquisitere Programm, ein ausgefallenes Kinderessen, die tolleren Giveaways mit nach Hause?

Kindergeburtstag oder Marketingevent? Leistungsdruck bis ins Kinderzimmer. Überstechen & übertrumpfen – statt überschlumpfen – mit den blauen Kreaturen im Fernsehprogramm.

War und ist es aber nicht so, dass Zeit das schönste Geschenk war und noch immer ist?

The best things in life are free

Und haben wir früher eigentlich nicht einfach „Topfschlagen“ und „Blinde Kuh“ gespielt, und unsere Kindheit war mindestens genau so glücklich, wie die der heutigen Kids?

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Giveaways. Handmade with love.

15% der Kinder leben in relativer Armut. Und 5% der Kinder in Familien, die nicht immer genug zu essen haben. Aktuell. In Deutschland. Bei allem wie es uns so fein geht, sollten wir vor diesen Fakten nicht die Augen verschließen.

In meinem Ehrenamt ging es zuletzt darum, Abschiedsgeschenke für die 30 Kids zu finden. Wie wunderbar, dass das meiste über großzügige Spendengelder abgedeckt werden konnte: Prall gefüllte Wundertüten sollten es sein. Was erstmal offen blieb, war die Frage, wo wir die Tüten besorgen sollten, um all die großartigen Schätze darin unterbringen zu können.

Ich schlug euphorisch vor zu basteln und wurde prompt von der Aussage einer anderen versucht ausgebremst: Wer heute bitte noch Zeit und Nerven habe selbst zu basteln? Man solle kaufen!

Meine Antwort darauf war: dass ich mir gern die Zeit nehmen würde und Nerven hätte sowieso. Was ich nämlich tue, das tue ich von Herzen. Sonst, tue ich es besser überhaupt nicht. Und wie schön, dass wir dann zu dritt waren, – die, die gebastelt haben.

The trouble is, you think you have time

sagt Buddha.

Na, dann nimm dir diese Zeit doch bitte!

Manche „haben“ diese Zeit und Nerven nämlich weil sie wissen, dass bereits die kleinen Kinder deutlich darin unterscheiden können, ob eine Sache von Herzen kommt oder einfach nur irgendwie beschafft wurde. Sie fühlen, ob ein Event mit Liebe organisiert wurde, oder ob es lediglich einen Konkurrenzkampf darstellt, hinter dem Hektik oder gar Eitelkeiten stehen. Und ich liebe sie und versuche meine Qualität-vor-Quantität-Gedanken an sie weiterzugeben.

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Kreativität satt und Nacktkatzen, die Kinderaugen zum Strahlen bringen werden.

Wofür ich genauso sehr brenne, ist richtig guter Service. Service mit Herz, Zeit und Wertschätzung. Was lieblosen Service angeht – sei es welcher, den ich empfange, oder welchen, den ich aufgrund Zeitmangels, Personalmangels oder auf Anweisung geben müsste: Da bin ich recht schnell raus, weg und nicht mehr wieder da. Liebloser Service wirkt bei mir nachhaltig und so nachhaltig auch generell bei Menschen, die auf Klasse und Qualität Wert legen. Ich kenne dies von Seiten, in denen ich selbst Gast war und von der Seite, selbst schon mehrfach so gearbeitet zu haben.

Eine Einstellung einer Vorgesetzten mit der ich im luxuriösen(!) Service gearbeitet hatte: dass die sehr gut bezahlenden Gäste, eben keinen Flaumkuchen haben könnten der zu jeder Hälfte mit unterschiedlichen Zutaten belegt sei.

Ehrlich, deren ernst?

Sie regelte das so und ich war alsbald nicht mehr ihre Mitarbeiterin. Da bin ich wie gesagt äußerst pingelig. Meiner Meinung nach können Gäste im gehobenen Service nämlich sogar erwarten, dass der Flammkuchen mit sonnenverwöhntesten Mangos, musikbetüddelten Gemüsen und Seltenheitswert-Käse glücklichster Milchziegen kredenzt wird. Das im Ganzen, gehälftet oder wie auch immer.

