Frey Wille

Man kann eine Idee durch eine andere verdrängen, nur die der Freiheit nicht.

Ludwig Börne

Menschen, Orte, um dich herum, die gegenseitig sich nicht erreichen und in Tiefe berühren. Anfängliche Hoffnung, bald gelöste Hände, höfliches Lächeln: Adieu!

Sich merkwürdige Wesen bleibend. Stille. Laute. Und unverstanden stehst du allein.

Wieder.

Hundertfach.

Zu enges Korsett, Geschirr, die kurze Leine, buntester süßer Hund.

Und da sitzt man: ohne Mut, Kampfgeist und Widerspruch. Phlegmatisch gefangen im kleinen Glück, die Nase im – von Harmonie getränkten Buch.

In winziger Stube, fein gekocht, bei sweetbürgerlicher Feier,

bildschönes Biedergemeier.

Eins, zwei, Dreisam steht nie still.

Text & Foto: PetissaPan

Aufklärung

Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt.

Novalis

Stilbruch, kess ausbalanciert in wohliger Freiheit. Exklusives, das Ordinäres so unvergesslich machen kann und wird. Und du trägst Baccarat Rouge 540 aus Paris. Und ich spaziere mit meinem pinken Flamingo an der Leine, im englischen Trench, im französischen Regen, an der Seine.

Zalig!

Während hier der spätromantische Herbst hereinbricht gottseidank!

Freiburgs heile Bergwelt

Text & Foto: PetissaPan

1511

Wenn es eine Freude ist, das Gute zu genießen, so ist es eine größere, das Bessere zu empfinden. Und in der Kunst ist das Beste gut genug.

Goethe

Weise, schwungvoll gehend. Und den Zeigefinger nach oben gereckt, weil dort nur das Ganze herrscht. Etwas, dass uns trennt oder verbindet.

Diese zeitlose Schönheit da. Die idealen Formen dort. Wahrheit und Gütigkeit – nicht von dieser Welt.

Reich – zahlloser Phantasien.

Reichtum – unerschöpflichen Geistes.

Heute wie vor 500 Jahren.

So beame mich zurück, für einen Augenblick, einen Atemzug, und gerne auch ein Weilchen länger. Liebe, die du hier, heute, mir, zu Füßen liegst.

LebensLiebe : BadenBaden

Text & auf Foto: PetissaPan, inspiriert von Raffaels Platon (1511).

Dornröschen

Was sogar die Frauen an uns ungebildet zurücklassen, das bilden die Kinder aus, wenn wir uns mit ihnen abgeben.

(Goethe)

Weiße Schwäne im Mondschein.

Stilles Plätschern, schön.

Die Welt ist die, die du dir machst und malst. Und mögen lechzende Zungen belehren, beschweren. Du siehst was du eben siehst. In Glück, in selbstkreierter rosa Blase; sprichst du, dann mit Pfirsischwangen und schneeweißen Zähnen, glucksend, oft überschäumend: die deine Wahrheit.

Offen auf jedermann zugehend. Reinweiß glaubend und softbunt malend. Mauern, schwarz, das gibt es später. Vielleicht.

Oh, so unverfälscht. Ohne Absicht du. Und ohne Tücke.

Mut zur Lücke.

Einmal mehr.

Springend durch Pfützen.

MünsterMarkt Freiburg

Text & Foto: PetissaPan

La philosophie

Ich denke dein,

wenn mir der Sonne Schimmer vom Meere strahlt.

(Goethe )

Als ich fotografierte, verstand ich etwas, das ich nicht vergessen werde.

Wie ich mir wünschte, all diese Schönheit, die lange schon vor uns bestand, anhalten zu können, zurückzudrehen.

Keine klassische Schönheit, sondern weicher, spielerisch, wie rein und frei. Als wollte man herumtollende Feen fangen.

Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan

Hochromantik

Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Was reitest du einsam durch den Wald?

Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ‘ dich heim!

(von Eichendorff; „Waldgespräch“ 1815)

Dreamy. Cosy. In zartestem Stoff und hartem Stiefelschuh:

Das bist du!

Selbst die Uhr, läuft hübsch nach deiner Zeit.

Obsession für Freiheit.

Baden-Baden

Text & Foto: PetissaPan; 2019

Flamingosky

Die zauberhafte Welt der Amelie, der Bibi, Pippi, und der Petissa Pan. 

Rosarote Bubblegum-Blasen machend, mit blinzelnden Augen, gen Novemberrain. 

Und so sicher, wie jeder einzelne von uns die Wahl hat, das Kasperle der elterlichen Erziehung und der Gesellschaft zu sein oder nicht, so sicher klatschen die ungezügelten Wellen der freien See, an die davon weichgezeichneten Klippen.

Was zieh‘ ich also an? Was koch‘ ich meinem Mann?

Nichts ist so hoch, wonach der Starke nicht Befugnis hat, die Leiter anzusetzen.


Friedrich von Schiller
An der Dreisam . Freiburg

Text & Foto: PetissaPan

Jederfrau

Wenn zurückhaltend blass, das neue sonnig Gebräunt in vornehmen Schatten stellt.

Und kurvig, weich, duftig gepflegt, über androgyn und durchtrainiert steht.

Ruhe & Geisteswissenschaft, Outgoing & Daten-, Zahlen-, Faktenmenschen heute auf Augenhöhe schafft.

Selbst dann, scheinen einem die selben hübschen Sterne vom Himmel jede Nacht.

Du hast in mir den edlen Trieb erregt, tief ins Gemüt der weiten Welt zu schauen; Mit deiner Hand ergriff mich ein Vertrauen, das sicher mich durch alle Stürme trägt.

Novalis aka Georg Philipp Friedrich von Hardenberg in „Heinrich von Ofterdingen“
Paris

Text & Foto: PetissaPan

Großzügigkeit

Ein Augenblick, ein Stundenschlag, with dripping peaches: zehn Jahre sind nur ein Tag.

And it took thirteen beaches to find one empty.

Ist man noch frei, wenn man nicht sucht, will, wagt? I’m camera ready: denn hundert Jahre sind bloß ein Tag.

In the ballroom of my mind.

Und was man tiefgründig, so fragt, im Augenblick, beim Stundenschlag:

Tausend Jahre sind ein Tag.

Unser Wissen ist nichts, wir horchen allein dem Gerüchte.


Friedrich Schlegel
Baden-Baden

Text: PetissaPan, inspiriert von Udo Jürgens & Lana del Rey

Foto: PetissaPan & Gemälde: Karin Kneffel