My call is to serve

Im beschrieben Fall ging es übrigens lediglich um eine Hälfte Käse & Walnüsse und die andere mit Käse & Speck. Ich konnte damals nur in Gedanken den Kopf schütteln, den Gästen eine stille Entschuldigung aussprechen, und ich wette, dass diese Gäste niemals mehr wiedergekommen sind.

 

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So schaut’s aus.

Wertschätzung und Zeit sind die größten Geschenke in unserer heutigen schnelllebigen Zeit. Das sehe ich auch so, weil das eben meine Werte sind. Und sowieso die Werte der gehobenen Gastronomie, der gehobenen Hotellerie und schlicht ein gebührendes und angemessenes Umschmusen von geschätzten Kunden und Gästen darstellt. Ja, ich habe viel Passion für Service und den gehobenen Verkauf. Defizite habe ich dafür woanders und daran arbeite ich motiviert.

Zeit also. So schlicht – so wunderbar – so altmodisch

Das früher anscheinend alles mal besser war, mag wohl jede Generation von Zeit zu Zeit behaupten. Aber Hand aufs Herz: wahrscheinlich verklären wir auch ein großes bißchen unsere Vergangenheit. Romantisch naiv sozusagen – und auch ich liebe es immer wieder mal so rosarot bewölkt – grün hinter den Ohren – zu sein und verträumt zu schwelgen.

Realistisch ist wohl, dass wir vor Jahren, in anderen Generationen, diese riesige Auswahl an Möglichkeiten noch nicht hatten, wie sie sich uns heute bietet.
Und das ist erstmal großartig.

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Quantität statt Qualität? Wer’s braucht…

Wir leben auch und gerade heute in einem der reichsten Länder der Welt und in einem der sichersten sowieso. Noch immer. Die Medien, tragischerweise durchaus gelangweilt von all den Grausamkeiten die in anderen Nationen an der Tagesordnung stehen, überschlagen sich hierzulande mit der Berichterstattung von – gemessen an der Welt – Einzelfällen.

Der Kühlschrank ist voll, die Supermärkte sind es auch. Wir dürften rundum glücklich sein, wie sehr gut es uns geht. Wir dürften Zeit für tatsächliche Wertschätzung haben, und keinen Grund für grübeln und jammern auf einem hohen Niveau. Ich denke – und das denke ich schon lange: wir haben allen Grund gut drauf zu sein und negatives Gedankengekreisel produktiv investieren zu wollen. Indem wir uns für einen Zweck – einen guten Zweck einsetzen, eine Sache ins Laufen bringen, Karriere machen, einfach mal leben, lieben und Zeit servieren.

We make a living by what we get. We make a live by what we give. (Winston S. Churchill)

 

Helfen ist helfen

Der Volksmund sagt ja gern: „Gegensätze ziehen sich an“.

Ob es hierbei heute tatsächlich um Gegensätze geht, das mag ich nicht mal behaupten. Vielleicht. Vielleicht auch „nur“ um Extreme, bei dem ein Extrem mit dem anderen Extrem zu kollidieren scheint, doch in Kooperation treten kann. :-)

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Alle Mädchen haben ganz ähnliche Träume. Völlig egal, aus welchem Zipfel der großen weiten Welt sie stammen.

Es geht in meinem heutigen Beitrag darum, dass sich so manche Vereine, Organisationen und Helfer die sich dem Helfertum widmen, dem Materiellen gänzlich versagen wollen & sollen.

Organisationen fordern gar schriftlich, propagierend auf deren Homepage, dass Mitglieder und Interessierte keine materiellen Werte haben dürfen.

Ah ja. Und warum ist das so?

Und gilt das für jeden, der in der Organisation für das Gute einsteht, oder nicht bis in die oberen Ebenen?

Erstmal: Gleiches Recht für alle bitte!

Und weiter: „Was soll das?

Darf nicht jeder helfen?“

Und sollte es unter’m Strich nicht ausschließlich & allein darum gehen?

Was geht es tatsächlich irgendwen an, ob ich in der Freizeit in der Luxusvilla hause, im Spa relaxe, auf die Seychellen jette, in Nizza oder L.A. jet-sette oder mit dem Ferrari Deutschlands Straßen unsicher mache? Oder schließen sich die Punkte „helfen“ und „genießen“ so sehr aus, wie Geistliche und fleischliche Liebe?

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Gern helfendes & gütiges engagiertes Herz oder luxusaffine „Prinzessin“ ? Beides!

Was gibt es von luxuriösen Momenten und liebgewonnenen materiellen Gütern Schlechtes zu berichten? Sind sie doch eine Form des Genusses, bedeuten Abschalten und Kraft tanken und damit wiederum Energie zu haben, die wir dann wieder & wieder & immer wieder für einen guten Zweck aufwenden könnten.

So schlecht?

Ich bin bekanntlich kein Freund davon mir „irgendetwas“ selbst zu versagen, noch weniger: mir Dinge von anderen versagen zu lassen. Und genau so halte ich es mit „Regeln“ anderen gegenüber. Freiwilliger Verzicht ist etwas anderes, aber sonst: Toleranz und offene Grenzen bitte. In jedem Bereich.

Und, oh ja, ich liebe Extreme und kenne so einige, denen es genau gleich damit geht. Und wenn ich mir großen oder mittleren Luxus leisten kann, oder auch nur mein Leben mit kleinen luxuriösen Dosen und Highlights aufpeppen, königsmäßig-prinzessinnenhaft aufwerten mag, warum soll ich dann in einer Hilfsorganisation nicht erwünscht sein?

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Blumen sind die Sterne des Tages. Geben und Gutes tun erhellt und „beblümelt“ ebenfalls.

Ihr Lieben, geht nicht tatsächlich beides? Und ist beides nicht besser, als ausschließlich ein pompöses, verwöhntes Leben zu verfolgen und weder Zeit noch Herz für andere um mich herum zu haben?

Das kann unmöglich der Sinn der Sache – einer guten Sache – sein.

Manche haben schlicht viel zu geben. Auch Herz und beide Hände.

Ist es nach Ansicht einiger Hilfsorganisationen besser, wenn Menschen, die „das eine Traumhaus“, oder „die einigen Traumhäuser“ haben, ausschliesslich unter ihresgleichen bleiben. – Den Job im obersten Management, vier Mal im Jahr einen luxuriösen Urlaub machen: einfach auf ihrem goldenen Tellerchen verharren? Untätig im sozialen Bereich?

Warum also grenzen wir da & diese aus?

Jeder Mensch hat den genau gleich hohen Wert. Und Organisationen, die Reiche und materialistisch denkende & liebende Menschen nicht bei sich haben wollen, versagen sich doch herzlich & schmerzlich viel: Wir verzichten mit dieser Einstellung auf ein Mehr und ein Meer an Hilfe, auf Bereicherung anhand Facetten-Reichtum, auf Menschen, die möglicherweise etwas oberflächlich auf euch wirken mögen, es aber überhaupt nicht tatsächlich sind.

Tiefgründig denkend, Luxus zelebrierend, Nachhaltigkeit lebend und vor allem gerne helfen wollend. Toll, nicht?!

Wir sollten ALLES haben können und manche wollen eben auch genau das.

Bereichernd kann es doch nur sein, in jeder Lebenslage die Mitte etwas zu verlassen. Neugierig – meinetwegen frech – nach links und rechts über den Tellerrand hinaus zu linsen und zu schauen, was das Leben da noch Schönes bereit hält. – Oder eben wenig Schönes, bei dem wir dann mit anpacken können.

Gewissen beruhigen – ob es da was mit zu tun hat:

Ja, muss ich mich denn für Luxus, Luxusgedanken, Luxussparen, Luxusträume, Luxusleben schämen? Weiß Gott (und davon gibt es bekanntlich viele) nicht! Nein.

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Auszeit im mondänen Trubel gefällig? Delano Miami Beach.

Ja, vielleicht macht es die richtige Mischung, vielleicht kommen wir genau damit in eine Waage, wie wir unser Leben so zwischen den Extremen leben: Zwischen Einfachheit, Bodenständigkeit, Abgehobenheit, materiellen Herzensgeschichten, Arbeit für die Allgemeinheit, soziales Tun und Herzenswärme, Gefühl und Empathie für jeden einzelnen Menschen:

Für ähnliche und verschiedenste Menschen – für Fremde und Freunde.

Es spricht doch Nullkommanix dagegen und entspricht oft genug der Realität: das Traumauto in der Garage zu parken und gut und gern auch häufig mit den Öffentlichen, zu Fuß oder zu Fahrrad unterwegs zu sein, was?

Und allgemein die Mitte zu leben, aus all unseren Aktivitäten, unserem GEBEN heraus, nämlich: Hilfe, einer Hand, einem Ohr, einer Umarmung, Wärme, perfektem charmanten liebevollen Service, ein Lächeln von Herzen, eine gute Tat, die sich regelmäßig wiederholt…

Und NEHMEN: Luxus lieben, erwählter Konsum, Augen zu und puren Genuss schmecken, riechen, fühlen.. Augen auf: sehen! Anpacken! Helfen! So schließt sich der Kreis,

für eine wunderbar ausbalancierte Zufriedenheit.

Sich zu kasteien, nur noch khakifarbige Kordhosen und tannengrüne Grobstrickpullover tragen zu wollen: gern, wer das mag und wirklich so sein will! Viele wollen das aber nicht. Und das ist damit möglicherweise nicht der Weg, einen Beitrag für die Allgemeinheit – so gut als möglich leisten zu können.

Und so wird es letztendlich vielleicht mehr zum Problem, das ihr ausgrenzt. Weil wir so niemals alle zusammen in einem Boot sitzen können. Das, um gemeinsam anpacken und für einen guten Zweck einstehen zu können.

Schade, denn das ist doch punktgenau exakt das, um das es gehen soll.

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Audrey Hepburn: „Wenn du älter wirst, wirst du entdecken, dass du zwei Hände hast: Eine um dir selbst zu helfen und eine um anderen Menschen zu helfen“.

Traurig also: Die, die ihre materiellen Werte, Dinge und Wünsche haben, müssen außen vor bleiben. Und wollen das sogar, da ein Teil ihrer Werte mit Füßen getreten wird.

Für mich auch undenkbar und nicht mein Weg. Ich will nämlich das eine: Helfen, pushen, eine Sache ins laufen bringen, Natur, Umwelt und Menschen fördern, motivieren und unterstützen. Aber, ich will auch das andere. Und mich gibt es ohne eines dieser meiner Extreme eben nicht und, was noch viel schwerer wiegt: Derartige Versagungen machen für mich, aus den oben aufgeführten Gründen auch überhaupt keinen Sinn. Genauso wie für viele andere eben auch nicht.

Und siehe da – es gibt auch Unternehmen, Organisationen und Agenturen, die das genau so sehen. Mit dem Weg, dem Versuch, dem Ansatz:

Wir können und sollten zusammenrücken, da wir so mehr bewegen können.

Und nicht nur das: Wir können uns auch sonst gegenseitig in unseren Arten zu denken und zu leben inspirieren, uns etwas von anderen abschauen, lernen, Menschen, & Dinge lieben lernen, unser eigenes Leben überdenken. Und das alles vor dem Hintergrund der gemeinsamen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. – Zwei der tollsten Dinge die es gibt. Für uns selbst (Geben) und für die, bei denen es ankommt (Nehmen).

 

Idealistisch gedacht

Ihr Lieben,

wir alle wissen, dass mehr für unsere wunderschöne Natur getan werden muss.

Gerne schieben das manche von uns immer wieder in ihr hübsches Hinterköpfchen. Zu gerne auch reden wir uns heraus, indem wir die Meinung vertreten, dass wir, als einzelne, nicht genug dazu leisten könnten. Aber doch, wir können! Jeder einzelne von uns kann, und macht sich damit nicht zu einem schwarzen Schaf der Umweltsorge.

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Wir brauchen Bienchen & Blümchen – nicht nur für den Biologieunterricht. :-)

Ich und damit bin ich nun wirklich nicht allein, wünsche mir, dass die Welt so bunt bleibt, beziehungsweise wird, wie sie es in meiner Erinnerung noch immer ist:

In einem kleinen ruhigen Dorf, mitten im idyllischen Schwarzwald aufgewachsen. Umgeben von mächtigen dunklen, nach Harz duftenden Tannen, Kuckucksrufen, unendlich viel Grün und Gras, einem Hektar Grundstück ums Elternhaus, dem riesigen Garten davor, schlicht viel purer Natur und heimischer Tierwelt.

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Einmal Gras und Blümchen streicheln.

Ich wusste genau wie welcher Vogel singt, wie welche Blume heißt und aus welcher Raupe welcher Schmetterling schlüpft… Wie gartenfrische Beeren und Sträucher schmecken und wann sie angepflanzt müssen und geerntet werden können… Welche Pilze wir im Wald pflücken und Zuhause essen können, ohne uns den Magen zu verderben. Überhaupt, dass wir im Wald mucksmäuschenstill sein müssen, um Rehe und dergleichen beobachten zu können und wie Moos riecht, Dickicht wirkt, Borkenkäferfallen aussehen.

Wir haben Froschlaich mit dem Eimer gesammelt und im Tümpel Zuhause ausgesetzt, die Nachmittage nach den Hausaufgaben damit verbracht, Beeren oder Äpfel zu pflücken, Honig geschleudert, im Garten gejätet und abends mit kleinen und großen Gießkannen munter gegossen und danach zum friedlichen Einschlafen des Nachbars Schäfchen gezählt.

Und so viel mehr. Und das war toll!

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Nur weil es noch idyllische Fleckchen Erde gibt, heißt das nicht, dass es vielerorts nicht leider ganz anders aussieht.

Gibt es heutzutage wirklich Kids, die denken Kühe seien lila oder, dass die Milch aus dem Kühlregal kommt? Und, dass Fleisch auf Bäumen wächst?

Und wie und wo können die lieben Kleinen heute noch von den Großen lernen, dass Insekten wichtig sind und respektiert werden sollten, es, sich gleichende, Mai-, Juni-, und Julikäfer gibt und besonders Birken nunmal Schmutz auf der Veranda verursachen.

Wer lockt die Kids nach draußen, wenn die Eltern es schon nicht mehr verstehen, Begeisterungsfähigkeit für die Einfachheit der Natur, den blauen Himmel, Regen, für Vogelkunde, das Blühen im Frühjahr und das Vermeiden von Plastikbergen für unsere Weltmeere zu entwickeln?

Wieso muss es morgens eigentlich immer und wieder diese palmölverpantschte Schoko-Möchtegern-Nusscreme sein und jeden Mittag Berge Fleisch und abends die Vielfalt an Wurst vom Discounter? Gerade bei manchen Menschen mit Kindern fragt man sich, warum nicht gerade die etwas mehr nachdenken.

Unsere Welt kann in 20, 30, 40 Jahren nicht mehr so sein, wie sie es heute noch ist. Denn unsere heutige Ignoranz wird gerade für die Kinder und Kindeskinder beträchtliche Ausmaße nach sich ziehen.

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Wer Kindern von klein auf die Schönheit der Natur zeigt und sie lehrt diese zu respektieren, tut schon viel.

So, im Sommerurlaub gibt’s dann endlich mal exotische Tiere zu sehen: In den Zoos und Aquarien dieser Welt. Delphine und Orcas die, anatomisch bedingt, wirklich immer lächeln, während sie Kunststückchen turnen müssen, die ihrer Natur gänzlich widersprechen.

Ein Tier ist in Gefangenschaft niemals so, wie es das in Freiheit wäre. Gerade Meerestiere, denen fast unser ganzer Planet an Platz zur Verfügung stünde.

Wildtiere sind nicht freiwillig bereit dazu, sich wie eine Ballettprinzessin dressieren zu lassen. Sie haben daran überhaupt keinen Spaß! Sie wollen sich nicht in einem chemisch sauberen Plantschbecken „den Wolf schwimmen“, „einen Drehwurm bekommen“ und stattdessen lieber frei im Ozean reisen. Der leider immer schmutziger wird. Dank dem Menschen.

Also mag es, in Anbetracht der Pantschbrühe, doch gar nicht so schlimm sein, dass die Weltmeere noch gänzlich leergefischt werden und es die Erinnerung an einzigartige Fische dann nur noch im Bilderbuch, im Märchen und in Fabeln gibt, oder? So wie das Einhorn im Kinderzimmer: mit giftgrüner Strähne in der kunterbunten Pferdemähne und gänzlich aus ungesunden superbilligen Plastik hergestellt. Made in Irgendwo.

Neben Kind und Einhorn spielt die Mami in Jeans und T-Shirt, die weniger kosten als zweimal Kidsmenü im wohlgekannten Fast-Food-Restaurant. Aus diesem Grund hält das Shirt auch nur einen Sommer, aber bei den Preisen kauft Frau vor dem nächsten Sommer einfach wieder 20 Stück davon…

Ja, mir ist bewusst: heute schreibe ich eine gute Prise zynisch. Was an der Hitze da draußen liegen könnte. Ups, der Klimawandel!

Und bei meiner Meinung über dieses wirklich ernste Thema bleibe ich sowieso.

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Flamingos. Lieblingstiere, die für die Zoos dieser Erde viel zu schade sind.

Lasst uns was tun. Wir können allesamt ein bißchen mehr nachdenken und Nachhaltigkeit zelebrieren, indem wir Qualität vor Quantität stellen und Herkunft beachten: Sei das bei Lebensmitteln, Kleidung und sämtlichen anderen Gütern.

Wir können die Natur mehr achten, indem wir so mit ihr umgehen, wie wir mit jemandem umgehen würden, den wir brauchen und mögen. Und wir brauchen sie, was wir vermutlich erst dann vollständig realisieren werden, wenn es zu spät sein wird.

Wir können Aquarien mit Tiershows und Zirkusse und Zoos meiden und stattdessen die heimische Tierwelt entdecken, kennenlernen, bewundern und auf eine Safari in Afrika oder den Besuch der Everglades in Florida sparen.

Es ist damit wie mit allem, wenn wir Qualität statt Quantität leben würden:

Der seltenere Genuss einer wirklich „großen Sache“ ist viel erfüllender und leckerer, als wenn wir uns zum Beispiel täglich von Billigfleisch ernähren.

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Gilt für Mensch & Tier.

Ich mag es nicht, wie Organisationen wie beispielsweise Greenpeace an diese Sache heran gehen, indem sie mit häßlichsten Fotos von „Tieren in Not“ berichten. Auch nicht das leider aggressive Vorgehen von Sea Shepherd, die ein wirklich tolles Ziel verfolgen.

Meiner Meinung nach provoziert das einerseits (Was beispielsweise im Film „Sharkwater“ deutlich zu sehen war.) und andere wenden sich als Verbraucher davon ab, schließen Augen & Ohren und gehen weiterhin ihren täglichen Gewohnheiten und ihrem Kaufverhalten nach.

Mit negativer Berichterstattung erreichen wir vermutlich viel weniger, als wir denken zu tun. Ich meine, dass auch inspirierend und in positiver Art und Weise darauf hingewiesen werden sollte, wie schön unser Planet, die Meere, Wälder, Wildtiere tatsächlich sind und, dass wir uns das erhalten wollen sollten. Auch:

wie kostbar tierische Lebensmittel sind – wie essentiell der nachhaltige Anbau pflanzlicher.

Naturschutz ist eine Herzenssache und süße Liebhaberei, die man als solche erkennen muss. Es geht um ein klitzekleines bißchen mehr jedes einzelnen: Etwas neue, aber gesündere Unbequemlichkeit, umdenken, anpacken und Komfort-Zonen-Verlassen. Wie singt schon Mick Jagger:

Old habits die hard

Aber wenn wir da erstmal durch sind, wird’s zum Selbstläufer.

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Zwei für einen

Für jeden unglücklich geplatzten Traum – der wie eine schön schillernde Seifenblase in der Luft zerplatzt und damit verschwunden ist – sollten wir uns einen neuen Traum suchen. Mindestens. Besser noch, wenn wir uns sogleich zwei neue wunderschöne Träume für uns suchen.

Träumen kostet nichts – außer etwas Zeit vielleicht – und tut so gut.

Träume zu haben ist eine der schönsten Weisen, einen gesund fröhlichen Optimismus zu leben und sich selbst zu Taten zu motivieren: Wir schüren spürbar Vorfreude damit und diese lässt uns morgens quietschvergnügt und früh aus dem Bett hüpfen, uns Pläne machen, darauf hinarbeiten, Aktionismus in Bewegung setzen.

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Ein Traum? Wunderschöne Natur!

Mein Traum für diesen Sommer war Irland. Darauf hatte ich mich bereits länger gefreut: Dem Großstadttrubel hier zu entkommen und den ganzen Sommer über, am dortigen Atlantik zu verbringen, den herben Wind, die salzige Luft und das satt-grüne Gras zu inhalieren und zu genießen.

Ich träumte und schwelgte in Sehnsucht von viel purer Natur, von zahlreichen Spaziergängen entlang herrlicher Küste und beeindruckenden Klippen und davon, durch den Sand am Strand – zu Pferde oder Pony – galoppieren, zu fotografieren und zu schreiben.

Es wäre dabei jedoch ganz und gar nicht nur die Seele bezaubert baumeln lassen gewesen. Überhaupt nicht. Ich hätte dort auf einer Farm für einen irischen Bauern (Eamonn) gearbeitet. Direkt an der Küste, im Süd-West-Zipfel Irlands. Der Deal war: meine Arbeit gegen freie Kost und Logis.

Meine Aufgaben wären fünfmal wöchentlich Torf stechen, Zäune bauen oder flicken, Rinder hüten, Kälbchen knuddeln und alle zusammen auf verschiedene Weiden zu treiben, sonstige Arbeiten auf dem Hof, Fischen und eventuell Dachdecken des Sommerhäuschens gewesen.

Leider klappt es nun nicht und zwei Monate Vorfreude sind einfach so dahin. Aus und vorbei sozusagen: dieser Traum wird verfallen, genauso wie mein Flug, den ich leider nicht rücktrittsversichern habe lassen. Aber wer weiß schon, vielleicht fällt mir noch was Schönes dafür ein?

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Ireland hat Bestand – und so auch unsere Träume :-)

Geplatzte Träume sind immer erstmal unschön und traurig. So habe ich das auch gestern aufgefasst, als ich darüber Kenntnis gewann und mich schweren Herzens gegen die sommerliche Farmarbeit entscheiden musste.

Geplatzte Träume sind aber auch dazu da sich in Resilience zu üben, sich zu beweisen, – sich selbst etwas zu beweisen:

So nämlich wie Scheitern nicht das Gegenteil von Erfolg ist, sondern der Weg dorthin, ist ein gescheiterter Traum nicht das Gegenteil eines zu realisierenden Traumes, sondern: der Weg dorthin!

Und er macht Platz für einen anderen Traum, mit dem man, den nun leeren Zeitraum, überhaupt unser ganzes Leben, dann glücklich füllen kann und auch sollte. Bevor wir traurig dasitzen und uns ausmalen, was hätte sein können WENN … Denn „wenn“ ist nicht eingetroffen.

Wie oft auch werden Menschen, die beachtliche Karrieren hingelegt haben hingeworfen und wie oft scheitern sie bitterlich? Wir sehen am Ende oft nur deren Erfolg.

Was wir für unseren eigenen Erfolg tun können, ist positiv zu denken und aufstehen wenn wir kurz hingefallen sind. Gut, vielleicht auch mal herzzerreissend weinen, uns etwas quälen, im Selbstmitleid suhlen, Pralinen naschen, ganze Tempoboxen aufbrauchen und dann wieder nach vorne sehen: uns aufrappeln, einen anderen Weg gehen – indem wir einen anderen Traum leben – und niemals mehr wieder, über genau diese eine Sache weinen oder ihr nachtrauern.

Es gibt ein süßes Sprichwort im Englischen dazu (Vielleicht kommt es sogar aus dem Irischen?):

Don’t cry over spilt milk!

Ja, wirklich schade um Milchkühe und Meeresluft in Kerry. – Die goldene Butter dazu schmiere ich mir eben genießerisch aufs Brot … und hecke einen neuen Plan. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen, dass sollten wir uns auch nach großen Enttäuschungen, geplatzten Träumen, Niederlagen, Scheitern, nicht und niemals. Weiter geht’s!

„We should all dream, and encourage others to do so too. Dreaming is one of humanity’s greatest gifts.  I’m a born optimist. I think it’s much more fun in life to be an optimist.“ (von Richard Branson)

.. Und das unterschreibe ich nur zu gerne.

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Das Leben ist bunt. Ein geplatzter Traum ändert daran nichts, denn es gibt unendlich viele Träume und jeder einzelne läßt sich durch einen neuen ersetzen. Klamottenmix wie ich ihn im Sommer am liebsten mag. Wäre in Irland eh untragbar gewesen. 😉 Wo nun hin des Weges?